Montag, 4. Juli 2016

{Rezension} Nox 1.1 - Dämmerung



Nach einem Konzertbesuch scheint sich das Leben der sarkastischen Krimi-Buchhändlerin Ronna völlig auf den Kopf zu stellen. Eine rätselhafte Selbstmordwelle bricht aus, für die es keine rationale Erklärung zu geben scheint, und zu allem Überfluss muss Ronna auch noch an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifeln. Schließlich kann es nicht sein, dass die Stimmen, die sie in ihrem Kopf hört, real sind – oder doch?
Als auch ihr Bruder Vik in den verschlingenden Sog gezogen wird, der die Stadt Ubis ins Chaos stürzt, ist Ronna gezwungen, sich mit ihren neuen unheimlichen Fähigkeiten anzufreunden. Kann sie den Auslöser für all die rätselhaften Ereignisse finden, ehe sich ganz Ubis Lemmingen gleich in den Abgrund wirft?

Einen passenderen Titel als „Dämmerung“ hätte die Autorin sich für dieses Buch nicht einfallen lassen können. Denn wie die Sonne schwillt auch die Spannung immer weiter und weiter an, bis sie die ganze Geschichte einnimmt und jeden Winkel von ihr ausfüllt, gleichzeitig findet man auf jeder Seite die Finsternis, die Ronna als Charakter umgibt und ihr als ihre Vergangenheit und ihre Gedanken folgt. 
Melanie Vogltanz hat sich für ihre Heldin eine schön skurrile Handlung zurecht gesponnen, die man wunderbar nachvollziehen kann, bei der man aber trotzdem auch zu grübeln hat. Der Leser begibt sich so also mit Ronna selbst auf eine abenteuerliche Reise durch ihre Heimatstadt Ubis, um Antworten auf die Frage zu finden, warum so plötzlich so viele Menschen in den Freitod gehen und was ihre eigene Rolle dabei ist. Dabei gerät sie nicht nur in das Visier der Polizei, sondern nimmt selbst ihre Gegner auf die Hörner.
Ronna ist eine sehr coole und vollkommen abgeklärte Person, mit der ich echt gern mal einen Kaffee (Etwas anderes nimmt sie nur selten zu sich.) trinken gehen würde. Als ich sie kennengelernt habe, hielt ich sie für verbittert und engstirnig. Tatsächlich steckt in ihr aber ein sehr liebevoller Kern, der sich allerdings meist nur zeigt, wenn es um ihren Bruder geht.
Trotz einer schweren Vergangenheit, die sie bis jetzt noch regelmäßig heimsucht, ist sie eine starke Frau, die sich nicht mit Tagträumen oder Illusionen aufhält, sondern mit dem arbeitet, was sie hat. Außerdem nimmt sie ihre frisch gewonnenen Kräfte nicht als Superkräfte wahr.- Zumindest nicht sofort und auch nicht zu 100%. Sie ist keine von denen die aufspringt und ruft „Hey, ich habe jetzt besondere Fähigkeiten, ich sollte die Welt retten!“. Zuerst muss sie ihren Bruder beschützen.

Melanie Vogltanz hat einen sehr femininen, aber ungekünstelten Schreibstil. Sie hat in diesem Buch definitiv bewiesen, dass Humor (vor allem tiefschwarzer), Tod und sprechende Hunde wunderbar zusammenpassen können, wenn man sich nur darin versteht, diese Dinge miteinander zu verbinden. Das Lesen war, wie Käse mit Marmelade zu essen.- Da treffen so gegensätzliche Dinge aufeinander, dass sie etwas richtig Geniales ergeben.

"Man wird einfach... müde. Müde vom Leben. Und wenn man müde ist, will man schlafen."
Pos. 870

Dunkelheit. Allumfassende Schwärze. Stille. Die Realität war erloschen wie eine Kerzenflamme unter einem heftigen Windstoß.
Pos. 1462

(Mein Reader gibt mir leider keine Seiten, daher habe ich euch die Positionen drunter geschrieben.)


Ein Auftakt, der auf Großes hoffen lässt!
 7/7



Mehr über Nox findet ihr hier!

Etwas, das ganz besonders an den Aurora Büchern ist: Sie nehmen sogar Bezug auf "666" von M. H. Steinmetz, spielen also im gleichen Universum!
Rezension zu 666 - Hell's Abyss


Vielen Dank an den Papierverzierer Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!

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