Dienstag, 1. Dezember 2015

{Bookdemon stellt vor} Janine Prediger ~ Der Dämon von Naruel | Teil 1

Und hier schon meine zweite Autoren-/ Buchvostellung auf Bookdemon. Diesmal zu einem Buch, das ich schon vor einem Monat gelesen habe. Allerdings hat es mir derart gut gefallen, dass ich euch sowohl die sympathische Autorin als auch die Welt, die sie geschaffen hat,  noch einmal extra vorstellen möchte. Lange Rede kurzer Sinn. Um dieses Buch geht es:


Verzweiflung treibt Pan dazu, ihre Seele an einen Dämon zu verkaufen. Doch das Ausmaß dieser Entscheidung übersteigt die Vorstellungskraft der jungen Kriegerin.  Ihr silberner Hoffnungsschimmer in der Nacht wandelt sich plötzlich in einen blutroten Albtraum. Die nächste Mondfinsternis droht ein uraltes Übel aus einem tausendjährigen Schlaf zu wecken. 
Pan wird es zur Bestimmung gemacht, dies unter Einsatz ihres Lebens zu verhindern. Sie muss die wiedergeborenen Götterseelen der Vergangenheit finden und zusammenführen, um die Länder Naruels vor der ewigen Finsternis retten zu können. 
Aber kann diese heilige Aufgabe gelingen, wo doch ihre eigene Seele mehr und mehr von einem Dämon vergiftet wird?





Ursprünglich eine Kurzgeschichte
Von der Idee bis zum fertigen Taschenbuch sind mehr als 10 Jahre vergangen.
Durch meine Tante habe ich damals meine Leidenschaft zum Lesen entdeckt, aber irgendwie störte mich immer etwas an den Büchern. Ich habe mich dann einfach selbst daran versucht, Geschichten zu schreiben, mit der Intention, eine zu erschaffen, die mir persönlich einfach gut gefällt. Spannend sollte sie sein, unverschönt, fantastisch, am besten noch mit einer Protagonistin in einem ähnlichen Alter. Und damit legte ich den Grundstein für „Der Dämon von Naruel“ (damals noch unter einem anderen bzw. gar keinem Titel). 
Damals sollte das Ganze nur eine (Kurz-) Geschichte werden, die mit Pans Sprung von Alistos‘ Balkon offen endet. Ihre Gegenspieler waren damals noch keine Amphimen, sondern gewöhnliche, menschliche Halunken.  Der jetzige Prolog und die Geschichte um die Halbgötter und den Dämon Cragorin existierten noch nicht, ebenso wenig eine Erklärung, warum die Verfluchten Früchte so verflucht sind. Ich dachte dabei an die Verbotene Frucht aus der Bibel, aber dann hörte es mit den Erklärungen auch schon auf.

Die Idee wächst
Als ich die letzten Seiten bis zum ursprünglichen Ende geschrieben hatte, war ich natürlich unglaublich stolz, doch die Geschichte hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Ich wollte Erklärungen, mehr von der Welt Naruel sehen und die Geschichte um Pans Abenteuer nicht abreißen lassen. 
Also habe ich begonnen, mir diese Fragen selbst zu beantworten:
Warum existieren Verfluchte Früchte?
→ Weil ein böser Dämon sie verunreinigt hat!
Nach und nach hat sich die Rahmenhandlung um diesen Dämon aufgebaut. Ziel sollte es sein, eben jenen an seiner Rückkehr zu hindern und damit Tod und Unglück zu entgehen.
Aber warum kehrt der Dämon überhaupt von irgendwo zurück?
→ Weil zwei Halbgötter ihn vor langer Zeit verbannt hatten!
So setzte sich die Geschichte Stück für Stück zu etwas viel Größerem zusammen. Dessen Ende war mir relativ früh klar, doch bis dahin sollte es ein weiter Weg für meine Protagonistin Pan sein, denn sie müsste dafür eine Wandlung durchlaufen, Verbündete, und vor allem sich selbst finden.
Da Pan so viele Jahre nur eingesperrt war, kannte sie die Wunder Naruels ebenso wenig wie ich und so haben wir den Kontinent gewissermaßen zusammen erkundet.

Schreibprozess - Gärtner und Kontrollfreak
Wie bereits erwähnt, standen gewisse Punkte der Geschichte schon früh fest. Wie es zu diesen Ereignissen kommen sollte, ist mir allerdings meistens erst während des Schreibens eingefallen. Gewissermaßen haben die Charaktere ein Eigenleben entwickelt, wodurch sich durch deren Entscheidungen ein eigenständiger Handlungsstrang ergeben hat und zu unterschiedlichen Ereignissen hingeführt hat.
Noch heute gehe ich nach diesem Muster vor: Einfach mal die Saat auswerfen und schauen, was blüht. Ich konnte mir schon damals nicht vorstellen, die ganze Handlung der Geschichte im Groben aufzuschreiben und dann wie eine Liste abzuarbeiten. Ich lasse die Figuren lieber laufen und entscheide bei der Überarbeitung dann, wie sehr ich einen bestimmten Teil ausschmücken möchte.
Dabei achte ich natürlich darauf, ob bestimmte Szenen die Geschichte weiterbringen. Generell ist es mir wichtig, dass Szenen ihren Zweck erfüllen, die Geschichte oder Charakterentwicklung vorantreiben, bestimmte Gefühle in den Vordergrund stellen, Spannung aufbauen oder Personen oder Orte beschreiben. Ich versuche dabei zwischen Szenen, welche die Geschichte voranbringen und Szenen, die dem Leser kurze Atempausen oder Erkenntnisse verschaffen, ein gesundes Gleichgewicht zu finden.
Gelegentlich schreibe ich auch über zunächst unwichtig wirkende Kleinigkeiten, die im späteren Verlauf an Bedeutung gewinnen. Ich liebe es, kleine Hinweise auf den Seiten zu verteilen, die vielleicht etwas Großes ankündigen, vielleicht aber auch nicht… (Es wird sich zum Beispiel kaum jemand daran erinnern, dass um Umbriels Schwertheft drei rote Bänder gewickelt waren. Aber könnte diese Information für die Geschichte von Wichtigkeit sein? Ja, dabei habe ich mir etwas gedacht, ich verrate allerdings nicht was… noch nicht.)

Bei gewissen Dingen bin ich allerdings auch ein Planungsfreak. Da zum Beispiel der Mondkalender in „Der Dämon von Naruel“ für die Handlung eine sehr wichtige Rolle spielt, habe ich mir dazu eine Tabelle angefertigt, um die Ereignisse auf die passende Mondphase abstimmen zu können und nicht den Überblick zu verlieren. Es sollte schließlich nicht an einem Tag eine schmale Mondsichel am Himmel zu sehen sein und zwei Tage später bereits Vollmond herrschen. Mit diesen Aufzeichnungen kann ich auch logischen Lücken wie Herbstlaub im Frühling
vorbeugen. Selbiger Kontrolldrang gilt für Karten. Ich musste die Entfernungen zwischen Orten kennen, um authentisch beschreiben zu können, wie lange eine Wanderung von A nach B dauert. Ich kann es nicht ausstehen, wenn in Geschichten der Ritt von einer Stadt zur nächsten mal drei Stunden, mal vier Tage dauert. Fantasy schön und gut, aber Logik ist mir wichtig!
Aus diesem Grund habe ich mir Karten angelegt, mit denen ich halbwegs maßstabsgetreu Entfernungen in Naruel berechnen und angeben kann.


Warum das Buch ist, wie es ist
Das Schreiben und Feilen an der Geschichte wurde zu meinem größten Hobby. Selbst in der Schule habe ich an Skizzen zu Figuren oder Orten gearbeitet, meistens auf die Rückseite von Arbeitsblättern.


„Irgendwann“, dachte ich mir, „irgendwann hast du ein Buch zusammen, das dich wirklich begeistert, so wie du es dir wünschst.“ 

Mich hat es nämlich schon immer genervt, wenn die eigentliche Geschichte eines Buches
irgendwann von einer überflüssigen Lovestory verdrängt wurde, deswegen steht so etwas bei „Der Dämon von Naruel“ absolut im Hintergrund. Gerne kann irgendwer in irgendwen verliebt sein, aber die Hauptbühne ist dafür nicht vorgesehen.
Ebenso stört es mich, wenn es in Geschichten zugeht wie auf einem Ponyhof. So ist das Leben nun mal nicht. Es klappt nicht immer alles auf Anhieb, manchmal muss man erst etwas in die falsche Richtung laufen, um den rechten Weg zu finden. Der rote Faden in meiner Geschichte darf sich gern auch mal nach rechts oder links schlängeln, denn eine Geschichte, die absolut geradlinig verläuft und nur Dinge beschreibt, die zum Endziel führen, finde ich persönlich langweilig und starr. Natürlich sollte man nicht zu sehr abschweifen, aber ich
denke, da habe ich eine gute Mischung gefunden.
Der Erzählstil ist bei mir wohl auch eine kleine Besonderheit. Ich habe zu Beginn der Geschichte nicht nachgeschlagen, was welchen Erzähler ausmacht und was er von den Figuren und der Geschichte wissen darf, sondern einen eigenen Stil gefunden, der es mir als Erzähler möglich macht, stellenweise mit den Figuren zu verschmelzen und dadurch deren Gefühlswelten subtiler an den Leser zu bringen. Ich halte eben nicht viel von strikten Grenzen und Lehrbüchern, die mir erklären, wie ich eine perfekte Geschichte zu erzählen habe. Für manch einen wirkt es vielleicht so, als hätte ich meinen Erzählstil noch nicht gefunden, aber im Gegenteil:

Genau das ist mein Stil. 

Ich liebe den Wechsel, das Unbeständige, das Unerwartete. Gleiches gilt für den Schreibstil. Ich wechsle gern zwischen ausschweifend-romantischen Abendrotbeschreibungen und knackig kurzen Sätzen in Kampfszenen, je nachdem wie ich das Tempo der Geschichte beeinflussen möchte und was gerade im Vordergrund stehen soll. 
Viele Leser haben mich gefragt: Warum muss deine Protagonistin Pan so viel Leid ertragen?
Die Antwort ist simpel: Um sie stärker zu machen. Sie braucht Herausforderungen, um daran zu wachsen. Außerdem will ich die Handlung authentisch darstellen. Jemand, der wochenlang durch die Wildnis zieht, der darf sich gerne mal einen Parasiten einfangen oder die Hand verletzen. Alles andere wäre für mich eben erwähnter Ponyhof. Das Leben ist nun mal nicht, wie man es sich wünscht, und dazu gehören auch Enttäuschungen, wie zum Beispiel ein leeres Grab. (Leser-Insider)
Ich will erreichen, dass sich die Leser in die Charaktere und die Welt einfühlen können und damit sich Gut und Schlecht dabei die Waage halten können, beschreibe ich eitrige Wunden genauso deutlich wie glitzernde Tautropfen auf Blättern. 

Ich gebe zu, es gibt viele blutige Stellen in der Geschichte, aber es ist ja schließlich auch kein Kinderbuch.

Unterstützung durch Andere
Zurück zum Entstehungsprozess:
Nach vier Jahren schrieb ich das Ende des Buches, damals war ich achtzehn und absolut überzeugt von meiner geschaffenen Welt. Ich habe mich bei zahlreichen Verlagen beworben, aber niemand hatte Interesse und so erschien der Traum vom eigenen gedruckten Buch noch weit entfernt.
Glücklicherweise erzählte mir ein Brieffreund von einer Internetseite, die ein Buch für den privaten Gebrauch drucken können. Natürlich habe ich diese Möglichkeit wahrgenommen. Es war ein überwältigendes Gefühl das eigene Buch in der Hand zu halten, auch wenn ich die Schriftgröße so klein einstellen musste, dass man kaum etwas lesen konnte. (Der Ausdruck war auf 800 Seiten beschränkt.) Dieses gedruckte Buch ging auch an besagten Freund, der mein erster (richtiger) Leser und Fan der Geschichte wurde. Bis dahin war ich sehr zurückhaltend mit meinem Geschreibsel gewesen und hatte höchstens Mal ein paar Schnipsel des Textes für eine Rückmeldung an zwei Schulfreunde gegeben. Vielleicht, weil ich damals schon wusste, dass der Text noch etwas Politur vertragen konnte, vielleicht auch, weil es niemanden so richtig interessiert hat und Rückmeldungen nur in Form von einem höflichen „Gefällt mir ganz gut!“ zurückkamen.
Konstruktive Kritik oder ehrliches Interesse an der Geschichte gab es leider viel zu wenig.
Meine Eltern haben beim Schreibprozess sogar eine eher kontraproduktive Rolle gespielt: Ich glaube, sie haben das stundenlange Schreiben am Computer und Skizzieren von Fantasywesen als Zeitverschwendung und Unsinn abgetan. 
Ich erinnere mich noch, dass meine Mutter immer nach einer Stunde den Router ausgestellt hat, weil ich ihr zu viel „im Internet gespielt“ habe. Dass ich nicht irgendetwas „gespielt“, sondern Recherchearbeit für mein Buch betrieben habe, wollte niemand hören und so musste ich Dinge wie das Nachschlagen nautischer Begriffe oder Waffenkunde oft auf den nächsten Tag verschieben. Es gab ein paar nette Seelen, die mir und meiner Geschichte aufmunternd zugelächelt haben, aber eine Hilfe war das nicht wirklich. 

Nein, im Großen und Ganzen stand ich mit meinem Buch immer allein. 


Der Weg zur Veröffentlichung
Es folgten ein paar sehr stressige Jahre: erste eigene Wohnung, Abitur, Umzug, Lebenskrisen,…
Weitere vier Jahre später habe ich die Textdatei von „Der Dämon von Naruel“ wieder hervorgeholt und noch gefühlte zehn Mal überarbeitet. Hier ein paar Szenen abgeändert, dort etwas gestrichen, geschliffen, poliert, etwas hinzugefügt, feinere Formulierungen, treffendere Beschreibungen, ... Ich konnte viele Gefühle durch gemachte Erfahrungen besser ausdrücken und habe immer wieder an der Geschichte gefeilt.
Die Versäumnisse im gedichtelastigen und von mir nur mit Widerwillen besuchten Deutschunterricht der Oberstufe rächten sich natürlich jetzt, da mir gewaltig viele Schreibfehler bei der Korrektur des Buches auffielen, die ich in mühevoller Kleinarbeit verbessert habe. Dazu sollte ich anmerken, dass man als Autor eigene Texte meistens so „betriebsblind“ liest, dass man offensichtliche Fehler nicht bemerkt, da man ja „weiß“, was da eigentlich stehen sollte und es richtig liest, auch wenn es falsch abgetippt wurde.

Mehr als ein Jahr lang habe ich fast täglich an der Geschichte gefeilt und verbessert.

Inzwischen waren Selfpublischer-Plattformen publik geworden und ich hatte die Möglichkeit, das Buch als EBook zu veröffentlichen, ganz ohne Verlag. In erster Linie ging es mir dabei um Rückmeldungen. Da die Verlage ständig abgesagt hatten, wollte ich wissen, was denn nicht mit der Geschichte stimmt. Doch vielen Lesern gefiel der Anfang (mehr habe ich zunächst nicht preisgegeben, aus Angst vor Gedanken-Diebstahl) sehr gut.
Die Nachfrage an der kostenlosen Leseprobe war groß und so beschloss ich, die Geschichte in vier Teile zu spalten, um mich langsam mit der Veröffentlichung voranzutasten. (Wer kauft schon einen 325.000 Worte Wälzer von einem absolut unbekannten „Autor“?) Eine Paranoia vor Internet-Piraten hat auch dazu beigetragen, dass ich nicht gleich alles Pulver verschießen wollte, außerdem war die Geschichte inzwischen einfach viel zu groß geworden, um in ein Buch zu passen.
Ich habe zunächst überlegt, den ersten Teil als Gratis-E-Book anzubieten, doch dafür hatte ich einfach zu viel Arbeit, Zeit und Herzblut, in „Der Dämon von Naruel“ investiert. Dazu zählte nicht nur die Geschichte allein: Ein halbwegs ansehbares Cover musste her, eine eigene Schriftart für den Titel generiert, ein Klappentext geschrieben werden, etc.
Nachdem ich auch diese Hürden genommen hatte, stieß ich auf einen Anbieter, der gegen eine verschmerzbare Gebühr auch eine Taschenbuchausgabe an die Leserschaft bringt. Sofort habe ich dieses Angebot genutzt, schließlich war die Veröffentlichung als E-Book eher eine Notlösung, da einfach die Verlagsunterstützung zur „richtigen“ Publikation fehlte.
Und nun, nach zehn Jahren, stehe ich hier mit einem Buch, das ich ursprünglich nur für mich selbst geschrieben habe, und freue mich, was aus meiner Kurzgeschichte von damals geworden ist.

Vielen Dank hier noch einmal an Janine, die sich die Mühe gemacht hat, mir Texte und Bilder zu schicken, Fragen zu beantworten und mir alles zur Verfügung zu stellen!:)
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Das Copyright aller Bilder liegt bei Janine Prediger!
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zum 2. Teil der Vorstellung
(Link wird am 6. Dezember freigeschaltet.)




















Sonntag, 29. November 2015

{Rezension} Heaven - Stadt der Feen



London – das ist seine Stadt. Und über den Dächern von London – dort hat David sein zweites Zuhause gefunden. Hier oben kann er den Schatten der Vergangenheit entfliehen. Bis er eines Tages auf ein Mädchen trifft, das alles auf den Kopf stellt, woran er bisher geglaubt hat. Ihr Name ist Heaven. Sie ist wunderschön. Und sie behauptet, kein Herz mehr zu haben. Ehe David begreifen kann, worauf er sich einlässt, sind sie gemeinsam auf der Flucht. Und sie werden nur überleben, wenn sie Heavens Geheimnis lüften. Christoph Marzi erzählt mitreißend – Urban Fantasy vom Feinsten!

Nach einem sehr langatmigen Start, in dem jedes Staubkorn und jede Kleinigkeit genauestens erklärt wird, scheint es in diesem Buch endlich richtig loszugehen. Allerdings trügt der Schein. Beim Lesen hatte ich nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass die Handlung voranschreitet. Eher war es, als würden die Figuren die ganze Zeit auf einer Stelle tänzeln. In Heaven gibt es weder Action noch wirkliche Aufregung. Ich muss sagen, der Autor hat sich hier beim Schreiben wirklich nicht gestresst. Alles entwickelt sich sehr langsam und ruhig. Es gibt keine schnellen Ergebnisse, die Fragen beantworten, aber auch keine zu großen Geheimnisse, die mich wirklich dazu motiviert haben, exzessiv am Buch zu bleiben. Ehrlich gesagt hat mich das Ende nicht überrascht, das es für mich klischeehaft war und ich mir bereits denken konnte, was passiert. Leser, die es eilig haben, werden hier also lange auf Antworten warten müssen. Und selbst, als der Autor so viel hätte wieder gutmachen können, ist das nicht passiert.
Warum hab ich dann trotzdem weitergelesen? Nun, Herr Marzi hat einen sehr schönen Schreibstil, der mich irgendwie an kalte Nächte erinnert (Um die es ja auch größtenteils geht.). Er schreibt melodisch und leicht, was sich sehr schön lesen lässt. Außerdem mochte ich David, einen der Hauptcharaktere. Der wirkte anfangs noch recht konturlos, doch wird er schnell zu einem ernstzunehmenden Charakter, der im Gegensatz zu vielen anderen Bücherhelden nicht alles einfach hinnimmt und eben akzeptiert, dass da etwas vollkommen verrücktes passiert. Er hinterfragt es und forscht nach und glaubt nicht alles, was man ihm auftischt. Er ist ein sehr sympathischer Charakter, der neben Heaven jedoch oft blind wirkt.
Und da wären wir auch schon bei der zweiten Hauptfigur in diesem Buch: Heaven. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich sie finden soll. Sie ist, - natürlich - eine Waise, der zum Glück ein großes Vermögen und ein Butler hinterlassen wurden. Mal wirkt sie schüchtern, dann sehr selbstsicher. Nur schade, dass ihr dieses Mysteriöse bereits nach wenigen Seiten genommen wird. Irgendwie wurde sie für mich sogar unerträglich. Ja, sie hat ihr Herz verloren, aber mir kam es nicht so vor, als hinge die Art wie sie ist, damit zusammen. Irgendwie muss sich alles nach ihr richten und das fordert sie immer wieder ziemlich unverschämt ein. Sie ist undankbar und scheint es für selbstverständlich zu halten, dass sich alle für die den Arsch aufreißen. Und zwischendurch übernimmt sie dann trotzdem immer mal wieder die Rolle des hilfsbedürftigen, schönen Mädchens. Aus ihr bin ich bis zur letzten Seite nicht schlau geworden.

"Könnte eine ziemliche Dummheit sein", hatte sie geflüstert und ihr Parfum war lauter als die Musik gewesen.
Seite 20

Ihre Lider flatterten wie Schmetterlinge, die den Sommer nicht mehr erleben dürfen.
Seite 288

Ein Buch, das wenig Spannung aufweisen kann, aber immerhin schön geschrieben ist und einen tollen Hauptcharakter hat. (David. NICHT Heaven.)
Leser, die Action suchen, sind hier fehl am Platz.


ISBN:  978-3-401-06382-9
Band 2: Memory - Stadt der Träume
(unabhängig von Band 1)


Samstag, 28. November 2015

{Lesenacht} bei Bellezza Ribelle

Und schon wieder habe ich hier die nächste Lesenacht. In letzter Zeit habe ich aber auch viel zu viel Lust aufs Lesen und da bald in der Uni der Stress so richtig anfängt, will ich die Zeit jetzt noch einmal nutzen.

crying with alcohol i really need to study gif

Diese Lesenacht findet bei Henny statt und wir sind noch nicht besonders viele, also sollten sich alle von euch uns noch anschließen, die Zeit und Lust haben. :) So lang wird die Lesenacht auch nicht gehen. Nur von 19:00 bis 00:00 Uhr. Also auch was für Nicht-Nachteulen.

19:06 Uhr ~ Welches Buch lest ihr heute Abend und wie viele Seiten wollt ihr lesen?
Ich lese heute die zweite Hälfte von Heaven - Stadt der Feen. Die erste Hälfte habe ich in der letzten Lesenacht geschafft und seitdem nicht besonders viel weitergelesen. Zur Zeit bin ich auf Seite 171 von 358. Dazu gibt es Ingwer-Zitronentee.^^ Ich hoffe, ich kann diese Nacht das Buch beenden, wobei ich dafür sicher über die Lesenacht hinaus lesen werde.


19:15 Uhr ~ Oh shit. Weihnachtsmann und Co. KG. Ich brech weg. Sorry liebes Buch, aber die Nostalgie hat jetzt erstmal Vorrang.

20:30 Uhr ~ Morgen ist ja schon der erste Advent. Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Lest ihr Weihnachtliche Bücher oder habt ihr schon angefangen Kekse zu backen? Habt ihr schon Geschenke gekauft?
In Weihnachtsstimmung bin ich nicht wirklich. Weihnachten feiere ich auch dieses Jahr gar nicht, denn mein Freund schenkt mir zum Geburtstag eine Reise und da fliegen wir am 24. Dezember. Saisonale Bücher lese ich sowieso nie, sondern einfach das, worauf ich Lust habe und ja, wir haben schon an die zweimilliarden Kekse gebacken.:D

22:00 Uhr ~ Ihr begebt euch auf eine 3-monatige Reise an einen abgelegenen Ort. Welche 5 Bücher würdet ihr mitnehmen und weshalb? 
Eigentlich würde ich gar keine Bücher mitnehmen, Schließlich will ich bei einer Reise neue Dinge entdecken und sehen und da würde mich ein Buch wohl nur ablenken.:D Aber ich denke, es wären diese:
1. Die Rückkehr der Orks
2. Der Schwur der Orks
3. Das Gesetz der Orks
Alle 3 sind von Michael Peinkofer und ich liebe liebe liebe sie. Wenn ich mich schon auf 5 Bücher beschränken muss, dass will ich sicher sein, dass sie mir gefallen.
Dazu nehme ich noch
4. Krampus (von Brom)
5. Die Tribute von Panem 1

22:48 Uhr ~ Das Buch passt grad sooo gut zu der Musik, die ich nebenbei höre.*-* 

23:31 Uhr ~ Warum hast du dich für dein Buch entschieden? War es eher ein Cover-Kauf oder hast du dich vom Klappentext mitreißen lassen? 
Ich hab das Buch mal bei irgendeiner Booktuberin in einem Regalvideo gesehen. Sie hatte es in höchsten Tönen gelobt, also habe ich es mir kurzerhand gebraucht bestellt und... Joa. Den Klappentext habe ich erst gelesen, nachdem ich schon bei der Hälfte war.:D Irgendwie interessieren mich Klappentexte selten. Leute, die die Bücher schon gelesen haben, geben meistens eine bessere Zusammenfassung. Das ist fast schon traurig.

23:55 Uhr ~ Jetzt ist die Lesenacht schon wieder fast vorbei. Aber ich denk mal, ich werde trotzdem noch weiterlesen. Immerhin habe ich bisher stolze 80 Seiten geschafft...^^'

00:10 Uhr ~ Sooo, das wars dann wohl. Alle gehen ins Bettchen und da sich mein Hirn nicht mehr so richtig auf das Buch konzentrieren will, mach ich jetzt erstmal eine klitzekleine Pause und schau mir ein paar Let's Plays an.:D
Also: Gute Nacht ihr Schnitten!



{Rezension} Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun


Magie ist ein gefährliches Spiel …
Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist. 

Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen …

Verschiedene Schicksale, die durch kuriose Zufälle miteinander verwoben werden, Intrigen, Verschwörungen und eine große Aufgabe, die am Ende alle Fäden miteinander verknüpft. Eigentlich nichts Neues. Vor allem nicht, wenn es um guten alten High Fantasy geht. Und trotzdem haben die beiden Autoren Tom und Stephan Orgel etwas ganz Besonderes aus ihrem immerhin 600-Seiten Schinken gemacht. Sie lassen eine neue Welt aufleben, in der man abends bei Kerzenschein am besten versinken kann.
Für jeden Geschmack wird etwas geboten. Es gibt die lustigen, nicht wirklich ernstzunehmenden Charaktere, die liebenswürdigen und die bösartigen. Demzufolge gibt es viele von ihnen mit vielen, vielen Namen. Die wichtigsten merkt man sich zum Glück automatisch und nur selten muss man mal hinten im Personenverzeichnis nachschauen, um sich wieder ins Gedächtnis rufen zu können, wer da nun gerade spricht. Erstaunlich ist auch, dass keine der Hauptfiguren zu kurz kommt. Ganz im Gegenteil. Selbst über diverse Nebencharaktere habe ich so viele Hintergrundinfos nach und nach bekommen, dass ich nicht ein einziges Mal das Gefühl hatte, zu schlecht über jemanden informiert zu sein. Jede der Figuren führt ein so individuelles Leben, dass ich auch nie jemanden mit einem anderen im Kopf vertauscht habe, oder nicht gleich mitbekommen habe, um wen es in dem aktuellen Kapitel geht.
Außerdem gibt es im Vergleich zu vielen anderen High Fantasy Romanen keine langen und einschläfernden Politikgespräche, die man dann doch hin und wieder lieber überfliegt, sondern actionreiche und spannende Szenen, die immer wieder Schwung in den Verlauf der Geschichte bringen, wenn sie mal etwas abflaut.
Und wie es auch typisch für Bücher aus dieser Sparte ist, wird alles beschrieben. Wie bereits erwähnt, erfährt man sehr viel über die Charaktere, aber auch über diverse Länder, historische Ereignisse, Tierarten... Eben alles, was für diesen Roman neu erfunden wurde. Man könnte meinen, dass man sich irgendwann an all diesen neue Beschreibungen sattgelesen hat, allerdings lernen auch die Charaktere diese Welt teilweise erst neu kennen. Dadurch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Autoren etwas nur für den Leser beschrieben haben, sondern die Figur selbst gerade etwas neues entdeckt und ich als Leserin davon einfach Zeugin werden durfte.
Der Schreibstil der Autoren ist trotz einiger Schnörkel sehr flüssig und ich habe nie den Roten Faden verloren. Ich hätte mir lediglich etwas mehr Individualität gewünscht, was die Wortwahl anging. Denn gerade Ausdrücke, wie „hochaufgeschossen“ oder „spöttisches Lächeln“ habe ich für meinen Geschmack etwas zu gehäuft im Buch vorgefunden.


Vielleicht war das auch nicht alles, an das er sich verschwommen erinnerte, ein Traum gewesen. Zumindest hatte er bisher noch nie so eine Scheiße geträumt.
Seite 93

Lebrec lachte humorlos auf. Es war so einfach, Leben auszulöschen. Es war... nein, es war wirklich keine große Sache.
Seite 255

Das Leben fand immer einen Weg, auch wenn der Tod es am Ende stets einholte. Es tauchte an anderer Stelle wieder auf, lachte dem Sterben ins Gesicht und machte einfach weiter. Es war schon eine seltsame Sache, dieses Leben.
Seite 317


Sehr guter klassischer High Fantasy, der aus der Masse sticht, obwohl er viele der typischen Klischees dieses Genre betreffend erfüllt.

7/7




ISBN: 978-3-453-31688-1

Trailer zum Buch:


Vielen Dank!





Sonntag, 22. November 2015

{Rezension} Basaltblitz 1 - Geburt eines Helden


Der schüchterne Nick verwandelt sich, nachdem er versehentlich einen Kometen gegessen hat, in einen Superhelden. Nick ist begeistert! Doch schon bald muss er feststellen: Wo ein Superheld ist, da sind die Superschurken nicht weit. Und dann ist da noch dieser merkwürdige Durst nach Blut, der nach jeder Heldentat größer wird …


Noch nie habe ich ein Buch über Superhelden gelesen, deswegen war ich mir auch nicht sicher, was ich von Basaltblitz erwarten konnte. Doch egal, was ich hätte erwarten können, es wäre diesem Buch absolut nicht gerecht geworden!
Vom ersten gelesenen Satz an hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht, denn ein für mich persönlich sehr passender Humor zieht sich dauerhaft durch die Geschichte. Auch, wenn ich zugeben muss, dass manch ein Witz oder Kommentar nicht besonders jugendfrei ist, was aber oftmals das Ganze noch lustiger macht. (Vor allem, wenn man fast alles gern zweideutig sieht.)
Nick selbst ist ein Loser, ein Hänfling, der gemobbt wird und sich lieber in seinen Comics verkriecht, als Kontakt zu jenen zu haben, die ihm das Leben nur schwer machen wollen. Die Tatsache, dass Nick eben jene Comics hin und wieder mit seinem Leben in Verbindung bringt und es viele Anspielungen auf Marvel, DC und Co. gibt, ist auch ein extra Pluspunkt, der vor allem diejenigen unter euch freuen wird, die sich eben auch für die „klassischen“ Superhelden interessieren.
Immerhin bleibt Nick nicht allein, denn Bruce, kurz „Be“, ist neu in der Schule und die beiden teilen nicht nur die Tatsache, dass sie Sonderlinge sind, sondern auch Interessen. Und vor allem das Interesse an dem Kometen, der kürzlich in der Stadt herunterkam und nicht mehr aufzufinden ist.
Seitdem passieren den beiden und vor allem eben Nick auch immer mehr komische Sachen. Und obwohl es eine ganze Weile dauert, bis er erst einmal gerafft hat, was es mit dem Kometen und vor allem seinen neuen Fähigkeiten auf sich hat, tauchen schon die ersten Probleme auf, die es mit sich bringt, ein verstrahlter Superheld zu sein.
Zwar bleiben viele Fragen offen, zum Beispiel, was es mit dem Kometen auf sich hat, doch verspricht das immerhin weitere spannende Folgebände. Außerdem wir der Leser mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger zurückgelassen.

Der Schreibstil des Autors ist sehr locker gehalten, weshalb ich nicht ein einziges Mal aus dem Lesefluss rausgekommen bin. Genau genommen habe ich das ganze Buch auf einmal verschlungen. Sein Humor ist einfach zum Niederknien.
Wegen dieser idealen Mischung wickelt sich die Handlung sehr schnell, aber nicht zu schnell, ab. Es gibt keine langweilige Seite, keine Stelle, an der ich am liebsten einfach weitergeblättert hätte. Ich habe förmlich an jedem Wort gehangen. Es war wirklich eine Wohltat, mal wieder ein Buch zu lesen, das einfach nur Freude bereitet und sehr gut unterhält. Und ich glaube, es gibt ein neues Mitglied in meiner Liste mit meinen Lieblingsbüchern.



Aber Sven war eben Sven. Sobald man Sven fragte, bekam man eine auf die Fresse. Und Nick war Nick und hatte ständig Angst, eine auf die Fresse zu bekommen.
Seite 11

Es schien eine unvermeidliche Eigenschaft von Eltern zu sein, nie so ganz zu verstehen, worum es eigentlich ging.
Seite 103

Der Zweifel war ein Depp und schwieg jetzt besser.
Seite 114


Ich hab absolut nichts zu mäkeln. Ein wirklich tolles Buch, um das Hirn zu entspannen und nebenbei ein wirklich lustiges Abenteuer zu erleben.

7/7


ISBN 978-1517043674

http://www.markustillmanns.de/basaltblitz/

Folgebände:

1. Geburt eines Helden
2. Monsterjagd
3. Blutmond