Sonntag, 17. Januar 2016

{Rezension} Im Auge des Himmels

Seit seiner Geburt hat Durand sich darauf vorbereitet, eines Tages über Gravenholm zu herrschen. Doch als es zum ersten Mal darum geht, sich zu beweisen, versagt er. Er verliert alles, was ihm wichtig ist - sein Erbe, sein Lehen und seine Heimat. Aber Durand gibt nicht auf. Stärker als je zuvor brennt in ihm das Verlangen, sich seines hohen Ranges würdig zu erweisen. Tatsächlich erhält er eines Tages die Gelegenheit, und dieses Mal darf er nicht versagen - denn das Schicksal des Königreichs liegt in Durands Händen ...

Durand erfüllt so ziemlich alle Klischees, die es im Zusammenhang mit Rittern, bzw. Helden aus High Fantasy - Romanen gibt. Er steht nicht gerade in der Gunst seines Vaters, muss sich neben einem erfolgreichen Bruder behaupten und hat da natürlich wieder irgendein Problem mit seiner Ehre. Trotz allem besitzt Durand immerhin einen gesunden Stolz und eine Menge Mut. Er ist eine ruhige, in sich gekehrte Figur, mit der ich mich vielleicht nicht unbedingt identifizieren, aber während des Lesens anfreunden konnte. Er beschließt Ritter zu werden, um sich seinen Platz in der Welt zu erkämpfen und begibt sich auf eine Reise, womit auch die wirkliche Handlung des Buches beginnt.
Ich hatte ja so meine Probleme, mich erst einmal an den Schreibstil des Autors zu gewöhnen. Es kommen oft lange, verschachtelte Sätze vor und manchmal springt er in der Handlung so hin und her, dass ich plötzlich den Faden verloren habe und manche Stellen selbst nach dem dritten Lesen nicht verstand. Das hat mich leider so geärgert, dass ich mich lange durch diese 600 Seiten gekämpft habe.  Denn trotz eines spannenden Plots und facettenreichen Charakteren konnte ich erst nach 200 Seiten all dem folgen. 
Die Stimmung von „Im Auge des Himmels“ ist wie ein Wellengang. Mal dümpeln alle Charaktere auf einer Stelle herum und kommen nicht voran und dann tauchen wieder neue Kreaturen auf, die alles auf den Kopf stellen und die Spannung wieder ans Äußerste treiben. Auch die Kämpfe und Schlachten waren sehr aufregend zu lesen. Allgemein kommen sehr viel Blut und Gewalttaten vor. 
„Im Auge des Himmels“ erzählt eine sehr düstere Geschichte, wodurch es von mir einen extra Punkt bekommt, denn obwohl Durand hin und wieder mit Frauen verkehrt, wird er keiner dieser verweichlichten Männer, die ihrer Lady hinterherhuschen und sich für sie in jede Pfütze schmeißen. Eher bleibt er eine verhältnismäßige undurchsichtige Figur, die bis zum Ende hin ihre Geheimnisse wahrt.

Ich hätte mir ehrlich gesagt noch eine Karte gewünscht, denn gerade im High Fantasy wird oft der Ort gewechselt und da ist eine Karte immer sehr nützlich, um sich zurechtzufinden und außerdem verleiht es dem Ganzen auch irgendwie mehr Persönlichkeit.

Ein Ritter, dem Durand noch nie begegnet war, schwang sich in seinen Sattel und preschte aus ihren Reihen hervor, die Lanze angelegt. Am anderen Ende der Kampfplätze begab sich ein Hengst tänzelnd auf die längliche Gasse hinaus. Die Männer sahen liebend gern Turniere. Sie brachten doch zum Ausdruck, was alles in einem Mann steckte.
Seite 316

"Weshalb reitet er, der Herr der Verlorenen Schar?
Weshalb reitet er, der Herzog dessen Schicksal das war?
Auf wen macht er Jagd, hier im Dickicht der Nacht?
Weshalb macht er Jagd, halten nicht Hunde die Wacht?"
Seite 362

Dieses Buch sollte man wirklich nur lesen, wenn man dabei wach ist, sonst versteht man schnell nur noch Bahnhof. Nichtsdestotrotz ist "Im Auge des Himmels" empfehlenswert für Liebhaber von gutem, düsteren High Fantasy und dunkler Magie.

5/7

(Ich würde euch gern einen Link geben, aber ich fürchte, dieses Buch bekommt man nur noch gebraucht.)
ISBN 9783442244102












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