Mittwoch, 24. Januar 2018

{Rezension} Die Blausteinkriege 3 - Der verborgene Turm


Meine Rezensionen zu

Im Kaiserreich Berun ist nichts mehr so, wie es war. In der Hauptstadt haben sich die Fürsten versammelt, um den anrückenden Kolnorern entgegenzutreten – umsonst. Es ist längst zu spät, der Feind ist bereits mitten unter ihnen. Sogar das Protektorat Macouban ist mittlerweile vollständig von den Hexern der Huacoun und ihren Vasallen besetzt. Allein Xari, Ordensritter Cunrad und die Schildbrecher stehen ihnen entgegen. Doch die Wahrheit ist noch viel schrecklicher. Denn während das Reich im Krieg versinkt, erwachen uralte Kräfte, und das Ende der Welt steht bevor …

Figuren
An sich kommen das ganze Buch über nur sehr wenige neue Figuren vor und auch die sind eher nebensächlich, da bereits genug um sie herum los ist. Wir bleiben also auch im dritten Band bei den üblichen Verdächtigen, die ich hier nicht nennen werde, da man sonst schnell daraus schließen kann, wer stirbt und wer nicht. Außerdem hält man sich auch länger bei ihnen auf, sprich: Die Sprünge zwischen den Personen und somit den Erzählperspektiven kommen seltener. Das ist auch ganz gut so, denn es wäre sicher schnell zu Verwirrungen gekommen, da das Buch selbst doch voller Trubel ist.

Schreibstil
Ich habe über den ganzen Verlauf der „Blausteinkriege“, damit meine ich alle Bände, das Gefühl gehabt, dass sich eine richtige Leidenschaft der Autoren zur Story aufgebaut hat und genau das habe ich vor allem im dritten Buch gemerkt. Außerdem haben sie dem Ganzen eine richtig apokalyptisch anmutende Stimmung gegeben und allgemein die Regierung und gesamte Sicherheit extrem fragil herübergebracht. Das Resultat ist eine noch viel derbere und tiefgreifendere Handlung, die mich bis zum Ende nicht losgelassen hat.



Handlung
Was mir aufgefallen ist: Man sollte die Bücher wirklich relativ dicht nacheinander lesen. Da bei mir zwischen dem zweiten und den dritten Band zeitlich nicht viel Distanz lag, konnte ich die ganzen Details erst wirklich wertschätzen und somit noch einmal ein ganz anderes Bild von Berun und Gostin bekommen, was mir nochmal ein vollkommen neues Lesegefühl beschert hat. 
Fast nur auf diese beiden Städte beschränkt sich auch die Handlung. Sowohl Protagonisten als auch Orte sind also sehr viel komprimierter. Das kommt der Story allerdings zugute, denn es passiert so unglaublich viel, dass man sich somit leichter auf ihren Verlauf konzentrieren kann und nicht immer wieder zwischen allem umdenken muss. Wenn mich die Geschichte also einmal gepackt hatte, dann hatte sie mich auch für einige hundert Seiten.
„Der verborgene Turm“ übertrifft „Das Erbe von Berun“ und „Sturm aus dem Süden“ außerdem auch an Spannung, da nun alle Fäden, die über die ersten Bände gesponnen wurden, nun zusammenführen und jede kommende neue Kleinigkeit des Ende drastisch verändern könnte. 
Wie bereits erwähnt ist der abschließende Band der „Blausteinkriege“ auch ein ganzes Stück derber.  Der Inhalt hat an Gewalt, Blut und zersplatterten Innereien zugenommen und ich habe mich selbst dabei ertappt, dass ich doch ganz überrascht davon war. Denn eigentlich haben sich die Autoren in Band 1 und Band 2 eher zurückgehalten, was das anging (zumindest, wenn man den Vergleich zu manch anderem High Fantasy Buch zieht). Neu ist auch die Tatsache, dass die Politik und all die Regierungsstreitigkeiten in den Hintergrund gerückt sind. Das blanke Überleben der Protagonisten steht nun im Vordergrund und jeder von ihnen entwickelt sich noch einmal in eine ganz andere Richtung, als ich gedacht hätte. 

Sara schnaubte geringschätzig. Scheiße blieb immer noch Scheiße, egal, wie hübsch man sie verpackte.
Seite 265

Rache sorgte meistens nur dafür, dass Menschen gewaltige Dummheiten begingen. Man konnte solchen Menschen nicht vertrauen, das wusste er am besten.
Seite 339

Menschen, die sehr weit unten standen, sahen ganz gern anderen beim Fallen zu. Je höher der Stand und je tiefer der Fall, desto mehr wertete das in ihren Augen die eigene kümmerliche Existenz auf.
Seite 358

Ich hätte mir kein besseres Finale für die Blausteinkriege wünschen können!

7/7

ISBN: 978-3-453-31707-9

Die ganze Trilogie

Die Blausteinkriege: Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von ... Ankündigung: Die Blausteinkriege 2 – Sturm aus dem Süden ... Die Blausteinkriege 3 - Der verborgene Turm | Lesejury


Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!:)

Samstag, 20. Januar 2018

{Rezension} Krakonos

In einer hochtechnisierten Welt, in der es kaum noch Natur gibt, entdecken die Brüder Nik und Levi bei einem ihrer nächtlichen Streifzügen einen Raben. Dieser verwandelt sich vor ihren Augen zunächst in einen fremden Mann, kurz darauf nimmt er Levis Gestalt an ... Der echte Levi ist fasziniert von dem geheimnisvollen Gestaltenwandler, der sich “Krakonos” nennt. Doch der sagenhafte Krakonos, auch bekannt als Berggeist Rübezahl, wird erbarmungslos gejagt. Er gilt als unberechenbar und niemand weiß, was er vorhat. Mit ihm geraten Nik und Levi ebenfalls ins Visier der Verfolger und fliehen mit Krakonos. Können Sie ihm trauen?


Figuren
Nik und Levi sind die Hauptfiguren in „Krakonos“. Die beiden Brüder leben getrennt von ihren Eltern in einer Art Internat (Allzu genau wird das leider nicht beschrieben). Während Levi, der Jüngere der beiden, wenig für den Unterricht übrig hat und sich lieber mit der Natur beschäftigt, übernimmt Nik die Rolle des Aufpassers, denn er teilt nicht die Unbesorgtheit seines Bruders.
Zwar werden noch einige Kapitel aus der Sicht von Emma, einer Studentin der Mythobiologie, erzählt, doch würde ich sie nicht als Hauptfigur sehen, da sie erst zum Ende hin wirklich wichtig wird und ansonsten eher die Seite der Verfolger Krakonos' vertritt.
Wo wir auch schon bei der letzten handlungstragenden Rolle sind: Riebe, Rübezahl oder eben Krakonos.- Ein uraltes Wesen, dass plötzlich in die Leben von Nik und Levi platzt und alles (wenn auch eher unbeabsichtigt) auf den Kopf stellt. 

Schreibstil
Da dieses Buch bereits für Kinder (ab 11 Jahre) ist, ist der Schreibstil natürlich einfacher gehalten. Die Sätze sind verhältnismäßig kurz, es gibt so gut wie keine Schachtelsätze und alles wird möglichst einfach erklärt. Klingt vielleicht für ältere Leser erstmal öde, jedoch hat das dem Ganzen keinen Abbruch getan. Ich war beim Lesen tatsächlich überrascht, wie umfangreich alles erklärt wird, obwohl „Krakonos“ mit nichtmal 300 Seiten doch recht kurz ist. 


Inhalt
Zugegebenermaßen haben mich die ersten Seiten ganz schön überrumpelt, denn vor lauter ge-“Qwip“-e wusste ich gar nicht so wirklich etwas mit der Handlung anzufangen. Erst nach einer ganzen Weile wird halbwegs mehr oder weniger erklärt, dass es sich bei dem Ganzen um eine Firma handelt. Ich würde es mit einer Internetgesellschaft vergleichen, so wie Google vielleicht, wobei ich mir da nicht so sicher bin. Allerdings nahm diese Firma und all die Technik um sie dann doch nicht so viel der Handlung ein wie ich befürchtet hatte. Im Großen und Ganzen hatte ich auch anderes erwartet. Nichts Besseres oder Schlechteres, einfach anderes. Denn ich persönlich bin nach dem Klappentext davon ausgegangen, dass Nik und Levi tatsächlich im Berlin der Zukunft zwischen Technik, Metall und Asphaltklötzen leben, dort dann irgendwie diesen Raben treffen und ich das ganze Buch über keinen Baum zu Gesicht bekomme.- Ganz so ist es dann aber doch nicht. Eigentlich ist es sogar ganz anders, denn ein Großteil der Handlung findet in Wald und Wiese statt, was für mich dann doch eine schöne Wendung war, mit der ich nicht gerechnet hätte.
Die Geschichte beginnt mit dem plötzlichen Ausbruch Krakonos' aus seinem bisherigen Versteck. Sofort heften sich Forscher an seine Fersen, die bereits andere Wesen der Mythologie mit Sendern markiert und unter Beobachtung haben. Nik und Levi geraten dabei direkt ins Kreuzfeuer, da Krakonos keine andere Wahl hat, als sie in seine Fluchtpläne mit einzubeziehen. Natürlich ist der tierliebe Levi sofort himmelhoch begeistert von dem Raben, der seine Gestalt zu allem Möglichen verändern kann und beschließt in seiner kindlichen Naivität, ihm zu helfen. So hat Nik gar keine andere Wahl, als mit den beiden zu ziehen und vor ihren Verfolgern zu flüchten, denn alles, was ihm wichtig ist, ist die Sicherheit seines kleinen Bruders. 
Leider hat mir bei dem Ganzen allerdings etwas Tiefgang gefühlt. Natürlich kann man keine hochphilosophischen Theorien in ein Abenteuer für Kinder packen, doch fällt mir rückblickend auf, dass gar nicht allzu viel passiert ist. Das, was der Klappentext dem Leser preisgibt, ist bereits der Haupthandlungsstrang bis fast zum Ende. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass sich der Rote Faden einfach immer mehr aufdröselte und letztendlich vorhersehbar simpel zum Ende führte. Nichtsdestotrotz bin ich sicher, dass jüngere Leser mit den beiden Brüdern mitfiebern und auch von der wunderlichen Welt, in die Krakonos die beiden führt, begeistert sein werden. Und es ist für eigentlich jeden Geschmack etwas dabei: Zukunftsvisionen, Humor, Mythologie, Natur, Verfolgungsjagden und hin und wieder ein bisschen Traurigkeit.

„Ist der Rabe tot?“ Nik wusste auch nicht, wie er darauf kam. Levi konnte Ewigkeiten damit verbringen,  mumifizierte Mistkäfer anzustupsen und ihnen gut zuzureden.
Seite 93

„Ich will es wissen“, sagte Levi. „Ich will es wissen wie die Vögel. Die Vögel wussten gleich, wer du bist. Du warst der Rabe. Ich weiß, dass du der Rabe warst.“
Seite 167

Ein Kinderbuch mit einer tollen Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern auch ein bisschen mehr Respekt vor der Natur lehrt. Hin und wieder allerdings recht schwach ausgebaut.
4/7



ISBN:978-3-407-82322-9

Weitere Bücher des Autors
    



Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!:)

Montag, 11. Dezember 2017

{Rezension} Last Exit - Das Spiel fängt gerade erst an



Kaum ist der Bus angerollt und die Schüler der 8C auf dem Weg in die Schülerfreizeit, erhalten sie eine anonyme Nachricht: Im Bus ist eine Bombe versteckt! Niemand weiß, wer dahintersteckt und was der Unbekannte überhaupt will. Aber eins steht fest: Seine Drohung ist ernst zu nehmen. Valentin ist sich bald sicher, dass der Täter an Bord sein muss. Ein Motiv hätten viele, denn in dieser Klasse brodelt es schon seit langem.

Figuren
Es versteht sich eigentlich von selbst, dass man in einem Buch, das in einem vollbesetzten Schulbus spielt, auch auf viele Personen trifft. Die Autorin hat es jedoch geschickt angestellt und lässt den Leser nur ein paar Charaktere wirklich kennenlernen. Diese teilen sich im Wechsel in die verschiedenen Kapitel ein. Ich möchte an dieser Stelle aber nur zwei vorstellen:
Valentin tritt als Erster auf. Er nimmt sich der Rolle des Ermittlers an, als die Nachricht eintrifft, dass sich eine Bombe in dem Reisebus befindet, mit dem die 8c eigentlich in die Ardennen fahren wollte. Abgesehen davon ist er der Außenseiter der Klasse, welcher sich jedoch im Verlauf der Geschichte behaupten wird.
Sein „Gegenstück“ ist Driss. Er ist derjenige, der die fertigmacht, die ihm im Weg stehen. Dass mehr dahintersteckt als pure Böswilligkeit bemerkt man jedoch auch schnell. Denn durch verschiedene Rückblenden in die Leben einzelner Personen lässt sich leicht in Erfahrung bringen, warum es zu gewissen Situationen in der Klasse gekommen ist. Ein richtiges „Brodeln“, wie es im Klappentext heißt, würde ich es aber trotzdem nicht nennen.
Neben diesen beiden, ich wage es mal zu behaupten, Hauptcharakteren, treten noch viele andere Klassenmitglieder und die zwei Lehrer auf. Auch ein paar von ihnen bekommen ihre eigenen Kapitel und nach und nach ist irgendwann jeder einmal verdächtig.


Schreibstil
Da es sich bei „Last Exit“ und ein Jugendbuch handelt, ist der Schreibstil der Autorin relativ einfach gehalten. Das Buch lässt sich mit 272 Seiten schnell durchlesen. 
Mirjam Mous muss ich jedoch anrechnen, dass sie es tatsächlich geschafft hat, mich immer wieder völlig in die Irre zu führen. Mal ist jeder verdächtig, dann macht es bei niemandem wirklich Sinn, warum ausgerechnet er/sie die Bombe in den Bus geschmuggelt haben sollte. Sie lockt immer wieder auf falsche Fährten und versteckt den wahren Täter bis zum Ende hin wirklich sehr gut.
Leider kam jedoch für mich nie wirklich richtige Spannung auf. Natürlich wollte ich wissen, wer denn nun der Bombenleger ist, doch der Text ist an manchen Stellen doch etwas schlaff dahingeschrieben, weshalb eine wirkliche Panik in der Klasse nie zu spüren war.


Inhalt
Es ist ja bereits bekannt, dass die Bombe nur die Spitze des Eisbergs ist. Jeder im Bus hat sein Päckchen zu tragen und die meisten von ihnen sind wirklich nicht zu beneiden. Und entgegen meiner Erwartungen lauert auf die Schüler eine tatsächliche Gefahr. Denn ich muss zugeben, dass ich lange Zeit nicht geglaubt habe, dass die Bombe echt ist und sich am Ende vielleicht alles nur als schlechter Scherz herausstellt.
Die Autorin hätte ziemlich viel aus der potentiellen Angst der Anwesenden machen können. Echte Panik, Zusammenbrüche oder Lebensangst trifft man jedoch eher spärlich an. Stattdessen liest man viel über die typischen Probleme in der Jugend: Mobbing, der Wunsch, ein Teil von etwas zu sein, Geld, Verknalltheit... Natürlich müssen diese Themen zwangsläufig in einem Bus voller Pubertierender auftreten, doch nehmen sie meiner Meinung nach zu viel vom Inhalt ein. Letztendlich haben mich Titel und Klappentext etwas völlig anderes erwarten lassen.- Nämlich wirklichen Horror. Die Angst davor, dass ein Bus jederzeit in die Luft fliegen könnte hätte alles ausfüllen müssen. Todesangst eben. Stattdessen wirkt das Ganze geradezu heruntergespielt. Leider.

"Bitte, hilf uns!"
Dieser Drecksklasse?
Seite 198


Wäre ich mit anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, hätte es mich vielleicht sogar überrascht. Auch, wenn es bis zum Ende hin ein Rätsel war, wer der Täter ist, kam nie wirklich packende Spannung auf. Schade. Hier hätte die Autorin viel mehr über die Stränge schlagen können. Das Potential war da.

4/7

ISBN 978-3-401-60367-4

Weitere Bücher der Autorin:
    

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!