Samstag, 28. November 2015

{Rezension} Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun


Magie ist ein gefährliches Spiel …
Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist. 

Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen …

Verschiedene Schicksale, die durch kuriose Zufälle miteinander verwoben werden, Intrigen, Verschwörungen und eine große Aufgabe, die am Ende alle Fäden miteinander verknüpft. Eigentlich nichts Neues. Vor allem nicht, wenn es um guten alten High Fantasy geht. Und trotzdem haben die beiden Autoren Tom und Stephan Orgel etwas ganz Besonderes aus ihrem immerhin 600-Seiten Schinken gemacht. Sie lassen eine neue Welt aufleben, in der man abends bei Kerzenschein am besten versinken kann.
Für jeden Geschmack wird etwas geboten. Es gibt die lustigen, nicht wirklich ernstzunehmenden Charaktere, die liebenswürdigen und die bösartigen. Demzufolge gibt es viele von ihnen mit vielen, vielen Namen. Die wichtigsten merkt man sich zum Glück automatisch und nur selten muss man mal hinten im Personenverzeichnis nachschauen, um sich wieder ins Gedächtnis rufen zu können, wer da nun gerade spricht. Erstaunlich ist auch, dass keine der Hauptfiguren zu kurz kommt. Ganz im Gegenteil. Selbst über diverse Nebencharaktere habe ich so viele Hintergrundinfos nach und nach bekommen, dass ich nicht ein einziges Mal das Gefühl hatte, zu schlecht über jemanden informiert zu sein. Jede der Figuren führt ein so individuelles Leben, dass ich auch nie jemanden mit einem anderen im Kopf vertauscht habe, oder nicht gleich mitbekommen habe, um wen es in dem aktuellen Kapitel geht.
Außerdem gibt es im Vergleich zu vielen anderen High Fantasy Romanen keine langen und einschläfernden Politikgespräche, die man dann doch hin und wieder lieber überfliegt, sondern actionreiche und spannende Szenen, die immer wieder Schwung in den Verlauf der Geschichte bringen, wenn sie mal etwas abflaut.
Und wie es auch typisch für Bücher aus dieser Sparte ist, wird alles beschrieben. Wie bereits erwähnt, erfährt man sehr viel über die Charaktere, aber auch über diverse Länder, historische Ereignisse, Tierarten... Eben alles, was für diesen Roman neu erfunden wurde. Man könnte meinen, dass man sich irgendwann an all diesen neue Beschreibungen sattgelesen hat, allerdings lernen auch die Charaktere diese Welt teilweise erst neu kennen. Dadurch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Autoren etwas nur für den Leser beschrieben haben, sondern die Figur selbst gerade etwas neues entdeckt und ich als Leserin davon einfach Zeugin werden durfte.
Der Schreibstil der Autoren ist trotz einiger Schnörkel sehr flüssig und ich habe nie den Roten Faden verloren. Ich hätte mir lediglich etwas mehr Individualität gewünscht, was die Wortwahl anging. Denn gerade Ausdrücke, wie „hochaufgeschossen“ oder „spöttisches Lächeln“ habe ich für meinen Geschmack etwas zu gehäuft im Buch vorgefunden.


Vielleicht war das auch nicht alles, an das er sich verschwommen erinnerte, ein Traum gewesen. Zumindest hatte er bisher noch nie so eine Scheiße geträumt.
Seite 93

Lebrec lachte humorlos auf. Es war so einfach, Leben auszulöschen. Es war... nein, es war wirklich keine große Sache.
Seite 255

Das Leben fand immer einen Weg, auch wenn der Tod es am Ende stets einholte. Es tauchte an anderer Stelle wieder auf, lachte dem Sterben ins Gesicht und machte einfach weiter. Es war schon eine seltsame Sache, dieses Leben.
Seite 317


Sehr guter klassischer High Fantasy, der aus der Masse sticht, obwohl er viele der typischen Klischees dieses Genre betreffend erfüllt.

7/7




ISBN: 978-3-453-31688-1

Trailer zum Buch:


Vielen Dank!





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