Mittwoch, 23. Juli 2014

{Rezension} Das grüne Tuch


Mit fast dreizehn Jahren setzte sich Caitlynn zum ersten Mal gegen das selbstherrliche Charisma  ihren gräflichen Vaters zur Wehr. Was geschah in den Jahren danach bis zu jenem grausamen Mord auf Schloss Baeldin?

Auch wenn die Bilder, die auf dem Buchumschlag abgedruckt sind wunderbar zur Story passen und sowohl Stimmung als auch Inhalt schön wiedergeben, finde ich es ziemlich schade, dass die Beschriftung wieder eher schlicht und lieblos wirkend ausgefallen ist. (Und somit wirken auch die schönen Bilder nicht mehr.)

Nachdem ich auch schon Vollstrecker der Königin - Der Baeldin-Mord lesen durfte war ich ja recht enttäuscht, dass das Ganze mehr Kurzgeschichte als Buch war. Umso mehr habe ich mich gefreut, als die (sehr sympatische) Autorin Angelika Diem bekanntgab, dass ihr neues Buch "Das Grüne Tuch" fertig war und man somit wieder mehr um Caitlynn erfahren konnte. (Da im ersten Buch ja einige Fragen aufgekommen waren.)
Ich habe es jedenfalls unheimlich gefeiert, als das gute Stück endlich bei mir ankam.
Zwar handelt es sich hier wieder eher um (lange) "Kurzgeschichten", doch sind sie miteinander verknüpft und handeln alle von der Vergangenheit Caitlynns beziehungsweise ihrem Werdegang zur Vollstreckerin.

Von Der Baeldin-Mord bereits gewohnt ist auch hier der Schreibstil wieder schön locker. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll, also versuche ich es mal mit meinen Worten (Erfolg nicht gerantiert.:D): Angelika Diem schafft es, mit wunderbarer Wortwahl und dem Griff zu ungewöhnlichen Worten einen ganz besonderen Schreibstil zu schaffen. Ich liebe es einfach, wie die Setting, Personen und Gefühle beschreibt, ohne zu 'alltägliche' Worte zu nutzen.

Wie schon erwähnt handelt Das Grüne Tuch von der Vorgeschichte Caitlynns, was ich sehr schön finde, denn ich hab es gern, wenn die einzelnen Hintergründe von Personen oder Geschehnissen genauer beleuchtet werden. Es hat immer sowas "Persönliches" und dies kommt in den drei Geschichten wirklich nicht zu kurz. Man kann mit den Figuren und Caitlynn mitfühlen und ich muss sagen mit der Zeit tat sie mir wirklich leid. Sie macht viel mit, wird von der sehr gefühlskalt wirkenden Mutter abgeschoben und dazu entführt und und und... Umso toller ist es im Verlauf der Story zu lesen, wie sie sich immer mehr zu dem mausert, was sie später wird.
Was auch zum Lesevergnügen beigetragen hat sind die (meist) schönen Orte, an denen Caitlynn sich aufhält. Das Heilerhaus, das blaue Blütenzimmer... Natürlich hängt es auch viel mit der Vorstellung zusammen, wie man die Orte für sich selbst in den Gedanken aufbaut, doch tragen auch kurze Beschreibungen dazu bei. (Das ist auch etwas, was mir sehr beim Lesen gefallen hat. Die Autorin beschreibt ein grobes Bild, den Rest darf man sich selbst vorstellen. So hat man mehr Freiheit wenn man sich 'in der Geschichte bewegt'.)

Der einzige kleine Minuspunkt ist für mich die Stimmung.
Zwar wird die Spannung gehalten, doch fehlen mir persönlich ein paar actionreiche Momente. Andererseits sind bei dieser Geschichte keine schlimmen Kämpfe oder Ähnliches zu erwarten bzw. es würde nicht passen. Das ist alles etwas schwierig und wohl auch Geschmackssache.^^

An solchen heißen Sommertagen macht es sich gut, ein schönes, spannendes Buch mit einer sympatischen Hauptprotagonistin wie Das Grüne Tuch zu lesen und im Garten bei ruhiger Atmosphäre zu entspannen. Wer mehr Wert auf Handlung und Gefühl als auf Action und 'Gewimmel im Buch' setzt, sollte sich unbedingt diese schöne Geschichte zulegen!

4/5
(aber mit einem dicken Sternchen dahinter)

(PS Das Grüne Tuch ist auch als E-Book erhältlich!)


Vielen Dank an die Autorin für dieses schöne Rezensionsexemplar!
(Ich hoffe, das war noch lang nicht alles von Caitlynn!)


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