Mittwoch, 17. Oktober 2018

{Blogtour} Das Fehlen des Flüsterns im Wind - Tag 3 - Wölfe und Eulen | + Gewinnspiel

Heute bin ich mit meinem Beitrag für die Blogtour zur wundervollen Kurzgeschichtensammlung „Das Fehlen des Flüsterns im Wind“ von Miriam Schäfer dran und ich dachte mir, ich picke mir eine Geschichte heraus und befasse mich mit ihr etwas mehr. „Claire“, die Kurzgeschichte, für die ich mich entschieden habe, wurde sogar mit dem Deutschen Phantastik Preis für die "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte" ausgezeichnet. Ohne die Handlung von „Claire“ allzu sehr zu spoilern, möchte ich euch heute zwei Tiere vorstellen, die meiner Meinung nach nicht nur sehr wichtig für die Interpretation dieser Kurzgeschichte sind, sondern auch dem Leser die Möglichkeit geben, diese auf verschiedenste Weisen auszulegen. Zwar bietet eine Kurzgeschichte immer recht großen Interpretationsfreiraum, doch beeinflusst auch das Bild, das man von den beiden Tieren, nämlich Eule und Wolf, hat, wie man das Ganze auslegt.
- Meine Rezension findet ihr übrigens hier. -

Der Wolf – Dämonisch und verehrt
Jeder kennt die Geschichten vom bösen Wolf, der Großmütter, Kinder und Zicklein frisst, Häuser zerstört und am Ende von jedem Märchen erschossen, ertränkt oder auf welche Weise auch immer unschädlich gemacht werden muss. Weltweit kennt man ihn, trifft aber in der Mythologie auf unterschiedlichste Versionen des Wolfs. Während er im Christentum mit dem Teufel und der Wolllust gleichgesetzt wird, im Hinduismus grausame Gottheiten begleitet und in der Edda eher einem Dämon entspricht statt einem Tier, gilt er beispielsweise bei den Turkvölkern als „Bruder“ und wird als Stammestotem aufgefasst und auch in der Sage zu „Romulus und Remus“ oder der Geschichte von Mogli wird er zu einer familiären und fürsorglichen Figur. In der ägyptischen Mythologie beschützen sie sogar die Toten in der Form von Anubis. (Wer hier jetzt aufschreien möchte, Anubis sei ein Schakal... *Besserwissermodus an*- Die alten Ägypter fassten oft verwandte Tiere unter einem Oberbegriff zusammen. Alle Caniden, also Hunde, Wölfe und Schakale waren für sie also eine tierische Version von Anubis. *Besserwissermodus aus*)
Während die scheinbar unbändige und wilde Natur der Wölfe dem Menschen immer wieder im Laufe der Geschichte Angst einjagte, scheint man oft zu vergessen, dass er der Urvater unserer Hunde ist. Aus dem schlimmsten Feind ist also ab einem gewissen Punkt der beste Freund geworden.

Die Eule - Weisheit und Tod
Auch die Eule ist, ähnlich wie der Wolf, sowohl Sinnbild für Gutes als auch für Böses. Schon Aristoteles schrieb der Eule enorme Weisheit zu. Ihre großen Augen und der kleine Schnabel lassen sie fast menschlich wirken, weshalb man damals in ihr einen Teil der eigenen menschlichen Intelligenz sah. Sie war der ausgewählte Vogel der Göttin Athene (Göttin der Weisheit) und beschützte somit auch die Stadt Athen und griechische Heere.
Für viele andere Kulturen, vor allem abendländische ist sie allerdings auch ein Sinnbild des Todes. Eulen wurden nachts durch Licht angelockt und so glaubten die Menschen, sie würden die Seelen der Toten holen wollen. Man geht davon aus, dass die Eule auch für die alten Ägypter eher mit dem Negativen verbunden war. Scheinbar fürchtete man sich vor ihrer Nachtaktivität, ihrem durchdringendem Blick und ihrem Schrei. Selbst mumifizierten Eulen wurde der Kopf abgetrennt, bevor man sie in die Gräber legte. Auch im europäischen Mittelalter fürchtete man die Eule, da sie mit Hexen und Magie in Verbindung gebracht wurde. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten hielt sich sogar der grausame Brauch, lebende Eulen mit ausgebreiteten Flügeln an Scheunentore zu nageln, um Vieh und Mensch vor Naturgewalten zu schützen.
Nicht ganz so negativ behaftet ist ihre Rolle in vielen Naturreligionen. Von Amerika bis China und über Afrika hinweg gilt sie als Vermittlerin zwischen den Welten und begleitet die Seelenwanderung der Verstorbenen.

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Und nun zum Gewinnspiel
Der Acabus Verlag stellt ein Print von "Das Fehlen des Flüsterns im Wind" für mich zur Verlosung bereit. Dieses wunderschöne Kunstwerk (sowohl von innen als auch außen) könnte also bald auch in eurem Regal stehen. Alles, was ihr dafür tun müsst: Beantwortet folgende Gewinnspielfrage als Kommentar unter diesem Post:

In welches Tier würdest du dich für einen Tag verwandeln wollen?

Leser meines Blogs müsst ihr nicht sein, allerdings würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihr zum Lesen bei mir bleiben würdet. ;)

Teilnahmebedinungen
- du bist 18 oder hast die Erlaubnis deiner Eltern/eines Erziehungsberechtigten
- du wohnst in der EU
- du hast die Gewinnspielfrage beantwortet
- der acabus Verlag haftet in keiner Form für mittelbare oder unmittelbare Schäden, die sich aus der Teilnahme an der Aktion oder der Nichterreichbarkeit des Internet-Servers ergeben. - Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeschluss ist der 20.10.2018 um 23:59 Uhr.
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Die ganze Blogtour im Überblick
15.10. - Buchwanderin
17.10. - Bookdemon
19.10. - Phantastische Fluchten

Unter jedem dieser Beiträge könnt ihr Prints, E-Books und kleine Goodie-Pakete gewinnen! - Vorbeischauen lohnt sich also. ;)  


Donnerstag, 11. Oktober 2018

{TTT} 10 Bücher nach Seitenzahlen



386 ~ 11. Oktober: 10 Bücher nach Seitenzahlen (1xx, 2xx, 3xx … 10xx)

Ich habe mich mal ein bisschen auf die Suche begeben, und ein paar Bücher herausgesucht. Unter ihnen sind sowohl alte als auch neue und manche von ihnen hatte ich fast vergessen. Endlich mal wieder ein TTT, bei dem ich nicht alle 10 vollbekomme. ;) Die Klappentexte zu den Büchern findet ihr etwas weiter unten.

So sieht mein Bücherstapel aus:


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Die Vollstrecker der Königin 1 - Der Baeldin-Mord (Angelika Diem)
Mord ist niemals gut. Auch wenn es "nur" eine Kammerzofe trifft. Die rein zufällig auf einem Schloss Dienst tut, auf dem sich eine politisch wichtige Heirat anbahnt.
Warum aber fühlt sich die Königin gefordert, einer bloßen Zofe wegen eine ihrer fähigsten Ermittlerinnen in die nördliche Provinz zu schicken?
Vollstreckerin Caitlynn stellt schnell fest, das ihre Aufgabe alles andere als einfach ist. Unschuldige fühlen sich schuldig, viele Schlossbewohner haben ein Motiv, und Caitlynns Magie stößt an ihre Grenzen.
War die Zofe am Ende doch nicht so unwichtig?

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13 - Das Tagebuch (Carl Wilckens)
Godric End, Symbolfigur des Bürgerkriegs in Dustrien, ist in Gefangenschaft geraten. Für eine Zigarette pro Tag erzählt er den Insassen von Zellenblock 13 seine Geschichte:
Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete. Meine Jugend verbrachte ich im Rumpf der Swimming Island, fern vom Sonnenlicht. Erbarmungslose Piraten waren meine Familie. Hunger war mein einziger Freund. Worte wie Vertrauen oder Hoffnung bedeuten mir nichts. Das Leben eines Menschen ist für mich nicht mehr wert als das einer Ratte. Ich bin mehr Bestie denn Mann und ich giere nach einer Droge namens Perl.
Trotzdem nennt man mich einen Helden. Einen Freiheitskämpfer. Aber die Wahrheit über mich ist ein scheues und manchmal hässliches Tier.
Ihr glaubt, die Magie sei ein Mythos. Aber es gibt noch Alchemisten an den verborgenen Orten dieser Welt. Und ihr ahnt nicht, welche Gefahr hinter den Spiegeln lauert. Ihr habt vermutlich nicht einmal bemerkt, dass die Sterne am Himmel einfach verschwinden.
Ihr sollt meine Geschichte hören. Von meiner Zeit als Auftragsmörder und von meiner ersten Liebe. Vom Tagebuch, mit dem alles begann. Von der Suche nach meiner Schwester und dem Untergang der Welt.

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Lasst uns schweigen wie ein Grab (Julie Berry)
Als aus heiterem Himmel die Direktorin und ihr Bruder beim Sonntagsessen vor ihren Augen tot vom Stuhl fallen, haben die sieben Schülerinnen des St. Etheldra Mädcheninternats die Wahl: Entweder erzählen sie von den Todesfällen und werden nach Hause geschickt, oder sie vertuschen den Vorfall und haben die fantastische Chance, das Mädcheninternat selbst zu führen – ganz ohne die Kontrolle von Erwachsenen! Also schaufeln sie den beiden ein Grab im Garten und pflanzen einen hübschen Kirschbaum darauf. Doch das ist erst der Anfang. Für ihren Traum von der eigenen Schule verstricken sich die Mädchen in ein fulminantes Netz aus raffinierten Lügen, während der Mörder noch frei herumläuft … Eine skurrile Krimi-Komödie mit viel schwarzem Humor

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Der Schatz der Gläsernen Wächter (Dane Rahlmeyer)
Im Königreich Miloria lebt Kriss, die Tochter der berühmten Archäologin Brialla Odwin und mit sechzehn Jahren selbst eine geachtete Archäologin. Für viele gilt sie als Wunderkind, aber Kriss sagt, sie hat einfach nur ein gutes Gedächtnis – und eine noch bessere Lehrerin.

Von einer Ausgrabung in einem alten Wüstentempel zurückgekehrt, erhält Kriss von der wohlhabenden Baronin Nejana Gellos den Auftrag, die sagenumwobene Insel Dalahan zu finden. Viele sind auf der Suche nach der Insel verschollen – so auch Kriss’ Mutter, ebenfalls Archäologin. Begleitet von dem ehemaligen Straßenjungen Lian macht sich Kriss auf die gefahrvolle Suche. Dabei ist ihr der abtrünnige General Ruhndor dicht auf den Fersen – und er wird vor nichts Halt machen, um die Insel zu finden.

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Silenus (Robert Jackson Bennett)
Silenus. Wie eine Rauchschwade hängt dieses Wort in der eisigen Winterluft. Auf längst verblassten Eintrittskarten prangt dieser Name in geschwungenen Lettern. Von verwaschenen Theaterplakaten lächelt ein Gentleman mit Zylinder und kalten, blauen Augen herab. Der 16-jährige George durchstreift das Land auf der Suche nach diesem Mann. Doch Silenus und seine Schausteller gleichen einem Phantom. Warum fliehen sie von Stadt zu Stadt? Weshalb vermag sich niemand an ihre Show zu erinnern? Und welche Gefahr geht von den seltsamen Herren in Grau aus? Als George das Geheimnis von Silenus entschlüsselt, hat er sich längst in ein unheimliches Netz verstrickt, aus dem es kein Entkommen gibt.

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Nordland - Hamburg 2059 - Freiheit (Gabriele Albers)
Hamburg im Jahr 2059. Die Bundesrepublik ist Geschichte. Die nördlichen Bundesländer haben sich zu „Nordland“ zusammengeschlossen, einem Staat, in dem allein das Geld regiert. Politiker, Richter, Frauen – in Nordlands Hauptstadt Hamburg ist alles käuflich. Als ein Mann aus dem heruntergekommenen Schanzenviertel für ein Verbrechen hingerichtet wird, das er nicht begangen hat, regt sich ein lang vergessener Widerstand. Lillith, die zu den reichen Birds gehört, sympathisiert mit den Rebellen. Sie ahnt, dass mehr hinter dem Aufstand steckt. Aber Nordland ist ein gefährlicher Ort für Frauen, die das bestehende System hinterfragen. Die Männer an der Spitze räumen jeden aus dem Weg, der das fragile Gleichgewicht des Landes bedroht. Und Lilliths Vater ist nicht dafür bekannt, Ausnahmen zu machen …

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Aschamdon (Valerian Caithoque)
Rafaela jagt dem Geheimnis des ewigen Lebens nach. Atila glaubt, den Schlüssel für grenzenlosen Reichtum und Ruhm in den Händen zu halten. Sie folgen einer rätselhaften Spur, die sie durch die Epochen der Menschheitsgeschichte führt. Doch bevor sie das mehr als 40.000 Jahre alte Geheimnis lüften können, geraten sie zwischen die Fronten eines Krieges, den die übermenschlichen Ariach seit Äonen austragen.

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Zauberin des Lichts (Terry McGarry)
Ein Reich, das seit Jahrhunderten durch mächtige Magier geschützt wird. Ein Mädchen mit Namen Liath, das zur Zauberin des Lichts ausgebildet wird und plötzlich ihre Kräfte verliert. Und ein schreckliches Geheimnis – dies ist der Beginn eines großen Abenteuers, in dem Liath ihrer Bestimmung folgen muss, die ihr Leben und das Schicksal ihres Landes für immer verändern wird …

Einst schuf die Zauberin Galandra das geheimnisvolle Inselreich Eiden Myr, das mächtige Magier, die Ennead, zum Wohle der Menschen schützen. Doch Generationen später droht das Gefüge auseinander zu brechen. Gesandte der magischen Gilde durchkämmen die Insel nach einem Abtrünnigen, der sich den schwarzen Künsten verschrieben haben soll, um Eiden Myr zu vernichten. In dieser Zeit absolviert die junge und talentierte Zauberin Liath ihre letzte Prüfung und wird zur Illuminatorin ernannt. Der Tradition gemäß will sie sich auf Wanderschaft begeben, um sich einer Triade aus Magiern anzuschließen und Menschen zu heilen. Dann aber wird ein Mann aus ihrem Dorf lebensgefährlich verletzt, und als Liath ihn retten will, versagt ihre magische Kraft. Verzweifelt macht sie sich auf den Weg zur Feste der Ennead. Als sie dort um Hilfe bittet, schließen die Magier mit ihr einen schicksalhaften Pakt: Binnen Jahresfrist soll sie den Schwarzmagier finden, nur dann erhält sie ihr magisches Licht zurück. Liath hat keine Wahl, sie begibt sich auf den gefährlichen Weg durch das herbe Land Eiden Myrs. Doch sie hat nicht mit der bezwingenden Macht des abtrünnigen Magiers gerechnet …

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Die Herren der Grünen Insel (Kiera Brennan)
Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone

Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut?

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Orks: Die komplette Saga (Michael Peinkofer)
Eine halbe Million verkaufte »Orks«-Romane sprechen für sich: Michael Peinkofer hat mit den epischen und verrückten Abenteuern der Ork-Brüder Balbok und Rammar unvergessliche Bestseller geschaffen. Nun sind erstmals alle Abenteuer der Orks in einem Band vereint. Erdwelt scheint dem Untergang geweiht – das einst friedliche Reich der Orks, Elfen und Menschen ist entzweit, und ein uralter Feind wartet nur auf den richtigen Moment, um seine grausamen Truppen zu vereinen und die Macht über Erdwelt an sich zu reißen. Wenn nicht … ja, wenn nicht Balbok und Rammar wären, die faulsten Orks des ganzen Stammes, die eigentlich nichts im Sinn haben, als bei Blutbier und Gnomengulasch in den Tag hineinzuleben. Ausgerechnet sie müssen die Welt retten – und das gleich drei Mal! Denn dieser Band vereint alle drei Romane um Balbok und Rammar erstmals komplett zum absoluten Bestpreis. Ein Feuerwerk für alle Ork-Fans!

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Dienstag, 9. Oktober 2018

{Rezension} Was ihr nicht seht

Kate ist eine mutige Frau, die als Kriegsreporterin kein Risiko scheut. Ihre Vergangenheit an der südenglischen Küste hat sie lange hinter sich gelassen. Erst als ihre Mutter stirbt, kehrt sie zurück nach Herne Bay, wo ihre Schwester Sally noch immer lebt. Aber Kate spürt vom ersten Tag an, dass die Heimkehr unter keinem guten Stern steht. Sie hat furchtbare Albträume und hört Stimmen, die ihr keine Ruhe lassen. Und so glaubt ihr auch niemand, als sie meint, die Schreie eines Jungen aus dem Nachbargarten zu hören. Doch Kate will der Sache auf den Grund gehen – nicht ahnend, dass sie und ihre Schwester dadurch in tödliche Gefahr geraten …

Figuren
Um nicht zu spoilern werde ich euch hier nur eine Hauptfigur vorstellen: Kate. Kate ist fast 40 als der Tod ihrer Mutter sie aus Syrien zurück in die Heimat bringt. Das Verhältnis zum Rest ihrer Familie ist eher schlecht, weshalb sie ihre Tage eher einsam verbringt und ihre Ängste, die sie als Kriegsreporterin aus Krisengebieten mit sich herumträgt, noch weiter geschürt werden. Als sie dann plötzlich Dinge sieht, die andere nicht sehen, ist es kein Wunder, dass ihre Worte an Glaubwürdigkeit verlieren.

Schreibstil
Fand ich in den ersten Kapiteln Nuala Ellwoods Schreibstil noch recht trocken, beweist er sich nach und nach trotzdem als sehr emotional. Nicht zuletzt dadurch, dass die Autorin Kate zu der Verkörperung von Schmerz in unterschiedlichen Facetten gemacht hat, zieht jeder Satz wahrlich in die Knochen.


Inhalt
Kate befindet sich nach ihrer Heimkehr bei einer Psychologin und es dauert nicht lange, bis sich herausstellt, dass sie dort in Gewahrsam genommen wurde. Ihr Leben und der eigentliche Kern der Handlung bauen sich nach und nach durch das Erzählte zusammen und selbstverständlich hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, warum Kate festgehalten wird. Zwar wirkt sie labil, aber nicht gefährlich. In den Kapiteln, in denen ich sie vor der Festnahme in ihrer Heimat begleite, setzen sich aber langsam die Puzzleteile zusammen. Kate wird nicht nur von Flashbacks von Kriegsszenarien verfolgt, sondern auch von Stimmen und einem kleinen Jungen, den offenbar nur sie sehen kann.
„Was ihr nicht seht“ besteht, ganz grob gesehen, aus zwei Teilen:
Im ersten Teil überwiegen das Drama und die Tragik in Kates Leben. Hier stehen vor allem ihre Familie, eine verlorene Liebe und ihre Posttraumatische Störung im Mittelpunkt. All das wird im zweiten Teil jedoch über den Haufen geworfen, als Kate auf die Hinterlassenschaft ihrer Mutter stößt. Plötzlich stellt nicht nur sie, sondern auch ich, alles in Frage und absolut nichts wirkt mehr so wie vorher. Hier beginnt der wirklich spannende Teil, der dieses Buch für mich zu einem ganz besonderen Thriller macht.
Ich verrate nur so viel: Ab ungefähr der Hälfte des Buches wird alles aus der Sicht einer anderen Person erzählt und ab diesem Zeitpunkt beginnt der wirklich kranke Shit. Die ganze Story nimmt ein unerwartetes Bild an und hebt sich nun extrem von der ersten Hälfte des Buches ab. Alles wendet sich zum Schlimmeren und Realeren, ergibt mehr Sinn und sorgt immer wieder nicht nur für Aha-Momente sondern auch für Gänsehaut.

Hatte sie Recht? Bin ich einfach nur ein neugieriges Stück? Ich weiß es nicht. Ich kann mein Gehirn nicht lange genug stillstehen lassen, um klar zu denken. 
Seite 144

Ein Thriller, der ruhig beginnt und ab der Hälfte derart an Fahrt aufnimmt, dass es plötzlich ist, als würde man einen irren Traum durchleben.
6/7
ISBN: 978-3-442-20548-6
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Samstag, 6. Oktober 2018

{Rezension} Blut - Der Vampirkiller von Wisconsin

Dr. Jessica Coran ist eine Expertin, wenn es darum geht, in die Gedankenwelt von Mördern und Gewaltverbrechern einzudringen. Als Gerichtsmedizinerin beim FBI glaubte sie, bereits alles gesehen zu haben – bis zu jenem Tag in Wisconsin. Als sie das Erste seiner Opfer sah … 

Er foltert seine Opfer auf besonders bestialische Weise – indem er sie vollständig ausbluten lässt. Die Zeitungen nennen ihn bereits den Vampir-Killer. Und er schreibt Liebesbriefe an jene Ermittlerin des FBI, die für ihn Jäger und Beute zugleich ist: Dr. Jessica Coran.

Figuren
Jessica, die sogenannte „Leichenfledderin“ ist zwar noch sehr jung, geht aber trotzdem sehr professionell an alles heran, das sie anfasst. Sie ist „die Neue“ im Schlag und wird vielerorts kritisch von ihren Kollegen beäugt, obwohl sie sich oft als mehr als fähig beweist. 

Schreibstil
Robert W. Walker hat hier wirklich ein hochkarätiges Gemetzel geschaffen. Er hat ein Talent dafür, Angst zu schüren und herausragende Protagonisten zu schaffen. Nicht selten haben mir seine Worte und das, was er seine Figuren tun lässt, auf den Magen gedrückt.


Inhalt
Dass dieses Buch ein sehr blutiges „Abenteuer“ wird, war mir schon von der ersten Seite an klar. Eine Leiche wird gefunden und allein die Handschrift des Killers am Opfer und im Mord- beziehungsweise Ausblutungsprozess machen ihn für mich zu einem morbid interessanten Monster. Das wird auch nicht zuletzt dadurch unterstützt, dass der Autor außerdem immer wieder kurze Einblicke in die Denkweise des Vampirkillers erlaubt, was nicht nur faszinierend sondern auch zugleich abschreckend ist. Einwerfen muss ich hier meiner Meinung nach allerdings, dass der Klappentext ein bisschen irreführend ist. Ich habe erwartet, dass der Killer ein wahres Psychospiel beginnt, indem er Jessica die dort erwähnten Liebesbriefe schreibt. Allerdings existiert nur ein einziger Brief und weder aus gesunder, noch auch psychisch völlig gestörter Sicht, ist das ein Liebesbrief gewesen. An sich nicht wirklich wichtig für die Handlung, trotzdem wollte ich das hier mal erwähnt haben.

Durch die intensive Bearbeitung des Falls bleibt den Figuren nur wenig Stress um anderes und Otto, ein weiterer Ermittler und der sogenannte „Rattenmann“, riskiert sogar einiges für die Auflösung der Morde. Jeder ihrer Handgriffe wirkt sehr gut recherchiert, seien es die Vorgehensweise der Ermittler und Labore, die Arbeit in der Forensik, das Equipment oder die Details der Wunden an den Leichen. Es hat sich oft nicht wie Lesen angefühlt, sondern wie das Sehen einer Dokumentation. Für die Gesamtstimmung fiel für mich beim Lesen zusätzlich ins Gewicht, dass diese Morde nur zwei Jahre nach Dahmer stattfinden, selbst die Figuren erwähnen ihn hin und wieder. Das mögen vielleicht nur ein paar Nebensätze sein, die sich auf ihn beziehen, trotzdem verleihen diese wenigen Worte dem gesamten Buch mehr Realität, was ich gerade bei so einer Story wirklich schätze. 

Auf allen Vieren fängt er ihr Lebensblut mit seinem Mund auf, schluckt es warm und spürt, wie ihre äthergleiche Seele in seine Eingeweide strömt, ihm ihre ganze Essenz preisgibt. Blutopfer... so alt wie die Zeit und die Menschheit selbst.
Seite 65

Sie war für ihn nur ein Eimer voll Blut. Jeder, den er sah, war für ihn nur ein Eimer voll Blut. Aber junge Mädchen waren hübschere Eimer.
Seite 218

Sie war an einem dunklen Ort, bedrückend, in seiner absoluten Schwärze, aber auch auf gewisse Weise tröstlich. Sie spürte nichts mehr... doch an den Rändern der Dunkelheit, in welche sie gestoßen worden war, lauerte die Angst, wie die Dämonen, die es auf die abgesehen hatten.
Seite 349

Ohne viel Schnickschnack aber mit literweise Blut sorgt der Autor auf jeder Seite für Gänsehaut.
7/7

ISBN: 978-3-95835-322-0
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

{Rezension} 13 - Die Anstalt

Achtung! Hierbei handelt es sich um Band 2 einer Reihe. Schau doch auch bei meiner Rezension zu Band 1 vorbei.

Godric End, ehemaliger Auftragsmörder auf der Swimming Island, erzählt den Insassen von Zellenblock 13 seine Geschichte:

Die Suche nach meiner Schwester führt mich nach Treedsgow. Ich bin halb erfroren und ausgehungert, als ich dort ankomme. Die einst wohlhabende Stadt wird von Banditen beherrscht. In der Nervenheilanstalt Sankt Laplace macht der Leiter fragwürdige Experimente an Menschen.

Ich vertraue niemandem, aber ich wage zu hoffen. Ich bin ein Lügner. Ein Dieb. Ein Killer. Um meine Ziele zu erreichen, ist mir jedes Mittel recht. Trotzdem nennt man mich einen Helden. Aber die Wahrheit über mich ist ein scheues und manchmal hässliches Tier.

Wer immer noch glaubt, die Magie sei ein Mythos, hat die Zeichen nicht gesehen. Sie war lange verschollen, aber jetzt wagt sie sich langsam hervor und zeigt mir die Welt hinter den Spiegeln. Währenddessen verlöschen die Sterne.

Ihr sollt meine Geschichte hören. Von meiner Zeit in Treedsgow und meiner Begegnung mit dem König der Banditen. Von meinen unfassbaren Entdeckungen in der Nervenheilanstalt Sankt Laplace, von der Welt hinter den Spiegeln und dem Untergang der Welt.

Finster, bedrohlich und unglaublich mitreißend.

Figuren
Godric End beweist im zweiten Band, dass er nicht nur ein Antiheld ist, sondern auch irgendwie seine freundlichen Seiten hat. Nicht nur während er seine Geschichte erzählt, sondern auch im Gefängnis erlaubt er immer mehr Einblicke in sein Inneres und zeigt neue Seiten an sich. Trotzdem bleibt er auch zu einem Großteil dem Bild treu, das ich im ersten Band von ihm bekommen habe.

Schreibstil
Auch, wenn ich den Schreibstil von Carl Wilckens schon im erste Band sehr mochte, muss ich sagen, dass er im zweiten noch einmal deutlich gereift ist. Die Sätze sind weniger unkontrolliert und und es werden größere Kontraste geschaffen. Dieser Autor versteht sich wirklich darauf, mit naturgegeben Ängsten der Menschheit zu spielen, seien es das eigene Spiegelbild, huschende Schatten oder die Furcht vor dem Unbekannten.
Abgesehen davon ist dieser Band außerdem noch düsterer als sein Vorgänger und besitzt auch mehr phantastische Elemente, die den Inhalt nur noch mehr bereichern.
 

Inhalt
(Eigentlich würde ich euch hier gern wirklich viel zum eigentlichen Inhalt schreiben, allerdings befürchte ich, dass fast jeder Satz über eines der Geschehnisse im Buch ein Spoiler sein könnte. Bei so einer kompakt geschriebenen Story ist das keine Überraschung, denke ich. 
Ich hoffe, ich kann trotzdem einen kleinen Eindruck mit dem vermitteln, was ich gelesen habe, ohne etwas vorwegzunehmen.)
Zugegeben- die Geschichte in „13 - Die Anstalt“ wirkt zu Beginn auf mich noch relativ durcheinander, allerdings ohne wirklich chaotisch zu sein. Irgendwie fand ich das beim Lesen sogar angenehm, denn es gibt nicht nur ein Feeling für den ganzen Inhalt des Buches zurück sondern hat mir auch dabei geholfen, mich nach wenigen Seiten wieder völlig in diesen grotesken Traum fallen lassen zu können, den Godric End sein Leben nennt.
Mir ist aufgefallen, dass es in dieser Geschichte keine feste Konstanz gibt, das würde auch Godric oder dem Schreibstil des Autors gar nicht entsprechen. Neue Figuren, Monster und Orte lassen es gar nicht zu, dass während des Lesens Langeweile aufkommen kann. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einen Roten Faden, der so geschickt um alles gewunden ist, dass dieses geordnete Chaos um ihn herum schon fast gar nicht mehr als Chaos zu bezeichnen ist und stattdessen immer wieder Sinn ergibt.

Was für mich außerdem ein großes Plus ist: In „Die Anstalt“ gibt es tatsächlich auch eine Karte dieser surrealen Alternativwelt.

Trotzdem schiebe ich auch jetzt noch, während ich diese Zeilen schreibe, alle fünf Minuten die Vorhänge beiseite, weil ich das Gefühl nicht loswerde, dass jemand die Wohnung beobachtet. Aber ich sehe niemanden. Bloß mein eigenes Spiegelbild im Fensterglas vorm dunklen Hintergrund der Nacht. Mir ist, als deute es ein Lächeln an.
Seite 40

Gute Künstler lassen uns an ihren Gefühlen teilhaben. Ein Maler kann seine Freude in Farbe bannen, ein Bildhauer in Stein. Und ein Musiker... ein Musiker kleidet sich in Töne, eine hörbare Aura, die unser Inneres in allen Farben des Gefühlsspektrums tränkt.
Seite 143

Eine würdige Fortsetzung zu Band 1 mit gereiftem Schreibstil und noch mehr Düsternis.
7/7
ISBN: 9783862825721

Band 1
Dreizehn. Das Tagebuch. Band 1
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