Freitag, 21. Oktober 2016

{Rezension} Auf Leben und Tod


Henry, ein gewalttätiger, kaputter Mann, besitzt geeignete Räume. Er fängt Frauen und Männer ein und zwingt sie in seinen unterirdischen Katakomben zum Sex. 
Eine neue Generation wächst heran, die das Tageslicht niemals gesehen hat. Bereits von klein auf müssen die Kinder lernen, sich zu behaupten. Henry ist ein Fan von brutalen Ultimate-Kämpfen und möchte diese Kämpfe zum Mittelpunkt seines unterirdischen Reiches machen.
Aus den Kindern werden im Laufe der Jahre Jugendliche. »Einfache« Kämpfe reichen Henry nicht mehr aus. Von nun an geht es auf Leben und Tod.

Dieses Buch beginnt bereits sehr grausam. Henry ist noch ein Kind, wird regelmäßig von seiner Mutter missbraucht, von seinem Vater auch nicht besser behandelt. Dadurch bekommt er schon in seiner Jugend einen gewaltigen Knacks in seiner Psyche und zeigt erste Ansätze seiner späteren Persönlichkeit. 
Da die einzelnen Kapitel immer zwischen den Zeiten wechseln - Also seiner Jugend und seiner Regentschaft als „König“- kann man genaue Bezüge sehen, wie sich Erlebnisse in der Vergangenheit auf sein selbstgeschaffenes Königreich ausgewirkt haben. Und deswegen wirkt auch diese Welt, die er mit seinen irren Regeln beherrscht, wie die kranke Fantasie eines gestörten Kindes. 
Ich muss dazusagen, dass dieses Buch eher eine sehr krasse Was-Wäre-Wenn-Situation beschreibt und keinen realen Horror. Man sollte die Idee, eine eigene Welt unter der Erde zu erschaffen, nicht allzu ernst nehmen, sondern es eher als einen skurrilen und abstrusen Einfall auffassen. Zwar haben in der Geschichte der Menschheit grausame Leute ähnliche Taten vollbracht, aber „Auf Leben und Tod“ spitzt das Ganze nochmal auf eine ganz eigene Art sehr zu. 

Henry ist meiner Meinung nach nie wirklich erwachsen geworden. Es wird beim Lesen sehr deutlich, wie er sich von einem gequälten Jungen in ein krankes und gefährliches Schwein verwandelt, geistig aber nie über maximal 13 Jahre hinauswächst. Es tut mir sogar richtig leid um den lieben Jungen, der er anfangs noch ist. Allerdings werden nach und nach immer schlimmere und ekelhaftere Themen angeschlagen und ich, als absolute Tierliebhaberin, habe mir größte Mühe gegeben, über einige Stellen schnell hinwegzulesen. So habe ich auch aus der Zuneigung, zu dem kleinen unschuldigen Jungen eine starke Abneigung gegen das entwickelt, was er geworden ist.
Die Bewohner, also die „Untertanen“ Henrys sind bunt gemischt. Manche von ihnen hat er viele Jahre zuvor auf der Erdoberfläche gefangen, andere sind dort unten geboren und haben nie Tageslicht gesehen. Aber sie alle wissen ganz genau, wo sie leben. Jedoch haben die Kinder nie erfahren, wie es „dort oben“ aussieht und dass sie eigentlich Gefangene sind. Aufgefallen ist mir, dass sie alle so ziemlich das gleiche Vokabular haben: Nicht besonders weit entwickelt und anstandslos. Worauf das zurückzuführen ist, kann man sich denken.
Zwar klingt das alles bisher sehr schlimm, doch hat der Autor auch dafür gesorgt, sympathische Figuren in die Geschichte einzubinden: Aldiana und Alona. Die beiden Kinder führen den Leser durch die spätere Welt, die Henry erschaffen hat und bringen immerhin hin und wieder Lichtblicke. Die beiden scheinen die Einzigen zu sein, die nicht vollkommene Freaks geworden sind.

Da ich bereits „Ausradiert“ von Martin S. Burkhardt kenne, war ich etwas enttäuscht, da ich dieses Buch wirklich super fand. Natürlich habe ich eine ganz andere Geschichte erwartet, aber auch sein fesselnder Schreibstil fehlt in „Auf Leben und Tod“ irgendwie. Es lässt sich trotzdem leicht und schnell lesen, doch hat es auf mich immer so gewirkt, als wäre er als Autor nicht ganz bei der Sache gewesen. Erschwerend kam hinzu, dass es nie wirklich spannend wurde. Als Leserin habe ich kein Ziel gesehen, auf das das Buch hinarbeitet und nie wirklich mitfiebern können. Vielleicht lag hier der Fehler aber auch an mir, da ich durch die Leseprobe auf Amazon bereits unfreiwillig das Ende kannte. Ich muss aber zugeben, dass ich die Geschichte auch nicht aufregender gefunden hätte, wenn ich das Ende nicht bereits gewusst hätte.
Aus dem Finale hätte man auch mehr machen können. Es plätschert eher unaufregend dahin, als in einem großen Knall zu enden, wie es eher gepasst hätte.

Ausnahmsweise kann ich hier keine angeben, weil dieses Buch nunmal auch nicht auf schöne Worte, sondern auf das Schocken abzielt. 



Das Grundgerüst hat viel geniales Potential, allerdings hat mir die Umsetzung gar nicht gefallen.
Vielleicht bin ich einfach nicht für diese Art von Buch gemacht.

3/7

ISBN: 978-3-95835-114-1

Montag, 17. Oktober 2016

{Gedankenkotze} Autoren die sich keine Mühe geben

Es ist nach einer ganzen Weile mal wieder Zeit für meine Gedankenkotze.
Wie immer gilt: Das ist meine Meinung und nicht die der ganzen Welt.



So, ich muss jetzt wirklich mal Dampf ablassen. 
In letzter Zeit häufen sich immer öfter Mails in meinem Postfach, die inhaltlich ungefähr so viel sagen wie „Hier, lies mal mein Buch! Das ist neu und wenn du mehr wissen willst, guck halt unter Amazon nach.“. Meistens netter formuliert, aber das war es dann auch. Man merkt sofort, wenn entsprechende Autoren meinen Blog nicht angesehen, oder auch nur eine Minute damit verbracht haben, sich etwas umzusehen. Sonst würde man mir nicht irgendwelche Ratgeber für das Finanzwesen oder das Leben anbieten. Zumal wurde schon des öfteren mein Name vollkommen falsch geschrieben. Es ist nicht schlimm, wenn man „Annabelle“ statt „Annabel“ schreibt, schließlich steht er auch anders in meiner Mail. Aber manche Buchstaben völlig wegzulassen oder zu verdrehen, sehe ich schon als sehr schluderig an. Entweder hat da jemand in extremer Hast blindwütig über seine Tastatur getippt, um möglichst schnell möglichst viele Mails an verschiedene Blogger zu schicken, oder es hat denjenigen/ diejenige einfach nicht die Bohne interessiert. „Liebe Blogger,“ ist zwar auch keine besonders persönliche Anrede, aber die haben (in meinem Fall) bisher sowieso nur einige Verlage benutzt, und da ist das ok, weil es nie um direkte Rezensionsanfragen ging.
Das hier mag für manch einen nur als Rumgerede wirken, aber ich wette, dass es auch viele Blogger unter euch gibt, die auch mit diesen Problemen zu kämpfen haben. Und das ärgert mich sehr. Mittlerweile überrascht es mich sogar positiv, wenn mir ein Autor oder eine Autorin in einer Mail viele Infos zum Buch mit hineinpackt, auf mehrere Links und sogar Rezensionen hinweist und richtig persönlich und freundlich wirkt. Und gewissermaßen ist das schade, denn eigentlich möchte man doch sein Buch möglichst gut präsentieren. Warum geben sich dann manche trotzdem nicht einmal die Mühe, den Klappentext per Copy-Paste einzufügen? Das sind zwei Handgriffe!
Bisher habe ich wirklich immer auf jede Anfrage geantwortet, denn ich empfinde es als sehr unhöflich, Mails einfach unbeantwortet vergammeln zu lassen. Und wenn jemand keine Antwort von mir bekommen hat, dann muss die Mail im absoluten Stress untergegangen sein. (Was ich nicht hoffe.) Aber heute Morgen habe ich wieder in mein Postfach geschaut, wieder eine 3-zeilige Mail gefunden, die inhaltlich absolut nichts über das Buch preisgibt, und ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht, auch nur zu antworten. 
Vielleicht versteht jemand das nicht, dann lasst es mich erklären:
Ein Blogger steckt (in der Regel) viel Zeit und Herzblut in seinen Blog und auch in die Rezensionen. Das sind immerhin auch mehrere Stunden Arbeitszeit, die ein Rezensionsexemplar erfordert. Einige Stunden braucht es, das Buch überhaupt erstmal zu lesen. Ich mache mir dann nebenbei und danach Notizen über alles Mögliche. Ich fertige einen Post an, bastle per Photoshop die Bilder zurecht, teile die Rezension dann auf verschiedenen Plattformen und dann bekomme ich vom Autor nicht mehr als ein „Mein Buch ist neu, lies das doch auch mal.“? Ehrlich gesagt, sehe ich das einfach nicht mehr ein. Fashionblogger beispielsweise verdienen sich im großen Stil eine goldene Nase, wenn die Produkte bewerben und darüber Posts verfassen. Wir Buchblogger machen nichts anderes! Und ich bin noch nie auf jemanden gestoßen, der Bücher rezensiert und dafür Geld verlangt. Ich will nichts lostreten, aber manchmal glaube ich, dass es besser wäre, wenn Rezensionen etwas kosten würden. Denn dann würden manche Autoren sich wohl auch mehr Mühe geben und nicht wie verrückt Mails an möglichst jeden schicken. 
Aber Bezahlung ist ein anderes Thema, um das es hier eigentlich nicht geht.
Es macht mich einfach stockwütend, dass manche Autoren uns Buchblogger nur als billige Werbeplattform sehen. Dass da noch Menschen dahinter sitzen, die bereit sind, IHRE Freizeit in eine Rezension zu stecken, scheint an solchen Leuten vorbeizugehen.
Natürlich gibt es, wie bereits erwähnt, auch Autoren, die sich auch in den Anfragen Mühe geben. Einige packen noch viele Goodies mit zu den versendeten Büchern, manche signieren sie sogar noch extra. Sowas ist natürlich kein Muss, aber es freut mich eben ungemein, wenn ich merke, dass da doch noch daran gedacht wird, dass sich jemand bereitwillig Zeit für das entsprechende Buch nimmt.
Selbstverständlich liebe ich es, Bücher zu lesen und sie dann zu rezensieren. Mein Blog ist eins meiner liebsten Hobbys (mittlerweile schon etwas mehr als das) und ich bin immer froh, wenn ich neue Bücher und Autoren kennenlernen darf. Mir tut es nur leid für die Autoren, die wirklich ihr Herzblut in alles stecken und dann vielleicht keine Antwort oder eine Absage bekommen, weil der entsprechende Blogger kurz davor einmal zu oft eine Rezensionsanfrage einfach hingeklatscht bekommen hat.
reaction charlie gifVor einiger Zeit meinte sogar einmal eine Autorin, dass sie nur auf lediglich 20% ihrer Mails überhaupt eine Antwort bekommt. Ob die dann positiv oder negativ ausfallen ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Und diese Autorin hatte sich WIRKLICH Mühe mit ihrer ersten Mail an mich gegeben. Und glaubt mir, wenn jeden Tag verschiedenste Mails eintrudeln, kann man da schnell differenzieren, wer sich Gedanken bei dem Schreiben der Anfrage gemacht hat, und wer nicht.
Ich verlange ja nicht einmal, dass ein Autor sich erst meinen gesamten Blog durchliest bevor er mir eine Mail schreibt. Und ich habe auch nichts gegen Standardtexte, die in jede Anfrage eingefügt werden, aber dann sollten diese Texte trotzdem nicht nur aus einem lieblos getippten Satz und einem Amazonlink bestehen. 


So, mir geht es schon etwas besser. Aber ich finde, das hier musste mal gesagt werden.

Gibt es unter euch Blogger, denen es ähnlich geht?
Wie geht ihr mit solchen Anfragen um? Antwortet ihr noch auf alle?
Und was sagen die Autoren unter euch zu diesem Thema?



Sonntag, 16. Oktober 2016

{eAf} Janine Prediger | Die Geschichte hinter dem Titel


Wie sollte es auch anders sein? Natürlich muss auch Janine Prediger, eine meiner allerliebsten Autorinnen hier auftauchen und ich freu mich sehr sehr sehr darüber, dass sie eingewilligt hat, ebenfalls einen Beitrag zu schreiben.:)



Von subtilen Botschaften und zahnlosen Dämonen
Der Dämon von Naruel – das ist nicht nur ein Begriff, sondern auch der Buchtitel meiner Fantasy-Saga. Aber was will ich euch eigentlich mit so einer langen Schlagzeile sagen? Das ist ganz einfach: Mit einem passenden Titel möchte ich als Autor euch Lesern ganz subtil einen ersten Einblick in das Buch geben, ohne dass ihr es überhaupt aufschlagen müsst. 
Ein Titel wie „Der Dämon von Naruel“ verrät dem Leser, dass es in dem Buch um einen Dämon geht, der irgendetwas mit Naruel zu schaffen hat. Aber wer oder was ist Naruel? Hört sich irgendwie fremdartig an? Dann wird es sicherlich irgendwas mit Fantasy zu tun haben. Bingo! 
Wer interessiert ist, dieses Geheimnis zu lüften, findet Antwort im Klappentext: „Naruel“ ist die von mir geschaffene Welt, in der die Handlung des Buches spielt.
Aber das war noch nicht alles, es geht nicht um einen Dämon sondern um einen ganz besonderen, was der Artikel „der“ suggeriert. Und was macht gerade diesen Dämon so besonders? Für die Antwort müsst ihr schon selber lesen.  
Bevor ich euch etwas zum Untertitel erzähle, möchte ich noch kurz auf den Begriff „Dämon“ eingehen. 

Als Dämonen bezeichnet man in fast allen Kulturen unheilbringende (böse) Geister, die in das Leben der Menschen eingreifen können.  Ihre zahlreichen Erscheinungsformen variieren dabei stark nach Kulturkreis. Vertreter sind unter anderem die indischen Rakshasas, die japanischen Oni, der arabische Ghul oder die im Judentum bekannten Dybbukim
Da eine Interaktion mit Dämonen oft verheerende Folgen mit sich bringt, fürchten Menschen diese Wesen. Im Gegensatz zu Schutzgeistern werden sie als ein negatives Gegenstück zu guten oder göttlichen Kräften wie beispielsweise den Engeln angesehen. 
Am liebsten würde ich jetzt einen Punkt machen, aber gerade in der heutigen Zeit wird der gefährliche Dämon durch Genres wie Dark-Romance oder Paranormal-Romance in gewisser Weise verharmlost.  

Plötzlich werden verliebte Vampire, gutaussehende Gestaltwandler und wollüstige Werwölfe unter der Kategorie Dämonen zusammengefasst, was dem Begriff im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne zieht. 

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Natürlich zählen zu den Dämonen auch die mesopotamischen Succubi und Incubi, die den Beischlaf mit Menschen vollziehen. Dies geschieht allerdings nicht aus Liebe oder Leidenschaft, wie es in oben genannten Genres oft der Fall ist, sondern um dämonischen Nachwuchs zu zeugen oder Lebensenergie zu rauben.  Ein Dämon im ursprünglichen Sinn will allgemein gesagt nur eins: sein eigenes Überleben sichern. Dies geschieht zum Leidwesen der Menschen, welche oft eine Art Wirt (Eintritt in die stoffliche Welt, Gebärgefäß,…) oder Nahrung (Gefühle, Träume, Lebensenergie, Fleisch, …) für die Geisterwesen darstellen.
Naruels Dämonen zählen zu den Dämonen der alten Schule. Sie sind bösartig, hungrig, blindwütig und ganz und gar nicht verliebt.

Wer achtsam den Klappentext des ersten Teils liest, dem geben die Worte Verzweiflung, Dämon, Albtraum, Übel und Finsternis schon eine gutes Grundgerüst für das Setting und die Stimmung im Buch. Düster geht es zu, düster, dämonisch, aber auch fantastisch.
Wenn ihr also auf der Suche nach einer neuen, fantastischen Welt seid, in der Dämonen noch Dämonen sind, dann empfehle ich euch „Der Dämon von Naruel“.
Der erste Teil trägt den Untertitel „Der Berg der Elemente“ und was es damit auf sich hat, werde ich den Interessierten unter euch im Folgenden erzählen.


Der Berg der Elemente – Untertitel und Mysterium zugleich
In der Welt Naruel ranken sich viele Mythen und Legenden um den Berg der Elemente, um sie zu verstehen, müssen wir weit zurück zu den Anfängen von Naruel gehen und tauchen damit in den Schöpfungsmythos der Welt ein: 
Es heißt, als die Götter die Menschen schufen, formten sie diese aus Erde, Wasser, Feuer, Luft, Eis und einem Blitz. Von diesen Menschen wählten sie sechs aus und entfernten aus ihnen wieder fünf der Elemente. Auf diese Weise entstanden einen Mann, der Feuer in seinem Herz trug, eine Frau so stürmisch wie der Wind, ein Mann, durch dessen Adern nichts als klarstes Wasser strömte, eine Frau, die eins mit der Erde war, ein Mann so mächtig wie ein Gewitter und eine Frau, mit Haut so kalt wie Eis.
 Fortan sollten diese Sechs keine einfachen Menschen mehr sein, sondern wurden „Hüter der Elemente“ genannt. Da sie die Elemente in menschlicher Form verkörpern, können sie je eines davon beherrschen und nach ihrem Willen formen. Um sie alle zu verbinden und für ein Gleichgewicht zu sorgen, wählten die Götter einen siebten Mann aus, dem sie alle Elemente nahmen und seine leere Hülle mit göttlichem Willen füllten. Dieser wird der „Hüter der Existenz“ genannt und kennt durch seine Verbindung zu den Göttern die Antwort auf jede nur erdenkliche Frage. 

Tief im Oreeagebirge verborgen liegt ein See, der bei Dämmerung in den sieben Farben der Elementehüter leuchtet, aus diesem See erhebt sich ein hohler Berg und darin, so sagt man, residieren die sieben Hüter und geben seit jeher Acht auf das Gleichgewicht ihrer Welt.
Es wird berichtet, dass Menschen, die Antwort auf eine schwierige Frage suchen, zum Berg der Elemente kommen, um den Hüter der Existenz um Antwort zu ersuchen.
Allerdings erhält man nur dann eine Auskunft, wenn man sich seines eigenen Elementes durch eine Prüfung als würdig erweist. 
Da die Menschen ursprünglich aus sechs Elementen geformt worden sind, trägt ein jeder einen Teil Erde, Wasser, Feuer, Luft, Blitz und Eis in sich, aber eines der Elemente überwiegt stets. Es prägt den Charakter und weist dem Menschen unmissverständlich einem der sieben Elemente und seinem Hüter zu.

Um herauszufinden, welches Element im Menschen überwiegt, legt dieser seine Herzhand auf eine geheimnisvolle Steinkugel im Berg der Elemente. Daraufhin beginnt die Kugel zu leuchten und ihr Farbschimmer gibt Auskunft über die Zugehörigkeit.

Grün: Erde und Pflanzen
Goldgelb: Blitz und Donner
Rot: Feuer und Flammen
Violett: Wind und Luft
Blau: Wasser und Regen
 Türkis: Eis und Kälte
Sehr selten kann es vorkommen, dass die Elemente im Menschen ausgewogen sind und keines überwiegt, diese Menschen werden „Tasgunra“ (Stimmenhörer) genannt und ihnen wird der Hüter der Existenz zugeordnet. Sollte so etwas vorkommen, erstrahlt die Kugel silber-weiß. 
Hat ein Mensch sich seinem Element schließlich durch die bestandene Prüfung als würdig erwiesen, verpflichtet sich der Hüter jenes Elementes, den Bittsteller fortan als Schützling anzunehmen. Dieser Mensch ist nun befähigt, in gefährlichen Situationen den Beistand seines Elementehüters einzufordern, indem er diesen aus seinem Element „hervorruft“. Allerdings muss sich das betreffende Element in der unmittelbaren Nähe des Schützlings befinden, da der Hüter nur dort erscheinen kann, wo sich auch sein Element befindet.
So kann die Hüterin der Lüfte und Winde fast überall auftauchen, der Hüter des Wasser nur an Gewässern oder bei Regen und der Hüter des Donners und der Blitze logischerweise nur bei einem Gewitter.

In „Der Dämon von Naruel – Der Berg der Elemente“ begibt sich die Kriegerin Pan auf die Reise zum Berg der Elemente, um Auskunft über ihr Schicksal zu erfahren. Wer der Dämon von Naruel ist und wie er in Pans Leben eingreift, solltet ihr wie gesagt selbst lesen.  

Wenn ihr erfahren wollt, welches Element in euch steckt, dann müsst ihr aber nicht wie Pan den weiten Weg gehen, sondern könnt ganz bequem auf der Website zum Buch einen eigens dafür angefertigten Test dazu machen.








Klappentext zum 1. Band
Frische Fantasy, blutverschmiert und packend bis zum Ende!
Verzweiflung treibt Pan dazu, ihre Seele an einen Dämon zu verkaufen, doch das Ausmaß dieser Entscheidung übersteigt die Vorstellungskraft der jungen Kriegerin. 
Ihr silberner Hoffnungsschimmer in der Nacht wandelt sich plötzlich in einen blutroten Albtraum: Denn die nächste Mondfinsternis droht ein uraltes Übel aus einem tausendjährigen Schlaf zu wecken. 
Pan wird es zur Bestimmung gemacht, dies unter Einsatz ihres Lebens zu verhindern. Sie muss die wiedergeborenen Götterseelen der Vergangenheit finden und zusammenführen, um die Länder Naruels vor der ewigen Finsternis retten zu können. 
Aber kann diese heilige Aufgabe gelingen, wo doch ihre eigene Seele mehr und mehr von einem Dämon vergiftet wird?

Über die Autorin
Janine Prediger, in den 90ern geboren, wuchs in einem Dorf in Westfalen auf. Dort besuchte sie das örtliche Gymnasium und erlangte die Allgemeine Hochschulreife. Das Schreiben begann sie bereits in der Grundschule. 
„Als Kind habe ich oft im Wald gespielt und war fasziniert von der Schönheit der Natur. Ich wollte, dass auch andere diese Faszination teilen können und habe angefangen, meine Eindrücke und Gefühle auf Papier zu bringen. Zusammen mit einer unbändigen Fantasie ist daraus wohl irgendwann eine Leidenschaft geworden.“



Ich habe in dem Test übrigens das Element Luft bekommen und die Beschreibung passt 1:1 zu mir, wenn ihr mich fragt.:D

Janine Prediger könnt ihr übrigens auch zur Leipziger Buchmesse am 22. Oktober treffen!
Und ich trage jetzt jedem von euch auf, wie bekloppt zu fangirlen, da ich das leider nicht machen kann... Mehr Infos dazu, wo ihr sie genau treffen könnt, findet ihr auch auf ihrer Facebookseite. Und einen Vorgeschmack gibt sie auch schon:



Freitag, 14. Oktober 2016

{Rezension} Königskrone





Das packende Finale der großen Fantasy-Trilogie von Joe Abercrombie

Wer in den eiskalten Ländern rund um die Bruchsee aufwächst, lernt schon früh, dass der Tod vor niemandem haltmacht. Eine Lektion, die auch Prinzessin Skara von Throvenland nicht erspart bleibt: Hilflos muss sie mit ansehen, wie ihre ganze Familie ermordet wird. Ihr Wunsch nach Vergeltung führt sie nach Gettland zu Prinz Yarvi, einem Mann, der sich wie kein Zweiter mit der minutiösen Planung von Racheakten auskennt. Yarvi führt Skara in die Welt der politischen Intrige und der Kriegsführung ein. Eine Welt, in der das Recht des Stärkeren regiert ...

Die ersten Kapitel ist es mir doch recht schwer gefallen, Sympathie für die Hauptfiguren zu entwickeln. Ich war einfach nicht wieder gleich in diesem Strom gefangen, der mich im vorhergehendem Band so von der ersten Seite an gepackt hatte. Nach und nach tauchen aber immer mehr alte bekannte Figuren aus „Königsjäger“ auf und nach einer ganzen Weile sogar meine heiß geliebte Dorn Bathu, mit der auch wieder Biss in die Geschichte kommt.
Trotzdem bleiben die anfänglichen politischen Gespräche doch sehr anstrengend und ich war froh, dass sie immerhin zum Ende hin abebbten und es wieder ans Eingemachte ging. Trotzdem hatte ich auch hier bei den ersten Kämpfen Probleme, dem Verlauf zu folgen und war des Öfteren verwirrt. Diesem Buch fehlt es einfach an dem Kick-Ass-Charme, den „Königsjäger“ hat und wodurch dieses Buch auch so besonders gemacht wird. 
Nichtsdestotrotz hat auch „Königskrone“ Besonderheiten, die ich hier gern hervorheben möchte, da es sie so nicht oft gibt: In fast jeder wichtigen und höheren Position steht eine Frau. In dieser Geschichte haben sie das Sagen, leiten Erkundungstrupps, überfallen Städte und führen Kriege an. Ich finde es durchaus schön, auch hier auf starke Frauen zu treffen, die, abgesehen von Skara, nicht nur in wallenden Kleidern im Schatten der breitschultrigen Männer stehen. 

Der dritte Band dieser Reihe unterscheidet sich einfach sehr deutlich von dem zweiten Band. Das liegt nicht zuletzt an den doch sehr verschiedenen Hauptprotagonistinnen. Im Gegensatz zu der kämpferischen Dorn Bathu ähnelt Skara eher einem ängstlichen Kind, dass sich mit dem Verlauf der Geschichte zu einem kleinen Biest entpuppt. Es ist sehr schwer, sie wirklich einzuschätzen, da sie merkwürdige Entscheidungen trifft, ihre Art sich oft wandelt und sie jeder Person im Buch ein anderes Gesicht zeigt. Durch das Finale gewann sie bei mir an einigen Sympathiepunkten, doch ist mir Dorn immer noch sehr viel lieber als sie. Es fallen mehr Worte als Köpfe und das Drama um Skara spielt sich mehr auf, als es eigentlich nötig ist.
Als die männliche Hauptfigur hätten wir da dann noch Raith. Auch er ist eine sehr komplizierte Person und beim Lesen und dem Vergleich zu Band 2 (Band 1 habe ich ja nie gelesen.) ist mir aufgefallen, dass Joe Abercrombie eine Schwäche für schwierige Charaktere zu haben scheint. 
Raith war mir ebenfalls lange Zeit nicht geheuer. Er ist einer von den Typen, die immer Probleme machen, nichts überdenken und kaum Feingefühl haben. Und natürlich ist er scharf auf Skara... Das Positive: Er macht ebenfalls eine große Verwandlung durch, die ihn aber einfacher zu verstehen macht und am Ende war ich sogar etwas traurig, dass es nicht mehr von ihm zu lesen gab. 

Zum Schreibstil kann ich nicht viel mehr sagen als beim zweiten Band.- Er ist flüssig, packend und lässt nicht mehr los (Wenn man sich erst mal mit dem Hauptfiguren angefreundet hat).

Ein Mann lag da und lachte ihn aus, wurde dann von einem Stiefel in vollem Lauf getroffen und auf die andere Seite gerollt. Ein Toter, der über gar nichts lachte.
Und über alles.
Seite 109

Man kann seine Furcht nur besiegen, indem man sich ihr stellt. Wer sich vor ihr versteckt, den überwältigt sie.
Seite 125

"Die Leute singen immer so gern von den Helden, wollen aber nie an ihrer Seite stehen!"
Seite 176

Denn schließlich war die Welt voller Ungeheuer, und vielleicht konnte man nichts anders tun als darauf zu hoffen, die schrecklichsten auf seiner Seite zu haben.
Seite 256

Zwar kommt "Königskrone" nicht an "Königsjäger" ran, hat aber auf seine eigene Weise viele positive Punkte aufzuweisen und ein fesselndes Ende.

5/7


 
 
ISBN: 978-3-453-31601-0


Die ganze Trilogie

  

Weitere Bücher des Autors

     

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!