Montag, 16. März 2020

{Rezension} Die Dämonenkriege - Dunkelkönig

 
Den Dämonenjäger Ryk und seine Gefährtin Kela hat es durch ein magisches Portal in die Gegenwelt verschlagen. Dort fallen sie ausgerechnet Ryks Erzfeind Asmaran in die Hände, der die beiden auf der Stelle töten lassen will. Während Ryk und Kela in der Stadt der Dämonen um ihr Leben kämpfen, sagt sich die Assassine Catara Fiers in den Schwebenden Reichen von ihrer einst geliebten Herrin Madea los, der sie Hochverrat an den Menschen unterstellt. Als sich schließlich ein lange tot geglaubter Dämonengott erhebt und sich die Portale zwischen Menschen- und Dämonenwelt öffnen, ist die Stunde gekommen, in der Freunde zu Feinden und Gegner zu Verbündeten werden ...

Figuren
Jede einzelne Figur hat sich nicht nur seit Beginn des ersten Bandes verändert, sondern entwickelt sich bis zum Schluss weiter und trotzdem bleiben alle von ihnen unverkennbare Einzelstücke, die die Story auf ihre ganz eigenen Arten voranbringen und reichhaltiger machen.
Während Ryk von den in seiner Welt Zurückgebliebenen für tot gehalten wird, schlägt er sich mit Kela in Cros'Anoriel herum. Entgegengesetzt halten er und auch Kela Prinz Ishan für tot, der wiederum hat sich den Rebellen, die innerhalb eines unterirdischen Tunnelsystems leben, angeschlossen und unterstützt Prinzessin Iritari bei ihrem Widerstand. 
Auch meine geliebte Catara ist zum Glück wieder dabei, nur leider bekommt sie diesmal recht wenige Kapitel des Buches gewidmet. Sie ist einfach ein so starker und interessanter Charakter, dass ich sie wirklich vermisst habe, wenn sie für mehrere Kapitel nicht auftauchte.
Immerhin ist mit Veitt, der im ersten Band noch eher eine Nebenrolle spielte, eine neue Hauptfigur auf den Plan getreten, mit der ich mich wirklich gut arrangieren konnte. Er hat wohl die größte Veränderung seit Band 1 durchgemacht. Seine Magie wird immer mächtiger, seine Persönlichkeit festigt sich und sein ganzes Auftreten gewinnt an Stärke. Er wuchs mir das gesamte Buch über hinweg derart ans Herz, dass mir die anderen Charaktere, bis auf Catara, recht egal wurden. Im Fokus stand für mich zum Schluss nur noch, ob Veitt sein verdientes Happy End bekommt, um ehrlich zu sein.

Schreibstil
Ehrlich gesagt habe ich hier nicht besonders viel zu schreiben. Michael Hamannt weiß mit Worten umzugehen, fantastische Szenerien zu schaffen und wie er seine Leser in neue Welten entführen kann. Kurz gefasst lässt sich für mich sagen: Im ersten Band der Reihe mochte ich den Schreibstil des Autors und im zweiten bin ich zum Fan geworden. 

Wenn er gen Norden blickte, konnte er die Nebelberge sehen, die wie die zyklopische Zitadelle eines vergessenen Volkes von Riesen aus den Bäumen des Dschungels ragten. Die Gipfel schimmerten silbergrau in der Mittagssonne, während die Hänge hinter ewigen Dunstschleiern verborgen lagen, die erst mit zunehmender Höhe dünner wurden.
(Seite 135)

Inhalt 
Ryk wird in der Gegenwelt gefangen gehalten und dort von Dämonen, seinen eigentlichen Erzgegnern verhört. Während seiner Gefangenschaft bemerkt er jedoch, dass diese Welt, aus der die Dämonen in seine Heimat immer wieder einfallen, eine andere ist, als zuvor angenommen und dass er einen gewaltigen Fehler begangen hat. Denn die Ordnung ebendieser Welt hat sich geändert und nun muss Ryk befürchten, den dritten Dämonenkrieg ermöglicht zu haben und dieser würde ohne die Hilfe der längst verschwundenen alten Magier ein fatales Ende für die Menschheit bedeuten. Und hinzu kommen die Humanos und Animalia, die vor den Toren der Stadt lauern. In diesem Zeitraum lässt er sich die Gegenwelt und vor allem die Stadt, genannt „Cros'Anoriel“, von seinem ehemaligen Gegenspieler erklären. Dieser öffnet ihm die Augen und Ryk muss einsehen, dass die Rettung seiner Welt und die der Gegenwelt darin besteht, sich mit dem Feind zu verbünden um die gemeinsame Bedrohung rechtzeitig beseitigen zu können. Gleichzeitig planen Madea und Zaragoth nämlich die Wiedererweckung eines alten Gottes, dessen Versteck jedoch noch keiner kennt. 
Bis zum Schluss fand ich es sehr bemerkenswert, wie dynamisch Michael Hamannt in beiden Büchern, also Band 1 und Band 2, die Verschiebungen von Gut und Böse beschrieben hat und wie stark das auch meine Meinung von den Charakteren selbst teilweise geändert hat.

Er lauschte dem Lied ihres Wehklagens, das Rauch und Wind zu ihm hinauftrugen, und fühlte... nichts. Er wusste, es sollte ihn beruhigen, doch das tat es nicht. Stattdessen lehnte er sich zurück auf seinem Thron aus Flammen und Stein, schloss die Augen und gab sich ganz ihrer Berührung hin.
(Seite 314)

Während Ryk, Ishan, Veitt und all ihre anderen Verbündeten versuchen, das Unheil abzuwenden und eigentlich so schon wirklich viel Stoff für den Storyverlauf geliefert wird, hat es der Autor tatsächlich geschafft, bis zum Schluss immer mehr über seine geschaffene Welt und die Magie in ihr zu verraten und alte Geschichten mit in die Handlung und Hintergründe einzubauen, ohne, dass ich als Leserin das Gefühl hatte, mit der Nase draufgedrückt zu werden. Tatsächlich kommt es ja oft vor, dass Bücher darunter leiden, wenn der Autor oder die Autorin noch tausende Details einbinden will, in „Die Dämonenkriege“ waren all diese Informationen allerdings nie überladen und haben auch nie die Story überschattet, sondern diese sogar sehr logisch begründet.

Der Tod macht keine Helden, er macht nur Leichen […].
(Seite 352)

Irgendwie will mein Kopf ja nicht so wirklich akzeptieren, dass es das schon mit den Dämonenkriegen gewesen sein soll, doch egal wie sehr ich mich dagegen wehre, ich muss es einfach hinnehmen, dass diese geniale Story bereits beendet ist.

Blutig, spannend, die richtige Mischung aus Intrigen und Lügen.- High Fantasy nach meinem Geschmack.

7/7

ISBN: 978-3-453-31951-6


Die gesamte Reihe

 

Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Mittwoch, 11. März 2020

{Rezension} Wächter und Wölfe - Das Erwachen der Roten Götter


In der Fremde fand sie Freiheit, doch das Gefühl ist trügerisch …
Alles begann mit ihrer Flucht. Rillirin war eine Sklavin und den Launen ihres Besitzers hilflos ausgeliefert gewesen. In ihrer neuen Heimat sollte alles besser werden. Aber dann brach der Krieg aus, und der brachte schon immer das Beste und das Schlimmste in den Menschen zum Vorschein. Nun muss Rillirin über sich hinauswachsen, wenn sie nicht erneut zum Spielball derjenigen werden will, die vermeintlich stärker sind als sie. Doch ausgerechnet der Mann, der sie als Erster unterstützen sollte, ist der schlimmste von allen – ihr eigener Bruder.

Figuren
Um etwas genauere Beschreibungen von den einzelnen Figuren zu bekommen, schaut am besten bei meiner Rezension zum ersten Band vorbei, denn hier werde ich nur noch einmal einen kleinen Blick auf die Entwicklung der Charaktere werfen.
Dom und Rillirin selbst haben sich meiner Meinung nach stark verändert. Sie haben beide neue Rollen zugespielt bekommen, allerdings sind ihnen insgesamt weniger Kapitel gewidmet und ich frage mich, ob das Ganze darauf hinauslaufen wird, dass sie zu Nebenfiguren werden und andere in den Fokus treten. Schlimm fände ich das allerdings nicht, so lang mir Crys erhalten bleibt, denn er bekommt in Band 2 mehr Aufmerksamkeit als im Vorgänger. Auch sein gesamtes Umfeld rückt mehr in den Vordergrund, was bedeutet: Soldaten und Kriegsführer geben nun den Ton der Story an und somit wird alles noch einmal militärischer und verhärmter, verliert jedoch nicht seinen morbiden Witz, der mich im ersten Teil schon so gefangen genommen hat.

Schreibstil
Ich mag Anna Stephens Schreibstil wirklich. Er ist die perfekte Mischung aus Gore und tiefschwarzem Humor. Allerdings hat sich das Lesen von „Das Erwachen der Roten Götter“ teilweise mehr wie ein Eiertanz angefühlt. Einigen ersten Szenen fehlt es an Substanz, doch ist mir nach ungefähr 200 Seiten ein positiver Wandel aufgefallen und die Autorin schien sich ab da in ihrem Schreiben wieder gefangen zu haben. Ich hoffe wirklich, dass dieser Rhythmus in Band 3 weitergeführt wird, denn für mich wurde das Leseerlebnis durch manches anfängliches Hickhack doch ziemlich gestört.

Inhalt
Ich habe wirklich eine ganze Weile an meinem Verstand gezweifelt, als es um die Lage der Orte und Länder der Story ging, denn ich war der festen Überzeugung, dass doch Band 1 eigentlich eine Karte hatte und, siehe da, nach ewigem Zeifeln habe ich das erste Buch in die Hand genommen und tatsächlich eine Karte vorgefunden. Da frage ich mich, warum Band 2 keine bekommen hat, immerhin wäre sie mir in vielen Situationen sehr nützlich gewesen. Wer meinen Blog schon länger liest, weiß, dass ich Landkarten in Büchern liebe, daher bin ich doch etwas von der Person enttäuscht, die entschieden hat, in das zweite Buch keine zu drucken.

Seine Göttin schlang die Arme um ihn, und die Welt verschwand, und dann war da nichts mehr als sie und er, und sie waren vermählt, miteinander und mit der Dunkelheit, Mund and Mund und Seele an blutender Seele.
König der verfluchten Welt.
(Seite 284)

Während die Mirak in Rilporin einfallen, treten eine Menge Figuren auf, die die ersten Kapitel füllen. Ich muss zugeben, ich bin mir noch immer nicht sicher ob ich die meisten schlichtweg seit dem Lesen von Band 1 vergessen habe, oder ob es komplett neue waren. Jedoch bestand der erste Teil des Buchs für mich aus Charakteren, die ich wohl entweder vergessen hatte oder die völlig neu waren, und Charakteren, an die ich mich nur noch schwach erinnern konnte. Nicht nur einmal habe ich mir die Frage gestellt, wo die bekannten aus Band 1 bleiben.
Auch hat manches Kampfgeschehen die Atmosphäre für mich ziemlich getrübt. Hier wäre wirklich eine Art „Was bisher geschah“-Abschnitt nicht schlecht gewesen, denn in „Wächter und Wölfe“ passiert recht viel und alles kann man sich einfach nicht merken, was problematisch ist, wenn Handlungen und Figuren aus der Vergangenheit noch einmal im Folgeband wichtig werden.
Aus diesen Gründen hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mir wieder einen Überblick über Story und Figuren verschafft hatte und meine Liebe zu den alten Charakteren wieder zurückgekehrt ist. Zeitweise habe ich wirklich überlegt, aus Frust das Buch erst mal beiseite zu legen, doch dieses wiedergewonnene Mitfiebern mit den Figuren und meine Begeisterung für den Schreibstil der Autorin haben mich die Zähne zusammenbeißen lassen. Ich habe „Wächter und Wölfe 2“ also eine neue Chance gegeben und wurde zum Glück nicht enttäuscht. 
Stück für Stück setzte sich dann eine wirklich spannende Handlung zusammen und ich konnte einfach nicht mehr von der Story fortkommen. 
Götter, die plötzlich auf Erden wandeln und sowohl kleine Siege als auch Verluste der Protagonisten haben mich vollkommen in ihren Bann gezogen und inhaltlich folgte eine Welle der Gewalt nach der anderen. Mit jeder Seite wurde die Story blutiger und bekam sogar richtige Splatter-Elemente und dann hat auch noch Crys die Rolle der Hauptfigur bekommen und ich war auch dem zweiten Band der Reihe völlig verfallen. Ich liebe diesen Buchcharakter einfach so sehr!
Und das Finale der Story... Oha. Ich verrate nur so viel: Es lässt auf eine sehr starke Fortsetzung hoffen!

Schwacher Beginn, grandioses Finale und in der Mitte ein Eiertanz. - Ein durchwachsener zweiter Band, der auf einen spannungsgeladenen dritten Band hoffen lässt.

4/7

ISBN: 978-3-7341-6131-5

Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.


Freitag, 20. Dezember 2019

{Rezension} Die Verdammten

 
Kämpfe oder sterbe!

Beth Milburn will mit ihrer Tochter nach einem Shopping-Trip die Tiefgarage des Einkaufszentrums verlassen, als es passiert: Bäume brechen durch den Beton und verwandeln das Parkdeck in einen dichten Urwald. Der Weg nach draußen ist abgeschnitten.
Als niemand zur Hilfe kommt, ahnen die Eingeschlossenen, dass ganze Landstriche von der rätselhaften Naturkatastrophe betroffen sind – möglicherweise sogar die ganze Welt.

So ist es tatsächlich: Das Recht des Stärkeren regiert. Wer sich nicht anpasst, stirbt. Mordende Banden streifen durch die Wildnis. Menschen werden zu Raubtieren, und ein gnadenloser Kampf ums Überleben in der neuen Weltordnung beginnt.

Ein packendes Endzeit-Szenario, das dir keine Zeit zum Durchatmen lässt!


Figuren
Ich werde an dieser Stelle nicht alle auftretenden Figuren nennen, da ich sonst schon zu viel der fortlaufenden Story verraten würde, daher beschränke ich mich hier darauf, allgemein etwas über die Charaktere und zu schreiben.
Für mich ist es noch immer erstaunlich, wie verschieden alle Personen sind, denen ich in der Story begegnet bin. Wir hätten da die starke Mutter, die ihre anstandslose Tochter zu beschützen versucht, den zurückhaltenden aber langsam durchdrehenden Nerd und eine ganze Menge gruseliger Gestalten, die das Ende der Welt dazu ausnutzen, ihre kriminellen und auch zum Teil schockierend brutalen Seiten auszuleben und damit sogar erfolgreich werden. Es war frustrierend zu lesen, wie sehr viele der überlebenden Menschen in diesem Endzeit-Szenario verwildern und Krieg in eine Welt bringen, in der Zusammenhalt die Priorität sein sollte. Der Autor hat sich hier wahrlich ausgetobt und das Schlimmste der Menschheit zum Vorschein gebracht, jedoch auch hin und wieder Lichtblicke in Form jener Personen erlaubt, die es doch irgendwie geschafft haben, sich mit der Situation zu arrangieren und möglichst friedliche Wege zu gehen.

Schreibstil
Es gibt einfach Bücher, bei denen fällt es wirklich schwer, in verständliche Worte zu fassen, was sie in mir als Leserin ausgelöst haben. Genauso geht es mir mit „Die Verdammten“. Mir scheint es unmöglich, jemandem verständlich zu beschreiben, wie beklemmend der Autor dieses Buch geschrieben hat. Mit gerade genug Details schafft er eine schöne und gleichzeitig grässliche Bühne für seine Figuren und hat mich damit in einem Sturzbach von Gefühlen gestoßen. Vielleicht gerade durch die riesigen Bäume, die dicht den Planeten bedecken, hatte jedes der drei Bücher für mich die Erscheinungsform einer geschlossenen Szenerie auf einer eigenen kleinen Bühne in einem Stück.

Inhalt
„Die Verdammten“ besteht aus drei Büchern, deren Handlungen früher oder später ineinanderspielen, also ist es etwas schwer, den Inhalt des einen zu erklären, ohne etwas aus dem anderen zu spoilern. Ich werde hier also mal mein Bestes versuchen.
Im Grunde genommen bietet jedes Buch einen zeitlichen Ausschnitt zu verschiedenen Etappen aus dem Ende der Welt. Das erste Buch ist der Beginn vom Ende und wirft die Protagonisten mit voller Wucht aus dem städtischen Alltag in die neue Wildheit der Endzeit. Das zweite Buch baut darauf auf, wie verschiedene Menschgruppen sich allmählich mit der neuen Lebenssituation zurechtfinden und auf welche verschiedenen Wegen die Überlebensstrategien entwickelt haben. Das dritte Buch spielt dann 4 Jahre später und ist damit ein großer Schnitt zu seinen beiden Vorgängern. Die Welt ist auf irre Weise anders geworden und es fühlte sich beim Lesen eher so an, als wären Jahrhunderte vergangen, statt nicht einmal ein halbes Jahrzehnt.

Die Schwachen werden aussortiert, und dann ist dieses ganze Land bald nur noch von den Stärksten und Gewalttätigsten bevölkert. Es wird ein stetiger blutiger Kampf herrschen, ein Bürgerkrieg der primitivsten Art.
(S. 260)

Das Chaos der Story findet seinen Beginn in einem Parkhaus eines Einkaufszentrums. Während die letzten Leute ihre Einkäufe zu den Autos bringen, beginnt die Erde zu beben und gigantische Bäume schießen aus der Erde, zerstören Beton und Metall und lassen das erste Blut fließen. Die letzten Überlebenden des Parkhauses finden sich in einer Gruppe zusammen und schmieden Pläne um ihr Überleben zu sichern, auch wenn erschreckenderweise bereits zu diesem Zeitpunkt für manch einen nicht Nahrung und sauberes Wasser Priorität haben. Ganz nach dem Motto „back to the roots“ beginnen die Figuren sich mit Stöcken und Speeren zu bekämpfen bzw. sich damit zu verteidigen, während die Natur immer mehr menschlich geschaffene Strukturen zurückfordert. Doch nicht nur Mord und Totschlag sind der Mittelpunkt der Bücher, ich gebe zu, ich war überrascht als ich bemerkte, wie viel Tiefgang doch hinter dem Gesamtwerk steckt, wenn man nur mit den richtigen Hintergedanken liest. Tatsächlich ist das Verhältnis zwischen Grausamkeiten und Heldentaten, zumindest im ersten Buch, noch recht ausgewogen, was ich so nicht erwartet hätte.

„Wie du siehst, können die meisten Leute hier sehr wohl schlafen“, flüsterte der Mann. […] „Du wirst es auch noch lernen – es hilft dir, nicht verrückt zu werden.“
„Und warum schläfst du dann nicht?“
„Weil ich schon verrückt bin. Es hat keinen Sinn, dagegen anzukämpfen.“
(S. 531)

Nun möchte ich noch ein paar Sätze zum zweiten Buch loswerden, während ich das dritte unangetastet lasse, denn jeder Satz wäre hier wahrscheinlich schon zu viel.
Das zweite Buch spielt nur einige Monate nach den Geschehnissen im ersten. Grob genommen dreht sich die Handlung um zwei Lager, die sinnbildlich schon fast für Paradies und Hölle stehen und deren Bewohner immer wieder aneinandergeraten. Wie sich hier nun sicherlich jeder denken kann, sind die Konflikte vorprogrammiert.
Der zweite Band ist nach meinem Geschmack etwas kurzlebiger gewesen, dafür allerdings auch schockierender auf verschiedenen Ebenen. Ab hier nimmt „die Verdammten“ wirklich jene Züge an, die ich von den Büchern des Festa Verlags, die ich bereits kenne, gewohnt bin. Ein verhängnisvoller Moment folgt dem nächsten und trotz der Schockmomente blieb mir beim Lesen genug Zeit, den Schreibstil und die aufgebaute Welt des Autors wertzuschätzen und von weiter weg zu betrachten.
Viel weiter in der Story möchte ich hier gar nicht vorweg greifen, nur so viel sei von meiner Seite gesagt: Mit dem Ende hätte ich nach allen drei Büchern auf diese Weise nicht mehr gerechnet.


Mitreißend und bewegend, jedoch, wenn auch voller (teils vorhersehbarer) Brutalitäten und Schocker, gehaltvoll genug um zum Denken anzustoßen. Hier bringt nicht nur die Menschheit, sondern auch die Natur Gefahren hervor und trotzdem zeigt der Autor auch die schönen Seiten von Mutter Erde auf.
Nur allerkleinste Schwächen halten mich davon ab, dem Buch 7/7 zu geben.

6/7


ISBN 978-3-86552-293-1
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Donnerstag, 21. November 2019

Ich bin zurück aus dem Sommertief!

Hallöchen meine wundervollen Hübschinetten!

Wie ihr sicher bemerkt habt, war hier eine ganze Weile nichts los, allerdings hatte das seine Gründe. Genau um die Zeit meines letzten Posts, also Ende Juli, wurde mein Leben etwas sehr viel stressiger als zuvor.- Der Uni sei Dank. Nicht.
Ich war dabei drei Hausarbeiten zu schreiben und ich gebe zu, ich hatte mich zeitlich sehr stark verschätzt. Direkt meine erste Hausarbeit nahm viel zu viel Zeit in Anspruch und deshalb hinkte ich mit den anderen beiden sehr hinterher. Ich musste letztendlich alles zum Zweittermin abgeben und nun bin ich endlich wieder (halbwegs) befreit. Vorerst zumindest.
Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, endlich wieder lesen und bloggen zu können, denn ich hatte in all den Monaten kein Buch angefasst, und dann kam das nächste Problem: Mein alter Laptop hat das Zeitliche gesegnet. Alles weg. Alles futsch. Fast zumindest.
Nun habe ich mein Geburtstagsgeschenk zum Glück etwas früher bekommen und kann endlich wieder das machen, was ich so sehr liebe: Lesen und meine Liebe dafür mit euch teilen.♥ 

Ich will gar nicht so viel drumherum reden, denn ich habe einiges vor!
Viele neue Bücher sind eingezogen (ich habe das Vorbestellen für mich entdeckt...) und ich schulde euch noch einige Rezensionen! Außerdem schwirrt wieder eine Menge Gedankenkotze in meinem Kopf herum. Ich bin euch jedenfalls sehr dankbar, dass ihr (fast) alle bei mir geblieben seid! Ich weiß, aktuell werden immer mehr Buchblogs verlassen, aber ich verspreche euch, dass ihr mich nicht so schnell los werdet. Sicherlich kann es nächstes Jahr wieder dazu kommen, dass ich in ein Hausarbeitentief falle, aber diesmal bin ich wenigstens vorbereitet, denn glaubt mir, ich habe aus meinem letzten Fehler gelernt.

Annabel

melissa mccarthy that moment when gif

Dienstag, 23. Juli 2019

{Gedankenkotze} Es ist okay, eine Leseflaute zu haben


Das Thema „Leseflaute“ scheint eigentlich kein so ernstes Thema zu sein, dass man darüber einen extra Post schreiben muss, allerdings lese ich in Büchergruppen immer wieder, wie jemand darüber klagt, dass er einfach keinen Nerv zum Lesen hat und seit Wochen nicht an Bücher ran kommt. Dann wird nach Tipps gefragt und ich bekomme dann immer das Gefühl, dass viele Buchbegeisterte wirklich glauben, dass sie lesen müssen und es ein richtiges Problem darstellt, wenn es einfach mal nicht klappt, ein Buch innerhalb von kurzer Zeit zu verschlingen, denn sonst funktioniert das ja auch.
Ich finde, das ist absoluter Quark. 
Nur weil man zum Beispiel Pizza liebt, isst man ja auch nicht jeden Tag Pizza, oder?
hilary pendleton jd beatty gif
Jeder der regelmäßig liest kennt diese Zeiten, in denen man es einfach nicht fertig bringt, das Lesen selbst zu genießen. Man will eigentlich unbedingt in einem Buch bzw. einer Geschichte versinken oder einfach abschalten und es klappt nicht. Egal, welches Buch man sich greift und wie gut es auch sein mag, über ein paar Seiten kommt man nicht hinaus.- Nun ja, zumindest sehen Leseflauten bei mir so aus und ich denke, mir geht es da wie vielen anderen auch. Im Gegensatz zu „vielen anderen“ versuche ich aber nicht, irgendetwas gegen diese Flauten zu tun, denn ich sehe sie nicht als ein Problem an. Leseflauten kommen und gehen auch wieder und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eher kontraproduktiv ist, wenn ich mich dann auch noch zum Lesen oder Überwinden dieser Flaute zwingen will. Warum auch? Niemand (außer hin und wieder die Uni) zwingt mich dazu, etwas zu lesen außer mir selbst. Und auch, wenn Rezensionsexemplare bereits auf mich warten, zwinge ich mich nicht zum Lesen, denn ich weiß genau, dass das die Rezension nur verfälschen würde. Denn wenn mir im Moment Lesen sowieso keinen Spaß macht, dann wird sich das natürlich auch auf mein Leseerlebnis auswirken. Und glücklicherweise hatte ich noch nie einen Autor/eine Autorin oder einen Verlag im Nacken sitzen, der gedrängelt hat. Vielleicht habe ich da auch Glück, aber bisher habe ich nur Leute kennengelernt, die meinten, sie warten lieber etwas länger auf eine Rezension, als ein absolutes Zeitlimit zu setzen und am Ende jemandem den Spaß am Lesen zu nehmen, weil man etwas geliefert haben will.
(An dieser Stelle will ich aber noch einmal anmerken, dass ich hier sicher niemanden dazu anspornen will, sich einen Stapel Leseexemplare zu beschaffen, um sie dann einfach irgendwann in ferner Zukunft zu lesen. Ich meine damit nur, das man sich keinen Druck machen sollte, wenn es sowieso nicht klappt, sich auf die Texte zu konzentrieren.)
Lesen ist ein Hobby, eine Ablenkung, eine Leidenschaft oder auch eine Flucht aus dem Alltag, deshalb finde ich, dass man gerade so etwas Schönes frei von Zwang halten sollte. Man schlingt ja auch für gewöhnlich nicht eine Tafel Schokolade herunter, um es endlich hinter sich zu haben, oder weil die gegessen werden muss.
Wie es an meinem Blog-Archiv zu erkennen ist, hatte ich in den letzten 2 Monaten auch so eine Leseflaute. Die Rezensionen sind ausgeblieben und es war für eine Weile still hier. Das finde ich selbst natürlich auch schade, denn ich will sicher nicht, dass mein Blog halbtot wirkt, aber wenn ich nunmal kein Buch länger als 10 Minuten in der Hand halten kann, weil einfach die Konzentration nicht da ist, dann ist das eben so. Ich habe mich einfach auf andere Dinge konzentriert, war mehr draußen in der Natur, habe neue Musik und Serien entdeckt und auch zwei Zeitschriften abonniert, von denen mir eine sogar wieder die Lust am Lesen zurückgegeben hat.- Ohne, dass es meine Absicht war.
Nun habe ich in kürzester Zeit vier Bücher beendet und bekomme immer noch nicht genug.
Was ich damit sagen will: Akzeptiert es einfach, wenn euer Hirn gerade nicht empfänglich für das geschriebene Wort ist. Macht andere schöne Dinge und vor allem: Nehmt den Druck von euch.


Und statt nun Tipps gegen Leseflauten aufzulisten, dachte ich, ich schreibe euch einfach mal ein paar positive Punkte auf, die Leseflauten in meinem Fall mit sich bringen.

  1. Nach der Leseflaute greife ich oft zu Büchern, die ich sonst nie in die Hand genommen hätte. Ich bekomme einfach spontane Lust auf Literatur außerhalb meines typischen Geschmacks und entdecke so Neues.
  2. Die Zeit, die ich sonst lesend verbringe, fülle ich einfach anders. Ich mache mehr kreatives Zeug, schreibe selbst, zeichne oder entdecke neue Inspirationen.
  3. Ich beschäftige mich anders mit Büchern. Das klingt erst mal komisch, aber ich lese in solchen Zeiten viel intensiver andere Rezensionen, Klappentexte oder Artikel und Posts über das Lesen. Man kann also sagen, ich erweitere meinen „buchigen“ Horinzont in Leseflauten.
  4. Ich putze. Wie verrückt. Nein, ich wohne sonst nicht in einem Saustall. Ich habe einfach etwas mehr Zeit und nutze die dann, um meine Bücher komplett abzustauben oder neu zu sortieren, aufzuräumen oder auch Dinge auszusortieren, von denen ich mich später über ebay oder Kleiderkorb trenne.
  5. Meine Vorfreude auf kommende Bücher und die Lesestunden mit ihnen wächst.
  6. Wenn ich dann wieder einfach drauflos lesen kann, sind die ersten Bücher nach der Leseflaute viel eingehender und intensiver.

Wie nehmt ihr Leseflauten wahr? Gibt es unter euch auch welche, für die sie einfach zum "Leseleben" dazugehören? Oder gibt es auch jemanden unter euch, der sie ganz schrecklich findet?

Wie immer bin ich gespannt auf eure Meinung zu dem Thema, also ab mit euch in die Kommentare! ;)