Sonntag, 25. September 2016

{Rezension} Ghost 1.1 - Verflucht

Elenora Dumont flüchtet sich gerne in fiktive Welten, um ihrem tristen Alltag zu entkommen. Niemals hätte sie für möglich gehalten, dass Übernatürliches tatsächlich existiert.
Doch dann bekommt sie unerwartet Besuch. Ausgerechnet Tante Gitty, die sich schon vor Jahren zu Tode getrunken hat, zeigt Elenora, welche unglaublichen Fähigkeiten in ihr schlummern.
Ihre Eltern haben eine eigene Theorie über den Zustand ihr Tochter: Geisteskrankheit. Doch die Toten sind nicht Elenoras einzige Sorge, denn auch Lebende machen Jagd auf Menschen mit besonderen Fähigkeiten, und sie haben Elenora bereits im Visier.

Eli entspricht ziemlich genau dem Bild von Goth-Kids das immer wieder in Film und Buch auftaucht - Zumindest zu Beginn. Sie stammt aus reichem Hause, ist jedoch eine schwere Enttäuschung für ihre Familie, welche in einer Welt aus Gold und Zuckerwatte lebt, mit der Eli sich jedoch absolut nicht identifizieren kann. Allerdings zeigt Eli nach und nach, dass mehr als nur ein Klischee in ihr steckt.
Spätestens als sie in der Irrenanstalt landet, weil der kettenrauchende Geist ihrer Tante sie heimsucht, offenbart sich wunderbar, wer und vor allem was wirklich in ihr steckt. Ihr starker, neugieriger und auch ruhiger Charakter kommt zum Vorschein und macht sie zu einer sehr liebenswerten und vor allem menschlichen Figur. Sie entspricht zwar so gar nicht dem Bild einer Superheldin, aber auch nicht dem Bild einer 08/15 Person. 
Caroline G. Brinkmann hat es sehr clever geschafft, eine eigens für ihr Buch gedachte Welt zu kreieren, die trotzdem immer noch in das Aurora-Universum gehört. Einmal dadurch, dass Eli in der „Unterwelt“, einem düsteren Stadtteil, lebt. Und einmal dadurch, dass ein Großteil des Buches in der Psychatrie spielt, welche auch nochmal eine eigene Welt ist. Das bringt nicht nur Abwechslung in die Aurora-Reihe, sondern gibt „Verflucht“ auch den Charakter, ein alleinstehendes Buch zu sein. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass sich dieser Band auch relativ unabhängig von den anderen lesen lässt. Wie das mit den Fortsetzungen aussieht, kann ich hier aber noch nicht sagen.
Außerdem schreibt die Autorin nie leere Sätze. Ihr Schreibstil ist „gut bekömmlich“ und entspricht meiner Meinung nach genau der Art von Schreiben, die perfekt auf 1000-Seiten-Schinken passt.
Mit lesbarem Können hat sie ein Buch geschrieben, dass schräg beginnt, immer verrückter wird und am Ende den Charakter eines guten japanischen Horrorfilms annimmt.

Robin sprang auf, um ein Luftgitarrenkonzert hinzulegen. 
Er sah aus, als hätte er einen epileptischen Anfall im Stehen.
Pos. 253

"[...] Du bist ein Superheld, Batgirl." 
Ein Superheld in der Klapse. Große Klasse!
Pos. 1092

Ein Buch, das man super in einem Rutsch verschlingen kann, um Abwechslung ins Leseleben zu bringen.

7/7

Etwas, das ganz besonders an den Aurora Büchern ist: Sie nehmen sogar Bezug auf "666" von M. H. Steinmetz, spielen also im gleichen Universum!
Rezension zu 666 - Hell's Abyss




 Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Montag, 19. September 2016

Neues Projekt: "Einen Augenblick für..."

Wenn ich im Schlechtwetter-Delirium liege mache ich bekanntlich komische Sachen. Diesmal war ich jedoch erschreckend produktiv und habe mir direkt ein neues Format für Bookdemon ausgedacht. Denn gerade seit den letzten Monaten arbeite ich sehr viel mit Selfpublishern und kleineren Verlagen zusammen und ärgere mich doch immer wieder darüber, warum viele von ihnen so "ungesehen" bleiben oder es noch sind. Das würde ich gern ändern- Zumindest soweit es meine Möglichkeiten zulassen. Und da tägliche/ wöchentliche Aktionen nichts so richtig für mich sind, bzw. ich vielleicht auch einfach noch nicht die richtige für mich gefunden habe, habe ich mir kurzerhand selbst was überlegt.


"Einen Augenblick für..." soll das Ganze heißen. In diesem Format möchte ich Autoren und Verlagen etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Das Format wird dann so aussehen, dass regelmäßig oder auch unregelmäßig Posts hier auf meinem Blog erscheinen, in denen Autoren und Verlage (so ziemlich) freie Hand darüber haben, was sie schreiben und mitteilen wollen. In welcher Form das genau sein wird, weiß ich noch nicht recht. Wahrscheinlich werden es kurze Artikel über Schaffensprozesse, Werke und Besonderheiten. Interviews und Gewinnspiele wären auch möglich.- Je nachdem, wie ich auch Zeit habe, da ab Oktober wieder die Uni nach mir ruft.

melissa mccarthy that moment when gif

Ein paar Leute habe ich bereits im Hinterkopf, die hier auf jeden Fall auftauchen sollten. Falls ihr auch Vorschläge habt oder denkt, ihr passt selbst in dieses Format, dann schreibt einfach einen Kommentar und eine Mail und alles weitere lässt sich klären.:)



Samstag, 17. September 2016

Wie schreibe ich eine Rezension?

Ganz zu Beginn möchte ich etwas bemerken, dass mir schon ewig die Nerven zermürbt. Immer wieder lese ich, dass einige von einer Rezession statt einer „Rezension“ reden. Keeeiiiine Ahnung, wie man auf sowas kommt, aber damit das ein für allemal geklärt ist und die Germanistin in mir ihre Ruhe findet:

Rezension: Eine subjektive (niemals objektive) Kritik.
Rezession: Zustand, in dem sich eine Volkswirtschaft befindet, wenn sich ihr Wachstum in mindestens zwei Quartalen negativ entwickelt und Vorstufe einer Depression.

Und wenn ich damit allein schon einer Person geholfen habe, ist hiermit mein Auftrag erfüllt.


Die Idee zu diesem Post habe ich schon eine ganze Weile, habe es aber lange nicht geschafft, mich dazu aufzuraffen. Da mein Blog aber immerhin zum Großteil aus Rezensionen besteht und nun wieder eine Zeit kommt, in der sehr viele erscheinen werden (Ich glaube, 12 Bücher warten noch auf ihre baldige Bewertung...), ist so ein Artikel doch eine ganz nette Idee als Abwechslung.
Wie auch immer...
Das hier wird lediglich eine Beschreibung des Ablaufs, wie ich meine Rezensionen schreibe, wie sie entstehen, worauf ich achte, etc.. Ich sage weder, dass mein Weg der ist, den man nehmen sollte, noch sage ich, dass meine Art und Weise zum Rezensieren perfekt ist. Letztendlich muss jeder wohl selbst für sich entscheiden, wie man es am besten macht.:)

1. Das Lesen
Das ist wohl der Schritt, der bei jedem halbwegs gleich aussieht. Man muss schließlich immerhin ein Buch erst einmal kennen, bevor man es bewertet.
Ich persönlich lese nicht regelmäßig. Zumindest habe ich kein wirkliches Schema. Mal fasse ich tagelang kein Buch an, dann lese ich in ein paar Stunden einen ganzen Roman. Meistens greife ich aber erst abends im Bett zum Buch und lese dann, bis ich zu müde bin, um die Buchstaben noch zu sortieren.
Mittlerweile schaffe ich es sogar, bei sehr, sehr lauten Bandproben mit Stöpseln in den Ohren zu lesen. Das sind pro Setlist circa 70 Seiten. So schaffe ich an einem Abend ungefähr 200... Ist doch etwas.:D

Wenn ich eine Anfrage für ein Rezensionsexemplar bekomme, suche ich dann meistens erstmal im Internet etwas herum. Ich überfliege grob 2 bis 3 Rezensionen anderer Buchblogger, damit ich ein ungefähres Bild habe und gebe dann meine Antwort. Diese Rezensionen nehmen aber nie Einfluss auf meine folgende Rezension für das entsprechende Buch. Abgesehen davon, dass ich meist alles eh wieder vergessen habe, bis ich mich ans Buch setzen kann, lasse ich mich bei einer Bewertung von nichts (bewusst) beeinflussen. Selbst, wenn ich jemanden vom Verlag oder den Autor bzw. die Autorin als Person mag, lese ich trotzdem immer noch einmal quer drüber um sicher zu gehen, dass ich auch alles so meine, wie es da steht. Wenn dann mal eine Rezension schlecht ausfällt und ich nur beispielsweise 2 von 7 Punkten gebe, dann tut mir das leid, aber dann ist das eben auch so. (Zumal das eh sehr selten passiert.:D)

Gerade seit 1-2 Jahren habe ich das Gefühl, dass es zu einem Klischee geworden ist, dass Büchersüchtige beim Lesen literweise Tee trinken und nebenbei eine Katze auf ihrem Schoß liegt. Da ich aber keine Katze habe und Tee bei mir eher tassenweise statt gallonenweise getrunken wird, falle ich da wohl raus.


2. Notizen
Ich muss zugeben, früher habe ich mir in dem Sinne keine Notizen gemacht. Ich habe ein paar Zettelchen gehabt, um mir wichtige Stellen zu markieren und habe dann fast frei von der Leber weg die Rezensionen geschrieben.
Glücklicherweise hat sich das geändert. Ich könnte jetzt noch den Kopf schütteln, wenn ich alte Rezensionen von mir lese. Immerhin findet man die auf meinem Blog nicht mehr, also sucht erst gar nicht.:D
Seit ich Bookdemon aber vor einigen Jahren aufgemöbelt habe, nutze ich auch ein Buch, wo ich alles Mögliche reinschreibe. Ich finde es sogar ziemlich witzig anzusehen, wie sich auch meine Notizen verändert haben. Früher waren das immer nur ein paar stumpfe Stichpunkte und mittlerweile muss ich aus jeder Zeile zwei Zeilen machen und manchmal noch Zettel dazunehmen, da das alles sonst immer noch nicht reicht.
Außerdem habe ich eine Vorliebe für Klebezettelchen entwickelt, die ich einfach ins Buch kleben kann. Damit markiere ich dann meine Lieblingszitate, wichtige oder auch blöde Stellen und schreibe mir auch kurze Infos zu den handelnden Personen und der Welt auf. Seit einiger Zeit markiere ich auch mit Bleistift die Stellen, die für mich wichtig sind, nochmal extra. Einfach, damit ich gleich weiß, von wo bis wo diese Stellen gehen. Das ist sicherlich für viele Buchliebhaber ein Alptraum (Und ich bin selbst sehr pingelich bei sowas...) aber ich nehme immerhin nur einen Bleistift und mache die Linien dann auch sehr dünn.


3. Die Rezension
Wenn es darum geht alles in einen Fließtext zu packen, stelle ich mich manchmal sehr komisch an. Hin und wieder kommt es vor, dass ich Tage brauche, bis ich mich dazu aufraffen kann, die Rezension fertig zu machen. Manchmal setze ich mich direkt nach dem Beenden des Buches dran. Das ist ganz abhängig davon, wie ich das Buch fand und ob ich da erstmal noch etwas drüber nachdenken muss.
Eine Richtlinie, wie viel ich schreibe, habe ich nicht. Wenn es nicht viel zu sagen gibt, dann ist das so. Und wenn es tausendmilliarden Worte braucht (Ich hoffe, ich werde niemals ein solches Buch rezensieren müssen...) um eine ordentliche Bewertung zu schreiben, dann nehme ich auch das in Kauf. Ich achte zwar darauf, dass es selbst bei einem Buch mit nur 100-200 Seiten nicht allzu knapp wird, aber wirklich Probleme hatte ich damit noch nie.

Beim Rezensieren achtet ja jeder auf verschiedene Kriterien und jeder Buchblogger geht anders damit um. Da es hier aber eben darum geht, wie ICH eine Rezension schreibe, hier einmal die Kriterien, auf die ich am meisten Rücksicht nehme und die ich auch möglichst immer mit in den Fließtext einbringe:

  • Wie gut bin ich in die Story reingekommen? Wie leicht fiel der Einstieg?
  • Wurden meine Erwartungen erfüllt?
  • War alles verständlich? Musste ich Manches mehrfach lesen, um folgen zu können?
  • Gab es einen Roten Faden?
  • Charaktere → Wer mit wem? Wer ist wichtig? Wen mochte ich und wen nicht?
  • Wie ist der Schreibstil des Autors?
  • Wie individuell ist die Geschichte?
  • Was fehlt dem Buch meiner Meinung nach?

4. Extras
Über meinen fertigen Rezensionen habe ich ja immer noch einmal das Buchcover samt wesentlicher Daten. Ich denke, wenigstens das schaut sich ein Leser im Zweifelsfall meist an. Außerdem entscheidet man ja meist nach diesen Informationen, ob das Buch interessant ist und man sich die Bewertung durchlesen möchte.
Zumal hat man so schnell alles übersichtlich in einer Liste.


Ich denke, zum Fazit muss man nicht viel sagen. Das halte ich für jede Rezension sehr kurz. Ich stelle mir einfach vor, wie ich antworten würde, wenn mich jemand fragen würde, wie das Buch ist. (Wow, welch höchst komplizierter Vorgang. Ich weiß.)

Wie schreibt ihr eure Rezensionen? 
Habt ihr ein bestimmtes Schema?
Was muss eine Rezension eurer Meinung nach haben, um gut zu sein?


Donnerstag, 15. September 2016

{Blogtour} 666 - Hell's Abyss | Thema: Okkultismus

Heute macht die Blogtour zu 666-Hell's Abyss bei mir Halt und ich kann es kaum erwarten, eure Kommentare zu lesen. Ich bin bereits Station 4!
Auf Station 3 findet ihr einige interessante Infos und Geschichten zu Lilith, einer Figur, die es nicht nur in diesem Buch gibt. Und morgen geht es dann schon zu Station 5 weiter, wo ein weiteres Thema behandelt wird, das mich sehr interessiert: Der Son of Sam. (Wer das ist? Schaut doch nach.^^)

Wohlbemerkt: Ich werde hier meinen Standpunkt darstellen und Infos einbringen, die ich aus diversen Quellen habe. Sicherlich sieht manch einer etwas anders und würde auf andere Weise mit dem Thema umgehen.



Also kommen wir nun zu einem Thema, dass ich persönlich als sehr, sehr interessant erachte:

Okkultismus
Und warum die Angst vor ihm unbegründet ist.

Okkultismus lässt sich erst einmal nicht genau definieren, da er viele, viele Bereiche umfasst. Als Thema passt er trotzdem wunderbar zu „666“, da Lucy und andere Figuren nicht nur durchaus düstere Praktiken durchführen, sondern allgemein viele Themen aufgegriffen werden, die in das Themengebiet Okkultes fallen.
Da man aber eben auch endlos viel zu diesem Bereich schreiben kann, habe ich mir einige Punkte ausgesucht, die gut passen, recht interessant sein sollten, und ich nicht allzu ausschweifend behandeln werde.

Bei meinen höchst professionellen Nachforschungen ist mir aufgefallen, dass gerade religiöse Websites den Okkultismus sofort mit Negativem verbinden und auf gefährliche Sekten hinweisen. Ich persönlich sehe das etwas weniger... verbohrt.
Der Okkultismus befasst sich letztendlich mit der „Lehre vom Verborgenen“ und nicht damit, wie man Jungfrauen zerhexelt und Neugeborene irgendeinem höheren Wesen opfert. Man kann in jedem Themengebiet auf fragwürdige Gestalten treffen. Das macht aber beispielsweise mich auch nicht zu einem Sektenmitglied und einer Anhängerin dunkler Gruppierungen, nur weil ich mich für Derartiges interessiere. Ein Gerichtsmediziner wird ja auch nicht gleich zum Mörder, nur weil er Leichen untersucht. (Applaus an der Stelle für mich, weil ich so ein WUNDERVOLLES und wirklich SUPER VERSTÄNDLICHES Beispiel gebracht habe... Ja ja. Das kommt davon, wenn man sich nach einem langen Tag in der Sonne an so einen Artikel setzt...)
Lange Rede, kurzer Sinn.
Es gibt sicher Einige, die vor dem Paranormalen und Mystischen zurückschrecken. Ich selbst sehe dazu aber keinen Grund. Der Gedanke daran, was sich das menschliche Hirn so ausdenken kann ist für mich interessanter.
Laut Wikipedia soll sich ja sogar Hitler auf den Okkultismus gestützt haben.- Sowohl in seiner perfiden Propaganda, als auch in einigen Schriften. Ob das nun stimmt... Wer weiß. Jedoch wird es wohl nicht ohne Grund eher in den Bereich der Verschwörungstheorien gestellt.


Sobald man bei Google „Okkultismus“ oder ähnliche Begriffe eingibt, wird man mit Worten wie „Satan“, „Hölle“ und „Teufel“ praktisch erschlagen.
Dass ich selbst das Ganze als nicht so gefährlich erachte, wie es viele Leute darstellen wollen, habe ich ja bereits erwähnt. Immerhin gehören unter die Rubrik Okkultismus auch Bereiche wie Pendeln und Astrologie und diese Themen sind in der Bevölkerung zwar oft als Humbug abgetan (Ich zähle mich dazu, sorry liebe Fans von AstroTV.), aber eher akzeptiert als beispielsweise Satanismus.
Versteht mich nicht falsch. Ich glaube an rein gar nichts in irgendeiner Richtung. Weder an einen Gott im Himmel, der da mit seinen Engelchen auf jeden aufpasst, noch an einen Teufel, der seine Dämonen nachts unter die Betten von Kindern kriechen lässt. Ich finde lediglich sowohl „oben“ als auch „unten“ interessant. Warum auch nicht? Leben und leben lassen. So lang man niemandem damit schadet, kann man doch glauben, an was man will. Oder eben an was man nicht glauben will.
Außerdem lässt sich auch vieles aufpushen. Beispielsweise der Mord an Sandro B. hier in Sondershausen. (Ja, „hier“. Die sogenannte „Satanistenstadt“ ist mein Geburtsort.) Dieser schreckliche Mord ist sehr schnell als „Satanistenmord von Sondershausen“ berühmt geworden. Dass die Bandmitglieder von Absurd, einer rechten Black Metal Band, den Jungen allerdings aus durchaus „irdischen“ Streitereien umgebracht haben, wird gern übersehen. Immerhin konnte man sich sofort auf eine schreckliche Geschichte stürzen und sie zerfetzen und der Bevölkerung als tragische und düstere Story vor die Füße schmeißen.
Ich will weder irgendwelche Gruppierungen in Schutz nehmen, noch etwas schönreden. Ich will damit nur zeigen, dass man schnell etwas vollkommen falsch sehen kann, nur weil man bestimmte Hintergrundinfos hat, die keine weitere Bedeutung haben sollten.
Als Lektüre zu diesem Thema kann ich wirklich „Satanskinder – Der Mordfall Sandro B“ empfehlen. Ich habe dieses Buch verschlungen, denn es verfolgt wirklich sehr interessant und vor allem objektiv den Verlauf dieses schrecklichen Vorfalls und die Prozesse und Ermittlungen danach.
(Und was ich am besten finde: In diesem Buch wird lang und breit erklärt, dass die phöse phöse Black Metal Musik nichts damit zu tun hatte.)


Wie gesagt: Okkultismus bedeutet nicht Hörner, Ziegenhufe und Verdammnis, sondern das Interesse an/ das Umfassen von Dingen, die für unsere Sinne so nicht greifbar sind.


12.9.- Protagonisten - Doreen von Kunterbunte Bücherkiste
 13.9.- Die Gothic-Metal-Szene -Andrea von LeseBlick
  14.9.-Lilith-Die Heimsuchung - Steffi von Litis' Fabelhafte Welt Der Bücher
   15.9.-Okkultismus- Hier bei mir!♥
    16.9.-David Berkowitz, der Son of Sam - Beate von Lord Byrons Buchladen
     17.9.-Autoreninterview - Jessica von In Büchern Leben


Und jetzt zu dem Thema, das euch wahrscheinlich am meisten interessiert (Ich kenne euch doch, ihr gierigen Dingerchen.♥)

das Gewinnspiel

Zu gewinnen gibt es 3x den ersten Band "666 - Hell's Abyss" inklusive Button.
Da die Ausgaben mit dem neuen Cover noch nicht gedruckt sind, bekommt ihr euren Gewinn dann noch im ursprünglichen, schwarzen Kleidchen. ;)
Um teilzunehmen, müsst ihr mir nur eine Frage beantworten:

Glaubt ihr an Übersinnliches?
(Habt ihr vielleicht sogar Angst davor?)


Teilnahmebedingungen
- Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, ansonsten benötigen wir eine Einverständniserklärung deiner Eltern.
-Du musst einen Wohnsitz in Deutschland haben 
- Deine Adresse wird nur für das Gewinnspiel verwendet und anschließend gelöscht.
- Da der Versand deines Gewinnes durch den Autor erfolgt, wird deine Adresse an ihn weitergegeben (anschließend aber – siehe oben – gelöscht).
- Falls dein Gewinn auf dem Postweg verloren gehen sollte, übernehmen wir keine Haftung dafür.
- Die GewinnerInnen erklären sich einverstanden, dass ihr Name im Rahmen der Blogtour öffentlich genannt werden darf.
- Weder Facebook noch Blogger haben etwas damit zu tun.
- Eine Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnehmen könnt ihr bis zum 21.09., ausgelost wird am 26.. :)


Fun Fact für die, die bis hier gelesen haben:
Ich musste tatsächlich kurz ein Lachen unterdrücken, als plötzlich in der zufälligen Wiedergabe von iTunes "Satan my master" lief, während ich das hier geschrieben habe.:D

Freitag, 9. September 2016

{Rezension} Provinzpudel

Carolin Lindner hat alles im Griff: Sie steht kurz vor ihrem Einzug in den Landtag, bewohnt zusammen mit ihrem Partner Phillip ein schickes Loft in der Düsseldorfer Innenstadt und verbringt ihre Freizeit auf der Königsallee bei Armani, Dior und Gucci. 

Dann platzt aus heiterem Himmel ein Traum aus watteweißem Plüschfell in ihr Leben. Sie erbt Pablo Picasso de la maison fleurie, den preisgekrönten Showpudel ihrer Tante. Carolin hat keine Ahnung von Hunden, Phillip ist nicht gerade ein Tierfreund und weder in ihre Wohnung noch in ihren Alltag passt ein Hund. Außerdem ruiniert Pablo einen Geschäftstermin nach dem anderen. Plötzlich steht Carolins Leben Kopf - und ihre Karriere auf dem Spiel. 

Die scheinbare Katastrophe entpuppt sich jedoch als echte Chance, als sie erkennt, dass ihr etwas ganz anderes fehlte als beruflicher Erfolg. 

Eine humorvolle Geschichte für Hundeliebhaber mit Herz. 


Caro ist eines dieser eifrigen Bienchen, die jeder im Leben mal trifft. Sie denkt zu 99% am Tag nur an ihre Arbeit als aufstrebende Politikerin und kann diesen Job nicht einmal vergessen, wenn sie mit ihrem Freund im Bett zugange ist. Es wird beim Lesen schnell offensichtlich, dass sie entweder verlernt hat, wie man Spaß in der Freizeit hat, oder sie einfach keine Gedanken an derartiges verschwendet. Während Caro wieder auf Streifzug ist, um ihre Wählerschaft zu vergrößern und wieder vorgeführt bekommt, wie schwer dies doch ist, wird ihr auch noch ein Hund mehr oder weniger aufgeschwatzt. Pablo Picasso de la maison fleurie tritt nun in ihr Leben und stellt eine Menge Unsinn an. Caro behält den scheinbaren Störenfried trotzdem, da sie darauf hofft, durch ihn Sympathiepunkte in der Bevölkerung zu sammeln. Aus dieser Zweckbeziehung wird jedoch schnell Liebe, auch wenn dies nur Pablo gleich akzeptiert.
Ich selbst habe schon immer Hunde in meinem Leben gehabt. Vom Schäferhund, mit dem ich als Kleinkind gekuschelt habe, bis hin zu meinem mopsigen Beagle und einer Riesenschnauzerdame mit Aufmerksamkeitsproblemen, welche bis heute noch unseren Pferdestall regelmäßig verwüsten. Und trotzdem habe ich beim Lesen noch etwas dazugelernt. Beispielsweise, was man einem Hund füttern muss, damit er nicht die Hälfte des Tages nur am Pupsen ist. Ich habe in jedem Wort wirklich deutlich gemerkt, wie viel Ahnung Kirsten Brox von Hunden hat und auch an ihrem sehr fröhlichen und ausgeglichenem Schreibstil konnte ich förmlich fühlen, wie ihre Liebe zu diesen Tieren immer wieder durchkommt.
Auch das Landleben, in das Caro sich Hals über Kopf stürzt, beschreibt die Autorin genau so, wie ich es sehe und hebt auch einige der kleinen Dinge hervor, die ich so daran liebe. Sie zeigt das Schöne in Nebensächlichkeiten und macht auch dadurch „Provinzpudel“ zu einem absoluten Gute-Laune-Buch. Ich habe mich selbst jedes Mal nach dem Lesen ein bisschen glücklicher und ruhiger gefühlt, was mir durchaus gutgetan hat. 
In diesem Buch ist nichts aufgesetzt komisch, so als würde die Autorin alles daran setzen, ihre Leser zum Lachen zu bringen. Allein durch die Beschreibung urkomischer Szenen erreicht sie für „Provinzpudel“ einen gewissen Pegel an Humor, der nicht eine Sekunde absinkt. Zwar handelt es sich hier auch um eine Liebesgeschichte, doch steht die Romanze zwischen der mittlerweile leidlichen Caro und Tobi, ihrem "Katalogmodel", nicht zwangsweise im absoluten Vordergrund, sondern läuft als sehr süßes Liebesabenteuer neben dem Roten Faden her.

Das Tier reicht mir bis zur Hüfte und hat kein Fell. Stattdessen bildet weiße Watte alberne Ponpons und Quasten. Mit seiner nacktrasierten Nase drückt es auf meine Hand und macht: "Hmpf."
Pos. 205

"Pablo Picasso de la maison fleurie". 
So so. Ich bin nur Carolin Lindner.
Pos. 279

Enge Jeans, halboffenes Hemd, dunkelblonder Zopf, Dreitagebart. Der ist hier falsch. Der gehört in die Werbung und sollte tropfend aus dem Meer steigen und auf die Kamera zu gehen.
Pos. 858

Ein Buch, das selbst Stimmung die im Keller ist wieder bis oben anhebt und das ich jedem Hundeliebhaber hiermit unbedingt ans Herz legen möchte.

7/7
Zur Autorin
Kirsten Brox arbeitet im Bereich Unternehmenssicherheit und kümmert sich tagsüber um Standards und Statuten. Seit über 20 Jahren liebt sie Hunde und den Hundesport. Die Autorin schreibt kynologische Fachbücher, züchtet mit ihrem Mann selbst Pudel und hat mit dem Provinzpudel zahlreiche eigene Erfahrungen in einer herzerfrischenden Komödie verarbeitet.

Weitere Bücher der Autorin:

Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung des REs.:)