Mittwoch, 16. Januar 2019

{Rezension} Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit

Ein Ort voller Erinnerungen. Ein Ort voller Lügen.
Francesca und Sophie wachsen in einer verschlafenen Kleinstadt am Meer auf. Die beiden sind unzertrennlich, verbringen gemeinsame Abende mit ihrer Clique auf dem alten Pier, trinken Dosenbier und tanzen zu Madonna. Und sie erzählen einander alles. Doch dann verschwindet Sophie eines Nachts spurlos. Zurück bleiben nur ihr Turnschuh am Pier und die Frage nach dem Warum. Achtzehn Jahre später wird dort eine Leiche angespült, und Francesca weiß, dass sie nach Hause zurückkehren und endlich Antworten finden muss. Darauf, was in dieser Nacht wirklich geschah. Denn niemand verschwindet einfach so. Ohne eine Spur. Und vor allem nicht ohne Grund ...

Figuren
Im Hauptfokus des Buchs stehen die beiden besten Freundinnen Frankie und Sophie, zwischen denen in ihrer Jugend eine unheimlich starke und liebevolle Freundschaft zu spüren ist, obwohl sie so verschieden sind. Frankie ist das typische junge Mädchen, das alles hat, voller Energie ist und einen guten Ruf genießt. Sophie hingegen befindet sich immer im Schatten ihrer besten Freundin, wirkt sehr viel blauäugiger und manchmal ein bisschen verloren neben Frankie.

Schreibstil
Die Kapitel sind mal aus Frankies Sicht in der Gegenwart und mal aus Sophies Sicht in der Vergangenheit geschrieben, wobei ihre Kapitel Tagebucheinträge sind. Beide Figuren zusammen lassen die gesamte Story wie eine wiederauferstandene, melancholische Erinnerung wirken. Da man dank des Klappentextes ja mit dem Wissen herangeht, dass Sophie sterben wird, bleibt eine konstante Grundspannung bestehen, egal, was gerade passiert. Und je mehr ich die beiden Freundinnen kennengelernt habe, desto mehr wünschte ich mir, man könnte die Vergangenheit ändern.


Inhalt
Als Leichenreste in Oldcliffe, der Heimatstadt von Frankie und Sophie, angespült werden, macht Frankie sich auf den Weg dorthin, mit der festen Überzeugung, dass diese Reste zum Körper ihrer verschwundenen Kindheitsfreundin gehören. Dort beginnt sie, mit Daniel, Sophies mittlerweile erwachsenem Bruder, Nachforschungen anzustellen, bei denen sie sich immer tiefer in Probleme verstrickt und in ein Netz aus Lügen gerät, das die Menschen um sie herum über die Jahre ihrer Abwesenheit gesponnen haben. Wie der Buchtitel schon vorwegnimmt: Niemand sagt die ganze Wahrheit. Hinzukommend wird Frankie in Oldcliffe nicht nur von realen Alpträumen und bösen Erinnerungen verfolgt, sondern auch von durchaus realen Gefahren.
Mit der Zeit wird außerdem klar: Frankie und Sophie selbst haben ebenfalls ein gemeinsames, düsteres Kapitel. Und durch die Blicke in die Gefühlswelten beider wird auch nach und nach offensichtlich, dass unter der Oberfläche dieser perfekten Freundschaft etwas Dunkles lauert. Zwar ist die Zuneigung zwischen den Mädchen immer ehrlich da, doch konnte diese die Mädchen vor gewissen Problemen und Streitereien nicht beschützen.
Vom Ende des Buches kann ich nicht gerade behaupten, dass es für mich eine große Überraschung war, da ich irgendwie mit diesem Ausgang gerechnet hatte, doch kam die Auflösung des Ganzen sehr faszinierend und unerwartet zutage. 

All diese Geistergeschichten, die wir uns als Kinder und Jugendliche erzählt haben, ich habe keine davon geglaubt. Doch ungeachtet meiner rationalen Überlegungen, fährt mir ein Schauer über den Rücken, und hastig schließe ich die Vorhänge zum Pier. Und zu dir.
Seite 73

Ich sage ihm nicht, dass es dein Anblick war, der mir eine Heidenangst eingejagt hat, Soph. Was sollte ich auch sagen, ohne zu klingen, als hätte ich einen Nervenzusammenbruch erlitten. Dass ich überzeugt bin, dass ich dich sehen kann? Dass du mir bis nach Hause gefolgt bist?
Seite 199

Ein authentischer Krimi, gespickt mit einer Menge Kindheitsdramen, bewegenden Figuren und einer gewaltigen Portion Trübsinn.
6/7

ISBN: 978-3-328-10169-7

Im gleichen Verlag wird am 8. Juli 2019 der zweite Thriller der Autorin unter dem Titel "Still alive - Sie weiß, wo sie dich findet" erscheinen.
(englisches Cover, ©Penguin Verlag)
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Sonntag, 9. Dezember 2018

{Rezension} Opfermond

In der Stadt des blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt …

Figuren
Varek ist trotz seines Berufs und seiner Taten ein sehr sympathischer Charakter. Elea Brandt hat mit ihm einen vielschichtigen, liebenswürdigen und auch stellenweise bemitleidenswerten Mann geschaffen, von dem ich einfach nicht genug kriegen konnte. Obwohl er früher in seinem Leben ein höhergestellter Mann war und jetzt als Unbestechlicher mehr geächtet als geschätzt wird, macht er sich nicht viel aus Materiellem und legt mehr Wert auf Menschlichkeit, was kaum zu glauben ist, da er Menschen für Geld tötet. Irgendwie balanciert er auf dem schmalen Grat dazwischen.
Die weibliche Hauptfigur ist Idra. Sie lebt als Prostituierte unter sehr schlechten Bedingungen, ist ein abgehärtetes Großmaul und lässt nur nach und nach zu, dass sich etwas in ihrem Leben ändert. Was mir an beiden Figuren besonders gefällt: Sie funktionieren alleinstehend wunderbar und ergänzen einander so gut als Charaktere, dass sie das Bild der Story wahrlich perfektionieren.

Schreibstil
Ich gehe ungern mit Vorurteilen an ein Buch heran, muss aber gestehen, dass ich in all meinen lesereichen Jahren gemerkt habe, dass Frauen meist eine sanftere Art zu schreiben haben und es oft so wirkt, als würden sie sich zu manchen Ausdrücken nicht richtig trauen. Umso mehr war ich positiv überrascht, als ich merkte, wie ungewohnt hart diese Autorin ihre Figuren rannimmt und sich auch vor den widerlichsten und düstersten Szenen nicht scheut. Zudem fesselt ihr Schreibstil von der ersten Seite an und geht runter wie Butter. Ich kann es gar nicht abwarten, noch mehr von Elea Brandt zu lesen.


Inhalt
Die Geschichte beginnt mit einem Auftrag, den Varek annimmt, weil er das erste Mal keinen Menschen töten, sondern nur finden soll.- Nämlich den Mörder des Sohnes eines Patriarchen. Also gräbt er sich durch die dunklen Geheimnisse einer großen Stadt (Ghor-El-Chras), vollgestopft mit zwielichtigen Gestalten aller Schichten. Ghor-El-Chras besteht aus drei wesentlichen Teilen: dem äußeren Ring (Sha-Quai), in dem die Hurenstraße und die Ghettos liegen und in dem sich die Leichen stapeln, dem inneren Ring (Sha-Nuri), in dem abgetrennt durch eine große Mauer die obere, reiche Schicht ein gutes Leben führt und sich vor der Armut nebenan verschließt und dem Sha-Amin, dem Kern der Stadt, in dem der Tempel steht. Verschont bleiben allerdings die niedrigsten und auch die höchsten sozialen Schichten nicht vor dem blutigen Kult um die Käferkönigin, der aufzulodern beginnt. Tote treiben bereits in den Kanälen und ungewöhnliche Amulette mit Skarabäen tauchen auf. Wie ein Tropfen, der das bereits randvolle Fass zum Überlaufen bringt, treibt dieser unterirdische Terror die Menschen zu gefährlicher Unruhe und Bewegung kommt in die ungewöhnlichsten Gestalten, die sich bisher zurückgehalten haben und nun Gefahren oder Chancen wittern.
Die gesamte Welt des Buches ist auf Ghor-El-Chras beschränkt und trotzdem bietet allein das Umfeld der Figuren genug Facetten und Abwechslung, um einen eigenen kleinen aber umfangreichen Kosmos in dieser Stadt zu schaffen.
Varek und Idra sind dabei den gleichen Gefühlen wie Wut, Einsamkeit und Verzweiflung, unter verschiedensten Umständen ausgesetzt und gehen auf ihre eigenen Weisen mit diesen um. 
Ein Strudel aus Dreck, Blut und Verwesung führt die beiden auf mehr oder weniger getrennten Wegen immer näher an den Kult der Käferkönigin heran. Unter anderen Umständen hätte es mich sicher gestört, dass Varek und Idra erst spät im Buch aufeinander treffen, in „Opfermond“ hat das allerdings gepasst, denn durch die zwei verschiedenen Sichten auf die Story habe ich als Leserin ein viel breiter gefächertes Bild auf die Handlung und auch die Sicht aus zwei sehr verschiedenen Leben bekommen.
Als die beiden dann endlich beginnen, miteinander zu arbeiten, schließt die Autorin auf eine sehr clevere Weise, hinter die ich selbst erst sehr spät gestiegen bin, den Kreis um alles Geschehene und plötzlich sind alle Fragen beantwortet.

Irgendetwas sagte Idra, dass mehr dahintersteckte. Etwas, das ihr Angst machte und dieses nagende, beklemmende Gefühl in ihrer Magengegend erklären würde. Vielleicht ein Irrer, der den Khari dafür bezahlte, Huren und Strichjungen abschlachten zu dürfen?
Die Käferkönigin kommt.
Seite 167

Ich bin nicht nur hin und weg vom Schreibstil der Autorin, sondern auch absolut begeistert von ihrem faszinierenden Weltenbau, den durchdachten Charakteren und der Spannungskurve, die enorm und rasant während der Story unaufhörlich steigt.

7/7
ISBN: 978-3945493366

Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Donnerstag, 6. Dezember 2018

{Rezension} Die Gentlemen vom Sebastian Club

London, 1895: Eine Mordserie erschüttert die Stadt. Die Opfer gehören verschiedenen Gesellschaftsschichten an und werden scheinbar zufällig ausgewählt. So zufällig, dass die Metropolitan Police nicht an einen Einzeltäter glaubt. 

Ein Fall für die Ermittler des Sebastian Club, eines vornehmen Londoner Herrenclubs, der sich zum Ziel gesetzt hat, Verbrechen aufzuklären, an denen Scotland Yard scheitert. Die Gentlemen entdecken ein Muster hinter den Gräueltaten: Um an ein wertvolles Juwel zu gelangen, setzt der Täter mittelalterliche Foltermethoden ein.

Für die Detektive ist die Sache klar: Der Mörder muss schnellstens zur Strecke gebracht werden. Um jeden Preis. Auch mit Hilfe einer schlauen jungen Frau, die sich als Mann verkleidet, um ermitteln zu dürfen.

Figuren
Lord Philip ist in diesem Buch meine Lieblingsfigur. Er ist eine wirklich angenehme Persönlichkeit, durch und durch Gentleman und sehr bedacht. Da die Autorin ihm auch ein paar kleine Ecken erlaubt hat, wirkt er auch sehr viel realistischer als Freddie. Die wiederum ist zwar die Hauptfigur, für mich aber nicht besonders bemerkenswert. Zwar erfüllt sie ein emanzipiertes Bild im viktorianischen Zeitalter, ist gebildet und mutig und behauptet sich unter all den Männern um sie herum, doch wirkt sie auf mich nur eindimensional. Im Gegensatz zu Lord Philip ist sie unglaublich aalglatt, weiß einfach immer sofort, wie ein Problem zu lösen ist und stellt für mich deswegen keinen interessanten Charakter dar.

Schreibstil
Sophie Oliver hat die Stimmung des viktorianischen Londons authentisch wiedergegeben und entführt gekonnt in den Sebastian Club. Allerdings ist mir nach und nach aufgefallen, dass ihr Schreibstil an einigen Stellen immer wieder zu träge für meinen Geschmack wird, weshalb ich das Buch oft während des Lesens für ein paar Minuten weggelegt habe. So richtig festsaugen konnte ich mich an der Geschichte nicht. Zwar ist genug Fundament da, doch hält sich die Spannung das gesamte Buch über zurück.


Inhalt
Dank ihres Onkels wird Freddie, getarnt als Mann, in den Sebastian Club aufgenommen, der eigentlich eine frauenfreie Zone ist. Dieser Club hat sich der Aufklärung von Verbrechen verschrieben. Die Idee selbst hat mich sofort begeistert, denn für starke und eigenwillige Frauen in Büchern bin ich immer zu haben. Es dauert jedoch nicht lange, da entpuppt sich Freddie, wie bereits erwähnt, nicht als Heldin, sondern eher als unrealistisches bevorteiltes Glückskind. Das beste Beispiel für mich ist dabei die Tatsache, dass sie rein zufällig über abwegigste Weisen so ziemlich alles weiß, von dem sonst niemand auch nur eine Ahnung hat. Zugegebenermaßen hat mich das schon schnell angefangen zu nerven.
Neben Freddie sind für meinen Geschmack auch viele andere Charaktere zu unfehlbar. Die ganze Zeit haben mir die Ecken und Kanten an ihnen gefehlt, die einer Geschichte erst das richtige Leben einhauchen. Zudem führen besagte Figuren oft Konversationen, die nicht wirklich zur Handlung beitragen und das Ganze nur noch mehr in die Länge ziehen.
Ich habe mich so unglaublich auf dieses Buch gefreut und ich wollte es unbedingt mögen, doch macht die Langeweile für mich einfach zu viel in diesem Buch kaputt, um wirklich Fuß in der Geschichte fassen zu können. Zwar gibt es kleine und große Zwischenfälle, die die Spannung ein klein Wenig anheben, doch sinkt sie genauso schnell wieder. Auch eine Bindung zu den Figuren aufbauen zu können war für mich nicht möglich.

Es ist wirklich so viel Grundlage für einen genialen, historischen Krimi in diesem Buch vorhanden, deswegen ärgert es mich richtig, dass die Story so voller ungenutzter Substanz ist. Alles läuft zu geradlinig und auf wirklich große Herausforderungen stoßen die Ermittler auch nicht.

Trotz allem möchte ich diesem Buch nicht absprechen, dass es sicher viele begeisterte Fans erreichen kann. Für mich persönlich war einfach alles etwas zu glatt, zu farblos und zu unbesonders. Doch kann ich mir vorstellen, dass jemand, der eine ruhige, unaufgeregte Geschichte sucht, hier an der richtigen Stelle ist.

„Höre ich Sarkasmus in deiner Stimme?“
„Das muss an deinem Einfluss liegen. Tante Perry sagte immer, ich sei ein fröhlicher, harmloser Schmetterling.“
Seite 163

Die Autorin konnte gute Atmosphäre aufbauen, doch die Hauptfigur hat mit ihrer Perfektheit für mich zu viel kaputtgemacht.

3/7

 ISBN: 978-3-940855-75-6


Sophie Oliver
Über die Autorin
Geboren und aufgewachsen in Bayern, verließ Sophie Oliver nach dem Abitur ihre Heimat, um zu studieren und die Welt zu erkunden. Sie lebte in Italien und England und durfte in verschiedenen Berufen Erfahrungen sammeln. Mittlerweile ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und wohnt mit Familie und Hund auf dem Land. Sophie liebt die bunte Vielfalt, Schräges genauso wie Schönes und vor allem »all things British«. 
Diesen Post kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.



















Sonntag, 21. Oktober 2018

{Blogtour} Das Fehlen des Flüsterns im Wind | Auslosung


Ich mache es kurz und schmerzlos.
Ein Print von "Das Fehlen des Flüsterns im Wind" hat Jenny gewonnen!
Herzlichen Glückwunsch!

Wer hier kein Glück hatte, muss aber nicht traurig sein. Auch die anderen Gewinner der Blogtour werden heute noch bekanntgegeben. Schaut also einfach mal bei den anderen Blogs vorbei. Vielleicht hattet ihr dort Glück. ;)

Die ganze Blogtour im Überblick
15.10. - Buchwanderin
17.10. - Bookdemon
19.10. - Phantastische Fluchten



Mittwoch, 17. Oktober 2018

{Blogtour} Das Fehlen des Flüsterns im Wind - Tag 3 - Wölfe und Eulen | + Gewinnspiel

Heute bin ich mit meinem Beitrag für die Blogtour zur wundervollen Kurzgeschichtensammlung „Das Fehlen des Flüsterns im Wind“ von Miriam Schäfer dran und ich dachte mir, ich picke mir eine Geschichte heraus und befasse mich mit ihr etwas mehr. „Claire“, die Kurzgeschichte, für die ich mich entschieden habe, wurde sogar mit dem Deutschen Phantastik Preis für die "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte" ausgezeichnet. Ohne die Handlung von „Claire“ allzu sehr zu spoilern, möchte ich euch heute zwei Tiere vorstellen, die meiner Meinung nach nicht nur sehr wichtig für die Interpretation dieser Kurzgeschichte sind, sondern auch dem Leser die Möglichkeit geben, diese auf verschiedenste Weisen auszulegen. Zwar bietet eine Kurzgeschichte immer recht großen Interpretationsfreiraum, doch beeinflusst auch das Bild, das man von den beiden Tieren, nämlich Eule und Wolf, hat, wie man das Ganze auslegt.
- Meine Rezension findet ihr übrigens hier. -

Der Wolf – Dämonisch und verehrt
Jeder kennt die Geschichten vom bösen Wolf, der Großmütter, Kinder und Zicklein frisst, Häuser zerstört und am Ende von jedem Märchen erschossen, ertränkt oder auf welche Weise auch immer unschädlich gemacht werden muss. Weltweit kennt man ihn, trifft aber in der Mythologie auf unterschiedlichste Versionen des Wolfs. Während er im Christentum mit dem Teufel und der Wolllust gleichgesetzt wird, im Hinduismus grausame Gottheiten begleitet und in der Edda eher einem Dämon entspricht statt einem Tier, gilt er beispielsweise bei den Turkvölkern als „Bruder“ und wird als Stammestotem aufgefasst und auch in der Sage zu „Romulus und Remus“ oder der Geschichte von Mogli wird er zu einer familiären und fürsorglichen Figur. In der ägyptischen Mythologie beschützen sie sogar die Toten in der Form von Anubis. (Wer hier jetzt aufschreien möchte, Anubis sei ein Schakal... *Besserwissermodus an*- Die alten Ägypter fassten oft verwandte Tiere unter einem Oberbegriff zusammen. Alle Caniden, also Hunde, Wölfe und Schakale waren für sie also eine tierische Version von Anubis. *Besserwissermodus aus*)
Während die scheinbar unbändige und wilde Natur der Wölfe dem Menschen immer wieder im Laufe der Geschichte Angst einjagte, scheint man oft zu vergessen, dass er der Urvater unserer Hunde ist. Aus dem schlimmsten Feind ist also ab einem gewissen Punkt der beste Freund geworden.

Die Eule - Weisheit und Tod
Auch die Eule ist, ähnlich wie der Wolf, sowohl Sinnbild für Gutes als auch für Böses. Schon Aristoteles schrieb der Eule enorme Weisheit zu. Ihre großen Augen und der kleine Schnabel lassen sie fast menschlich wirken, weshalb man damals in ihr einen Teil der eigenen menschlichen Intelligenz sah. Sie war der ausgewählte Vogel der Göttin Athene (Göttin der Weisheit) und beschützte somit auch die Stadt Athen und griechische Heere.
Für viele andere Kulturen, vor allem abendländische ist sie allerdings auch ein Sinnbild des Todes. Eulen wurden nachts durch Licht angelockt und so glaubten die Menschen, sie würden die Seelen der Toten holen wollen. Man geht davon aus, dass die Eule auch für die alten Ägypter eher mit dem Negativen verbunden war. Scheinbar fürchtete man sich vor ihrer Nachtaktivität, ihrem durchdringendem Blick und ihrem Schrei. Selbst mumifizierten Eulen wurde der Kopf abgetrennt, bevor man sie in die Gräber legte. Auch im europäischen Mittelalter fürchtete man die Eule, da sie mit Hexen und Magie in Verbindung gebracht wurde. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten hielt sich sogar der grausame Brauch, lebende Eulen mit ausgebreiteten Flügeln an Scheunentore zu nageln, um Vieh und Mensch vor Naturgewalten zu schützen.
Nicht ganz so negativ behaftet ist ihre Rolle in vielen Naturreligionen. Von Amerika bis China und über Afrika hinweg gilt sie als Vermittlerin zwischen den Welten und begleitet die Seelenwanderung der Verstorbenen.

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Und nun zum Gewinnspiel
Der Acabus Verlag stellt ein Print von "Das Fehlen des Flüsterns im Wind" für mich zur Verlosung bereit. Dieses wunderschöne Kunstwerk (sowohl von innen als auch außen) könnte also bald auch in eurem Regal stehen. Alles, was ihr dafür tun müsst: Beantwortet folgende Gewinnspielfrage als Kommentar unter diesem Post:

In welches Tier würdest du dich für einen Tag verwandeln wollen?

Leser meines Blogs müsst ihr nicht sein, allerdings würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihr zum Lesen bei mir bleiben würdet. ;)

Teilnahmebedinungen
- du bist 18 oder hast die Erlaubnis deiner Eltern/eines Erziehungsberechtigten
- du wohnst in der EU
- du hast die Gewinnspielfrage beantwortet
- der acabus Verlag haftet in keiner Form für mittelbare oder unmittelbare Schäden, die sich aus der Teilnahme an der Aktion oder der Nichterreichbarkeit des Internet-Servers ergeben. - Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeschluss ist der 20.10.2018 um 23:59 Uhr.
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Die ganze Blogtour im Überblick
15.10. - Buchwanderin
17.10. - Bookdemon
19.10. - Phantastische Fluchten

Unter jedem dieser Beiträge könnt ihr Prints, E-Books und kleine Goodie-Pakete gewinnen! - Vorbeischauen lohnt sich also. ;)