Mittwoch, 26. August 2015

{Rezension} Das Drachentor



(Vorneweg: Diesen Klappentext habe ich selbst vom Buch abgetippt, da es im Internet keine einzige Version von genau dem Klappentext gibt, der auf dem Buch steht. Ich habe Varianten gefunden, in denen tatsächlich von Vampiren die Rede ist und nur die Hälfte da steht (Lovelybooks), Versionen, in denen die Völker vollkommen falsche Namen bekommen (Phantastik Couch) und so weiter. keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Vielleicht kann mir da jemand von euch eine Erklärung geben.)

Seit uralten Zeiten zwingen die Menschen die Drachen zu Gehorsam und setzen sie in ihren blutigen Schlachten ein. Doch ein unheilvoller Zauber hat von den Tieren Besitz ergriffen- immer mehr lösen sich in Nebeltoren auf oder stürzen sich in den Tod. Nur Revyn kann sie retten: der Junge mit dem Herz eines Drachen. Gemeinsam mit der Elfe Yelanah kämpft er darum, den Untergang der mahischen Wesen aufzuhalten...


Vergesst es sofort wieder, wenn ihr irgendwo gelesen habt, "das Drachentor" würde "Eragon" ähneln. Beide Bücher liebe ich und sehe zwischen ihnen absolut keine Parallelen, bis auf die Tatsache, dass man auf Drachen reitet. Ich verstehe wirklich nicht, wie manch einer behaupten kann, die Autorin hätte eine schlechte Kopie von "Eragon" geschrieben.

Jenny-Mai Nuyens Art zu schreiben ist sehr leicht und fantasievoll, jedoch nicht zu mädchenhaft, unverkennbar, meiner Meinung nach, weshalb sie zu einer meiner liebsten Autorinnen gehört. Sie bringt viele kreative Ideen ein, ohne die Geschichte zu abgehoben wirken zu lassen. 
In "das Drachentor" taucht der Leser in eine fabelhafte Welt ein, in der man ohne Probleme versinken kann und nur schwer wieder herauskommt.
Alle Charaktere sind gut durchdacht, haben ihre Stärken und Schwächen. Eine gewisse Sympathie habe ich für sie alle entwickelt, selbst für die "Bösewichte". Denn da man beide Seiten, also die Myrdhaner und die Haradonen kennen lernt, sowie das kleine Königreich zwischen ihnen, versteht man jede der Figuren in gewisser Weise. Man steht und fällt mit ihnen und weiß irgendwann nicht mehr, auf wessen Seite man sich schlagen soll. 
Auch folgt eine Überraschung auf die nächste. Die Abenteuer bleiben spannend, obwohl der Klappentext schon verhältnismäßig viel verrät. Je mehr man sich dem Finale nähert, desto düsterer und verhangener kommt dem Leser die Stimmung des Buches vor.
Und das Ende... Ach du meine Güte, das Ende... Es wär phänomenal. Und auch, wenn man meiner Meinung nach einer entscheidenden Sache mehr Aufmerksamkeit hätte schenken können, bzw. mehr ins Detail hätte gehen können, hatte ich nicht das Gefühl, dass irgendetwas gefehlt hat.
Es war einfach nahezu perfekt, wenn auch mit jeder Menge Wehmut und Trennungsschmerz.

Allmählich schlich sich der Abend in den Wald. Der Duft von Laub und Baumharz wurde mit der Dämmerung intensiver, wie um die Dunkelheit zu versüßen.
(Seite 308)

"Mit uns wird die Welt untergehen. Wir sind ein Fluch."
(Seite 520)


Zwar kommen Eragon-Fans bei diesem tollen Buch auch sicher auf ihre Kosten, doch ist "das Drachentor" kein schlechter Abklatsch, sondern eine wunderbare Geschichte für sich.



(Ich würde euch hier gern einen Link geben, doch finde ich nichts auf den Verlagsseiten und zu Amazon verlinke ich prinzipiell nicht.)


ISBN: 978-3-570-30388-7

Zur Website der Autorin.









1 Kommentar:

  1. Hi,

    danke für die aufschlußreiche Rezension. Auch wenn das Buch meinen Geschmack wohl knapp verfehlt.

    LG,
    André
    Bibliothek von Imre

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