Dienstag, 20. Oktober 2015

{Rezension} Der Dämon von Naruel 1



Verzweiflung treibt Pan dazu, ihre Seele an einen Dämon zu verkaufen. Doch das Ausmaß dieser Entscheidung übersteigt die Vorstellungskraft der jungen Kriegerin.  Ihr silberner Hoffnungsschimmer in der Nacht wandelt sich plötzlich in einen blutroten Albtraum. Die nächste Mondfinsternis droht ein uraltes Übel aus einem tausendjährigen Schlaf zu wecken. 
Pan wird es zur Bestimmung gemacht, dies unter Einsatz ihres Lebens zu verhindern. Sie muss die wiedergeborenen Götterseelen der Vergangenheit finden und zusammenführen, um die Länder Naruels vor der ewigen Finsternis retten zu können. 
Aber kann diese heilige Aufgabe gelingen, wo doch ihre eigene Seele mehr und mehr von einem Dämon vergiftet wird?

Wenn ich die Bemerkung zu Beginn den Buches nicht vollkommen falsch verstehe, hat die Autorin sowohl Cover als auch Gestaltung der Landkarten selbst übernommen, was ich wirklich toll finde, da es dem Ganzen eine sehr persönliche Note verleiht. Schließlich kennt sich die Autorin ja am besten in "ihrem" Land aus, das sie geschaffen hat. Karten, die in Auftrag gegeben wurden, treffen bestimmt selten perfekt die Vorstellung des Autors.

Es mag eigenartig sein, ein Buch als bildgewaltig zu beschreiben, aber in diesem Falle halte ich das durchaus für angemessen. Ich habe sofort eine gewisse Sympatie für Pan, die Hauptprotagonistin, entwickelt, da sie ein sehr starker, kämpferischer Charakter ist, der trotzdem noch seine Schwächen hat und dadurch trotzdem glaubwürdig erscheint. Ehrlich gesagt erinnerte sie mich sogar etwas an Frankensteins Monster. Denn gerade zum Ende des Buchs hin schlüpft sie immer mehr in die Rolle der missverstanden und fremden, gruseligen Kreatur. Nur in Pan's Fall ist es eben so, dass sie tatsächlich gefährlich ist.
Die Autorin beschreibt die Kämpfe und Trainingseinheiten sehr genau, weshalb auch nahezu jede Seite vor Blut nur so trieft. Ich würde nicht direkt sagen, dass zart besaitete Leser sich vor diesem Buch in Acht nehmen sollten, aber man muss eben eine gewisse Toleranz haben, was abgetrennte Körperteile und Blut betrifft. Und trotz ziemlich krasser Szene hat Janine Prediger es trotzdem geschafft, eine (für mich) sehr schöne Mischung aus Märchen und Brutalität zu schaffen. Denn die Welt, die ich in diesem Buch kennengelernt habe, hat etwas sehr Mystisches. Sie ist bunt und gleichzeitig auch sehr schwarz und düster, schafft also ein Ambiente, das das Lesegefühl immer wieder umwirft. Ich fand das zuerst etwas ungewohnt, habe es aber beim Lesen immer besser gefunden, da so eine gewisse Spannung bleibt. Man verfällt in keine absolute Tristesse, obwohl Pan keine wirklich positiv gepolte Figur ist. Einfach, weil die Welt um sie herum so abwechslungsreich ist.
Der Schreibstil der Autorin wirkt sehr selbstbewusst, aber trotzdem zart. Man merkt im Verlauf der Geschichte wirklich, was für eine kreative Person sie sein muss, denn es wird immer wieder neuer Stoff geliefert, der Fragen aufwirft und die man glücklicherweise auch nach und nach beantwortet bekommt.
Der einzige kleine Minuspunkt für mich war der Beginn. Manche Stellen wirkten sehr langatmig und obwohl viel passierte, passierte gleichzeitig kaum etwas. Es war schwierig, sich beim Lesen wirklich fallen zu lassen, was sich aber im Verlauf der Geschichte gelegt hat. 


Erst als langsam die Andeutung eines klobigen Gebäudes in Sicht kam und der Nebel  sich mit den ersten zarten Sonnenstrahlen auflöste, wich auch das letzte Glücksgefühl von ihr. Es fiel tief in den wabernden Untergrund, verstarb mit einem leisen Aufschlag und würde erst wiederkehren, wenn Pan erneut herunterspringen würde, um es aus seiner Ruhestätte auszugraben.
Seite 88

PS: Stirb nicht, halte dich am Leben.
Seite 158

Ein Buch, das es so bestimmt nicht noch einmal gibt und sehr viel Stoff für eine (hoffentlich) lange Geschichte und somit viele Folgebände liefert. Zwar gibt es hier und da noch ein paar Stellen, die geschliffen werden könnten, aber über die kann man leicht hinweglesen.

6/7

ISBN 978-3-7386-3611-6


Vielen Dank an die Autorin Janine Prediger und Books on Demand.


















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