Mittwoch, 10. Februar 2016

{Rezension} Schwarzes Prisma

Gavin Guile ist der hoch geehrte Lord Prisma. Allein seine magischen Fähigkeiten, seine Intelligenz und seine Überzeugungskraft bewahren den unsicheren Frieden im Reich. Doch Gavin bleiben nur noch fünf Jahre zu leben. Fünf Jahre, um fünf unmögliche Ziele zu erreichen. Da erfährt er, dass er einen Sohn hat, und von der Gefahr für dessen Leben. Doch um den unschuldigen Jungen zu retten, muss Gavin sein dunkelstes Geheimnis offenbaren – und damit das Reich zerreißen. Denn sein Leben fußt auf einer Lüge, und seine Macht ist lediglich geraubt. Kann er diesen Preis bezahlen, um sein einziges Kind zu retten?

Dieses Buch hätte anfangs das Potenzial gehabt, eines meiner Lieblingsbücher zu werden. Schade, dass es zum Ende hin so abgeflaut ist...

Kip, ein dicker Junge, der seine unliebsame Mutter in einem Feuer verloren hat, trifft gerade im rechten Zeitpunkt auf seinen Vater, das Prisma. Und damit beginnt für ihn ein neuer (Leidens-/) Lebensweg. Er selbst ist ungeschickt, schwächlich und nicht gerade ein Vorzeigeheld. Gavin (sein Vater) hingegen ist eine mächtige und geachtete Persönlichkeit. Er wirkt sehr berechnend, etwas kühl und deswegen passt es in meinem Augen wirklich absolut nicht, dass Liv, eine nervige Nebenprotagonistin, ihn als zauberhaft bezeichnet.
Kip muss sich logischerweise in vielem erst einmal bewähren, denn sein neues Leben verlangt ihm einiges ab. Es entwickelt sich also eine perfekte tragische Familiengeschichte.
Dieses Buch ist sehr bunt, allein schon durch das Wandeln von Farben, das viele Personen in dieser Welt betreiben können und die genauen Beschreibungen ihrer Magie, wird eine gewisse Abwechslung und Vitalität gehalten. Leider geht auch dieser Pluspunkt schnell verloren, da vieles sehr detailliert beschrieben wird und ich beim Lesen immer wieder das Gefühl hatte, ein Lehrbuch vor mir liegen zu haben, statt einer Geschichte.
Auch die Charaktere sind trotz teils familiärer oder freundschaftlicher Beziehungen sehr distanziert voneinander. Es ergab sich für mich kein Gefüge, keine Beziehungen zwischen ihnen. Eine genauere Beschreibung der Welt hätte ich mir auch gewünscht. Es wird viel von Politik und Problemen geredet, von der Magie und den Farben, aber in meinem Kopf konnten selten Bilder und somit kaum Intensität entstehen. Ich muss zugeben, das sind auch alles Gründe, warum ich immer Seiten nur überflog, je näher ich dem Ende kam. Es blieb keine Spannung da und die größte Überraschung wurde schon in der Mitte des Buches offenbart. Für mich folgen nur viele eher belanglose Geschehnisse.
Der Schreibstil des Autors ist auch nicht wirklich etwas Besonderes. Er lässt sich leicht lesen und ich bin selten über eine Stelle „gestolpert“, und doch gibt es keinen wirklichen Wiedererkennungswert.
Da ich aber weiß, dass „Schwarzes Prisma“ eigentlich sehr viele Leute begeistert und auch sehr gute Bewertungen hat, könnte ich mit meiner Meinung auch recht allein stehen.

"Oh, du hast diesen Ausdruck in den Augen..."
Sie blickte auf und lächelte süß. "Ich will nicht irgendjemanden töten. Ich will dich töten."
Seite 138

Sie lachte. "Du bist großartig, Kip. Es ist so, als würde ich den kleinen Brude piesacken, den ich nie gehabt habe." Oh, der Vergleich mit dem kleinen Bruder. Genau das, was jeder Mann von einer schönen Frau hören will. Ich bin gerade kastriert worden.
Seite 451

Eine sehr neue Idee von Magie. Leider ist durch zu viele Details und wenig Tiefgang das Potenzial nicht annähernd ausgeschöpft wurden. Diese fast 800-Seiten Geschichte hätte locker auf 300 Seiten gepasst.

3/7


ISBN: 978-3-442-26816-0

Fortsetzungen:
(Band 3 wurde in 2 Bücher geteilt. Nicht wundern.^^)
  


Andere Bücher des Autors:
  
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des LEs.:)







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