Sonntag, 30. August 2015

{Rezension} Hellhole


Max ist ein stinknormaler Nerd. Mit stinknormalen Nerd-Hobbys (Games) und stinknormalen Nerd-Problemen (zu wenig Kohle für Games und keine Freundin). Doch als eines Tages ein ausgewachsener Teufel – rot, mit Hörnern und einem unglaublich derben Wortschatz – in seinen Keller einzieht, steht Max‘ Leben plötzlich Kopf: Burk macht sich auf der Couch breit, spielt den ganzen Tag Playstation und futtert alle Fastfood-Snacks auf, die sich im Haus befinden. Um jeden Preis muss Max den Teufel loswerden, schon um seiner schwerkranken Mutter den Schock ihres Lebens zu ersparen. Doch dann schlägt Burk ihm einen Deal vor: Er rettet das Leben von Max' Mutter, wenn dieser ihm eine Luxusvilla mit Whirlpool besorgt. Und schlagartig wird aus dem unscheinbaren Max ein kriminelles Mastermind wider Willen …

Ich habe zwar nur zwei verschiedene Cover für dieses Buch gefunden, einmal Deutsch und einmal Amerikanisch, und ich muss sagen, dass mir das deutsche Cover um Längen besser gefällt. Das Original erweckt meiner Meinung nach eher den Anschein, als handle es sich um eines dieser komischen Billigbücher, in denen lediglich "lustige" Witze und all sowas abgedruckt sind.

"Hellhole" ist eines jener Bücher, die den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringen. Es gibt gar nicht genug Klebezettelchen auf der Welt, um all die Stellen zu markieren, bei denen ich lachen musste, wie ein irres Schulkind. 
Vor allem kommen hin und wieder Anspielungen auf die Harry Potter Bücher und eine Katze spielt auch eine recht große Rolle. Das gab schon mal Sympathiepunkte meinerseits.
Entgegen meiner Erwartungen spielt bei dieser Geschichte nämlich nicht sonderlich viel Trauer mit, was man eigentlich annehmen könnte, da Max' Mom schwer krank ist und dies ja nicht gerade ein lustiges Thema ist. Stattdessen kommen selbst von ihr ziemlich harte Sprüche, weshalb sich der Leser darauf einstellen sollte, auch auf recht trockenen, dunklen Humor zu treffen. Allgemein fallen hin und wieder (und vor allem wegen Burk, dem Teufel) harte Worte, deswegen mag ich "Hellhole" aber eigentlich nur noch mehr.
Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr flüssig, also hatte ich das Buch auch verhältnismäßig schnell durch, denn da die Spannung nie fällt und eigentlich nur immer weiter steigt, kann man es gar nicht mehr aus der Hand legen. Trotzdem ist dies keinesfalls primitive oder „zu leichte“ Literatur, denn es werden harte Themen angeschnitten und schließlich hat man es hier mit einem Teufel zu tun, welcher jeden umbringen könnte, wenn er wollte. Allgemein ist die Stimmung die ganze Zeit recht gedrückt. Lustig und aufregend, aber auch gedrückt. Denn Max lebt in einer langweiligen Stadt und führt auch ein langweiliges Leben, bis er auf Burk trifft.
Burk selbst lässt sich schwer einschätzen. Mal ist er nett, mal richtig liebenswürdig und dann wieder gefährlich, verabscheuungswürdig. Im Großen und Ganzen stehe ich ihm recht neutral entgegen. 
Max ist ein putziger Sonderling. Ihn habe ich sofort ins Herz geschlossen, mit seiner verdatterten Art und seiner Dinosaurierbesessenheit. (Außerdem kommen von ihm die besten Sprüche.) 
Und trotz Teufel und Höllenfeuern orientiert sich „Hellhole“ recht nah an der Realität. Wenn es nach mir ginge, hätte alles noch etwas überspitzter und übertriebener dargestellt werden können, da das hier ein Buch ist, bei dem dick auftragen absolut nicht fehl am Platz ist. Auch das Ende ist eigentlich noch ausbaufähig. Zwar hat es mir sehr gefallen, doch fühlte es sich beim Lesen sehr überstürzt an.

"Stirb, Meg Ryan!", brüllte Max' Mom den Bildschirm an, als die Schauspielerin durch ihren Kinderbuchladen stolzierte. "Du sollst von einem Regal voller Harry Potters zerquetscht werden und STERBEN."
Seite 27

"Diese seelenlosen Augen, diese verderbte Teilnahmslosigkeit... Katzen sind böse, Mann!"
Seite 71

"Aber es ist noch nicht vorbei!", protestierte Max. "Da kommen noch jede Menge Sideboobs!"
Seite 197

"Hallo, Kätzchen. Unangefochtener Herr und Meister des Universums."
Seite 281


Ein sehr unverblümtes Buch, bei dem man einfach lachen muss.


ISBN: 978-3-7645-3142-3

Zur Website der Autorin.
Weitere Bücher von Gina Damico (als amerikanische Ausgaben):
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Vielen Dank an den penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.


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